Hilden: Prozess um Mord an Professor nach 42 Jahren gestartet
00:46 Min.. Verfügbar bis 24.02.2028.
In Hilden wurde 1984 ein Professor in seinem Haus erstochen. Jahrzehntelang blieb der Fall ungelöst. Nun steht ein 63‑jähriger Italiener in Düsseldorf vor Gericht. Er bestreitet die Tat.
Neue Spuren, neue Technik
Ein Fingerabdruck auf einem fettigen Imbissteller, alte Folien neu ausgewertet, DNA-Spuren – so beschreibt die Staatsanwaltschaft den Durchbruch. Ein Gerichtssprecher sagt: "Mithilfe neuer Analysemethoden war es möglich, Folien von damals besser auszuwerten."
Die Verteidigung widerspricht
Das "beweist keineswegs die Schuld meines Mandanten", betonte Verteidigerin Hannah Milena Piel in ihrer Eingangserklärung. Danach gibt der Italiener zu, im April 1984 als Stricher im Haus des Psychologie-Professors verwitweten dreifachen Vaters gewesen zu sein. Er bestreitet aber, den Wissenschaftler getötet zu haben.
Anklage: tödliche Heimtücke
Laut Anklage wurde der nackt im Bett liegende Professor mit 24 Messerstichen getötet. Keine Einbruchspuren, ein gemeinsames Essen, leere Flaschen: Die Ermittler vermuten, der Täter sei eingelassen worden. DNA-Spuren von vier Männern fanden sich – drei wurden ausgeschlossen.
Familie als Nebenkläger
Die drei Kinder des Professors, damals 13, 15 und 17 Jahre alt, treten im Prozess als Nebenkläger auf. Ein Kollege hatte die in Decken gehüllte Leiche gefunden, nachdem der Professor tagelang verschwunden war. Der Angeklagte schweigt bislang zu den Vorwürfen. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft.
Unsere Quellen:
- Landgericht Düsseldorf
- Polizei Düsseldorf
- Erklärung der Staatsanwaltschaft vom 11.04.1984
Sendung: WDR.de, Cold Case Hilden: Prozessstart nach 42 Jahren, 24.02.2026, 06:00 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Düsseldorf, 24.02.2026, 19:30 Uhr