Eine Collage mit drei besonderen Ampelfiguren: Ein Esel, eine Lieferfrau und ein gleichgeschlechtliches Pärchen

Besondere Ampelfiguren in NRW

Von Esel bis Bergmann: Diese Ampelmännchen in NRW sind echte Hingucker

Stand:

Was haben ein Esel, ein Römer und Beethoven gemeinsam? Richtig: Sie sind alle außergewöhnliche Ampelmotive in NRW. Diese zehn Ampelmännchen erzählen eine besondere Geschichte.

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Lieferfrauen-Ampel in Solingen

Zu Zeiten, als noch keine Autos und Ampeln das Stadtbild prägten, war in Solingen eine ganz besondere Gruppe von Frauen unterwegs: die Lieferfrauen. Um 1900 trugen die Ehefrauen oder Töchter der Schleifer große Körbe voller Stahlwaren wie Scheren- und Messerklingen von den Werkstätten bis zu den Stahlwarenfirmen. Acht Kilometer lange Touren über zwei Stunden mit Lasten von bis zu 15 Kilo auf dem Kopf waren keine Seltenheit. Um ihre harte Arbeit zu würdigen, wurde 2019 an der Grünewalderstraße eine Ampel installiert, die eine Lieferfrau zeigt.

Einblicke in die Ampeleinweihung und die Geschichte der Lieferfrauen

01:07 Min. Verfügbar bis 07.11.2027

"Zusätzlich noch den Haushalt am Laufen zu halten, den Mann zu unterstützen, die Kinder großzuziehen - die haben ja alles erledigt, im Grunde genommen", sagte der damalige Solinger Pressesprecher Lutz Peters bei der Einweihung der Ampel. "Ohne seine Frau wäre der Schleifer wohl nichts gewesen." Auch ein Wanderweg und eine Statue erinnern in Solingen an die Lieferfrauen.

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Schützenampel in Neuss

Schützenwesen und Neuss - das gehört zusammen wie Blaskapelle und Königsparade. Immer Ende August verwandelt sich die Stadt deshalb in eine riesige Festmeile. Das Neusser Schützenfest gilt als das weltweit größte seiner Art. Laut der Stadt kommen jedes Jahr eine Million Besucher.

Fast 8000 Schützen in Uniformen und Musiker ziehen beim Schützenfest durch die geschmückten Straßen. Dazu gibt es unzählige weitere Programmpunkte, Fahrgeschäfte, Spielbuden und Essensstände. Kein Wunder also, dass in Neuss Schützen nicht nur auf den Straßen marschieren, sondern bei Grün auch auf Ampeln. Leuchten diese rot, bleiben auch die Schützen stehen. Die Ampelmännchen gibt es auch in Mönchengladbach und Korschenbroich.

Ein rotes Ampelmännchen an einer Ampel hält ein Gewehr und trägt einen Schützenhut.

Die Schützenampel in Neuss

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Beethoven-Ampel in Bonn

Streng, fast grimmig. So schaut Ludwig van Beethoven in Bonn von einer Fußgängerampel auf die Passanten herab. Ganz so, wie man ihn von Porträts kennt. Man könnte es sich fast zweimal überlegen, ob man wirklich losgehen darf, doch tatsächlich gibt Beethoven grünes Licht. 1770 wurde das Musikgenie in Bonn geboren und zählt bis heute zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Stadt. Kein Wunder also, dass sein Gesicht inzwischen auch eine Ampel ziert.

Wie Ludwig van Beethoven noch immer die Stadt Bonn prägt

Fotogalerie

Ein abstraktes Portrait von Beethoven auf einer grünen Ampel.

Am 17. Dezember 2016, auf den Tag 246 Jahre nach Beethovens Taufe, wurde eine Ampel mit dem Konterfei Beethovens für den Verkehr freigegeben.

Ein schmales Haus mit rosa Fassade und hölzernen Fensterläden.

Am 17. Dezember 1770 kam Ludwig van Beethoven in diesem Haus in der Bonngasse zur Welt. Heute ist hier ein Museum.

