Den Namen hatten sie schnell weg: Porsche-Bande. Innerhalb kurzer Zeit verschwanden vor zwei Jahren in NRW fünf hochwertige Sportwagen dieser Marke. Zwei Beteiligte standen nun vor Gericht. Die Strafkammer in Düsseldorf verhängte gegen die beiden 27 und 35 Jahre alten Männer aus Polen Haftstrafen von drei Jahren und acht Monaten und vier Jahren und zehn Monaten.
Glaubhafte Geständnisse der Autodiebe
Die Angeklagten hatten zum Prozess-Auftakt noch geschwiegen, dann die Tatvorwürfe aber im weiteren Verlauf „umfassend und glaubhaft gestanden“, so die Vorsitzende Richterin.
Demzufolge hatten die beiden Polen zwischen Ende März und Ende Mai 2024 gemeinsam mit einem Autoelektronik-Spezialisten in Nordrhein-Westfalen fünf Mal zugeschlagen und Porsche-Fahrzeuge im Wert von über einer halben Million Euro erbeutet.
Die Autos wurden in Köln, Meerbusch, Mülheim an der Ruhr, Bielefeld und Sassenberg entweder aus Garagen oder auf der Straße gestohlen.
Porsche-Bande bundesweit aktiv
Anschließend verschwanden der 35-Jährige und der dritte Mittäter in einem gewöhnlichen Kombi. Nach Überzeugung des Gerichts hatte der 27-Jährige die Sportwagen dann zu einem Treffpunkt und später zum endgültigen Übergabepunkt gefahren. Die von der Porsche-Bande im Bundesgebiet gestohlenen Autos wurden laut Anklage zentral in Rotenburg an der Wümme gesammelt und an Käufer weitergegeben.
Der 35-jährige Angeklagte war mit zwei weiteren Bandenmitgliedern Anfang Juli 2024 in Wiesbaden nach dem Diebstahl eines Porsches festgenommen worden. Der 27-jährige Mitangeklagte erst im März letzten Jahres in Polen.
Komplize hatte Angeklagte schwer belastet
Die Beweislage sprach von Anfang an gegen die beiden Polen. Denn der Mittäter – der dritte Mann – hatte sie in seinem Prozess vor dem Landgericht Köln erheblich belastet und seine Beteiligung an vier der in Düsseldorf angeklagten fünf Taten umfassend gestanden. Er wurde bereits vor einem Jahr zu fünf Jahren und 10 Monaten Haft verurteilt.
Unsere Quellen:
- Landgericht Düsseldorf
- Staatsanwaltschaft Düsseldorf
- WDR-Reporter vor Ort im Gericht
Sendung: WDR 2 Rhein und Ruhr, Lokalzeit, 19.03.2026, 14.31 Uhr