Fußgängerzone in Bonn. An Fahnenstangen hängen fahnen mit der Aufschrift Beethovenfest Bonn.

Seit 1945 richtet die Stadt Bonn jährlich im September das Beethovenfest zu Beethovens Geburtstag aus. Einen Monat lang treten hier Künstler aus aller Welt auf.

Postamt am Bonner Münsterplatz. Mittig eine Statue von Beethoven.

Der Bildhauer Ernst Hähnel entwarf das Beethoven-Denkmal am Bonner Münsterplatz. Die Statue wurde 1945 anlässlich des ersten Beethovenfestes enthüllt und ist ein beliebtes Fotomotiv der Stadt.

Die Beethovenhalle in Bonn von der anderen Rheinseite aus.

Die Beethovenhalle wurde anlässlich der Enthüllung des Beethoven-Denkmals entworfen. Aktuell finden keine Veranstaltungen in der Halle statt, da sie seit 2016 umfassend saniert wird.

Eine Beethoven Statue aus Beton vor dem Beethovenhaus in Bonn.

1986 entwarf und konstruierte der Düsseldorfer Kunstprofessor Klaus Kammerichs die Skulptur mit dem Namen "Beethon". Der aus Beton geformte Beethoven-Kopf steht vor der Beethovenhalle.

Ein Graffiti von Beethoven am Eingang einer Straßenunterführung.

Eugen Schramm schuf das Beethoven-Graffito an der Brüdergasse. Die Organisation "Bürger für Beethoven" setzt sich dafür ein, Beethovens Erbe in der Stadt Bonn zu erhalten.

Am 17. Dezember 2016, auf den Tag 246 Jahre nach Beethovens Taufe, wurde eine Ampel mit dem Konterfei Beethovens für den Verkehr freigegeben.

Am 17. Dezember 1770 kam Ludwig van Beethoven in diesem Haus in der Bonngasse zur Welt. Heute ist hier ein Museum.

Seit 1945 richtet die Stadt Bonn jährlich im September das Beethovenfest zu Beethovens Geburtstag aus. Einen Monat lang treten hier Künstler aus aller Welt auf.

Der Bildhauer Ernst Hähnel entwarf das Beethoven-Denkmal am Bonner Münsterplatz. Die Statue wurde 1945 anlässlich des ersten Beethovenfestes enthüllt und ist ein beliebtes Fotomotiv der Stadt.

Die Beethovenhalle wurde anlässlich der Enthüllung des Beethoven-Denkmals entworfen. Aktuell finden keine Veranstaltungen in der Halle statt, da sie seit 2016 umfassend saniert wird.

1986 entwarf und konstruierte der Düsseldorfer Kunstprofessor Klaus Kammerichs die Skulptur mit dem Namen "Beethon". Der aus Beton geformte Beethoven-Kopf steht vor der Beethovenhalle.

Eugen Schramm schuf das Beethoven-Graffito an der Brüdergasse. Die Organisation "Bürger für Beethoven" setzt sich dafür ein, Beethovens Erbe in der Stadt Bonn zu erhalten.

1792 zog Beethoven nach Wien, wo er als Komponist weltberühmt wurde. Er litt an Schwerhörigkeit, die sich innerhalb weniger Jahre zu einer vollständigen Taubheit entwickelte - und Beethoven in eine Lebenskrise stieß. Trotzdem komponierte er weiter. Sein Geburtshaus in Bonn gehört zu den meistbesuchten Musikergedenkstätten weltweit. Weitere Genies, Vordenker und Nobelpreisträger aus NRW findest du hier.

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Friedrich-Engels-Ampel in Wuppertal

Dass er einmal Fußgänger über die Straße lotsen würde, hätte sich der Philosoph, Unternehmer und Kommunist Friedrich Engels wohl kaum träumen lassen. Als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts und der berühmteste "Sohn" Wuppertals prägt er das Stadtbild bis heute. Über welches Denkmal er sich wohl am meisten gefreut hätte: die übergroße Bronzestatue im Engelsgarten oder sein eigenes Ampelmännchen ein paar Meter davon entfernt?

Die Engels-Ampel: Von der Skizze bis zur Installation im Jahr 2021

00:33 Min. Verfügbar bis 07.11.2027

Der Fußgängerüberweg mit der Engels-Ampel führt passenderweise zum Engels-Haus, dem ehemaligen Wohnhaus seiner Familie und heutigen Museum.

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Queere Ampelfiguren in Münster, Bielefeld oder Köln

Unsere Stadt ist bunt und vielfältig - dieses Signal wollen unter anderem Münster, Bielefeld und Köln senden. Und zwar wortwörtlich. Denn dort zeigen Ampeln gleichgeschlechtliche Paare. Die Idee dazu stammt aus Wien. 2015 wurden die Motive anlässlich des Eurovision Song Contests in der Stadt eingeführt. Seitdem haben sie ihren Weg in zahlreiche Großstädte gefunden.

Zwei Ampeln zeigen gleichgeschlechtliche Paare, die Händchen halten. Das Paar, das grün leuchtet, läuft. Das rot leuchtende Paar steht.

Zeichen für Toleranz: Gleichgeschlechtliche Paare als Ampelmotive

In Wien wurde sogar untersucht, welche Wirkung die Ampelpärchen auf Fußgänger haben. Das Ergebnis: Bei ihnen liefen rund 18 Prozent weniger Menschen bei Rot über die Straße. Das lag den Wissenschaftlern zufolge allerdings nicht an den Symbolen selbst. Vielmehr ist die Leuchtfläche bei den Pärchen-Ampeln etwa 40 Prozent größer als beim herkömmlichen Motiv. Dadurch wurden die Signale der Ampel stärker wahrgenommen und berücksichtigt.

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Hermann-und-Thusnelda-Ampel in Detmold

Im Jahr 9 n. Chr. führte der Cheruskerfürst Arminius, heute besser bekannt als "Hermann", die Germanen siegreich in die Varusschlacht gegen die Römer im Teutoburger Wald. Heute wacht er nicht nur mit erhobenem Schwert von seinem Denkmal in Detmold über Lippe, sondern auch darüber, dass auf den Straßen in der Stadt alles geordnet zugeht. Seit 2020 leuchtet Hermann in Rot an zwei Ampeln im Stadtteil Hiddesen.

Statt des klassischen Ampelmännchens leuchtet auf einer Ampel eine Hermannsfigur mit erhobenem Schwert und Flügelhelm.

Vom Heerführer zum Verkehrshelfer: Hermann regelt in Detmold den Verkehr

Bei Grün gibt Hermanns Gemahlin Thusnelda den Weg frei. Die Idee für die besonderen Ampelmännchen stammte von einem Bürger. Der Heimatverein Hiddesen beauftragte daraufhin einen Detmolder Comiczeichner mit der Gestaltung. Anlässlich des 150. Jubiläums des Hermannsdenkmals gibt es seit diesem Jahr auch einige "Hermann und Thusnelda"-Ampeln in der Innenstadt. Hier findest du Tipps für einen Ausflug zum Hermannsdenkmal und weiteren besonderen Orten in OWL.

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Römerampel in Bergkamen

Die römische Vergangenheit ist auch ein wichtiger Teil der Geschichte Bergkamens. Einst befand sich hier das größte Römerlager nördlich der Alpen. Im Jahr 11 v. Chr. errichteten die Legionen im Stadtteil Oberaden eine gewaltige Militärstadt. Sie diente als Ausgangspunkt für Eroberungszüge. Zur Erinnerung an diese besondere Zeit leuchten in Bergkamen heute Ampeln mit Römer-Motiv.

Zwei rote Fußgängerampeln mit Römer-Ampelmännchen, die Helm, Schild und Speer tragen.

Die Römerampel in Bergkamen

Als 2019 an der Jahnstraße die erste Anlage in Betrieb genommen wurde, erklärte die Stadt stolz, es handele sich um die erste Fußgängerampel Deutschlands mit römischen Ampelmännchen. Zur Einweihung marschierte sogar ein verkleideter Legionär über die Straße. Bergkamen scheint etwas für besondere Ampelmännchen übrig zu haben. In der Stadt finden sich auch DDR-Männchen und Bergmänner auf Ampeln.

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Bergmannsampel in Duisburg, Ahlen oder Siegen

Der Bergbau hat NRW über Generationen geprägt. Viele Städte erinnern heute mit sogenannten Kumpelampeln an diese Zeit. Darunter Duisburg, Gelsenkirchen, Kamp-Lintfort und Ahlen. Bei mancher Einweihung durfte das traditionelle "Steigerlied" nicht fehlen. Die erste Bergmannsampel wurde 2018 in Duisburg installiert. Ausgedacht hat sich das Motiv die Duisburgerin Kathrin Hänig.

Warum die Kumpelampel mehr ist als ein Lichtsignal

00:16 Min. Verfügbar bis 07.11.2027

Der Steinkohlebergbau hat insbesondere das Ruhrgebiet wirtschaftlich, kulturell und gesellschaftlich geformt. 2018 hieß es endgültig "Schicht im Schacht". "Deswegen erinnern jetzt die Bergmannsampeln an diese stolze Vergangenheit", sagte Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link bei der Einweihung der ersten Bergmannsampel im selben Jahr. Während viele Städte das Motiv aus Duisburg übernommen haben, hat die Stadt Siegen eigene Bergmannsampeln entwerfen lassen.

Eine grüne Ampel zeigt einen laufenden Bergmann mit Schlägel und Eisen über der Schulter.

In Siegen heißt es: Gehen mit "Henner", Stehen mit "Frieder"

"Henner" steht für einen Bergmann des Siegerländer Erzbergbaus - er leuchtet in Siegen grün. Rot leuchtet "Frieder", ein Hüttenmann, der die Erze nach der Förderung weiterverarbeitete, um Metalle zu gewinnen. Bekannt wurden die beiden Figuren zunächst als große Bronzestatuen in Siegen, bevor sie schließlich auch zu Ampelmotiven wurden.

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Eselsampel in Wesel

Der Spruch "Wie heißt der Bürgermeister von Wesel? Esel!" ist deutschlandweit bekannt. Weseler bekommen ihn wohl vor allem dann zu hören, wenn sie Fremden ihren Herkunftsort verraten. Die Stadt nimmt es mit Humor: Schon seit einigen Jahrzehnten nutzt sie das Tier als Maskottchen und Werbeträger. Es gibt nicht nur Hunderte Esel-Skulpturen in der Stadt, sondern auch ein passendes Ampelmännchen, genauer gesagt Ampeltierchen.

An einer Ampel leuchtet das grüne Lichtzeichen in Form eines Esels.

Die Eselampel in Wesel

Um rechtliche Probleme zu vermeiden, ließ die Stadt den Esel zusätzlich zum klassischen grünen Männchen installieren. Die Eselampel ist ein beliebtes Fotomotiv in der Stadt. Weitere außergewöhnliche Fotospots in NRW findest du hier.

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Hendrik-Busmann-Ampel in Kevelaer

Im 17. Jahrhundert hörte der Kaufmann Hendrik Busmann auf einer Reise von Geldern nach Kevelaer eine geheimnisvolle Stimme. Der Überlieferung nach war es die Gottesmutter Maria, die Busmann mit dem Bau einer Kapelle beauftragte. Obwohl er arm war, folgte der Kaufmann der Stimme. Busmanns Frau Mechel sorgte dafür, dass in der Kapelle ein Marienbild aufgehängt wurde. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich um dieses Bild und Busmanns Geschichte der Wallfahrtsort Kevelaer. Inzwischen erinnert dort auch eine Ampel an den Mann, mit dem alles begann.

Eine grüne Ampel mit einem Pilger mit Stock und Rucksack als Ampelmännchen.

Die Busmann-Ampel in Kevelaer

Kevelaer ist heute einer der bedeutendsten Marienwallfahrtsorte Deutschlands. Seit 1642 sind nach Angaben der Stadt Millionen von Gläubigen dorthin gepilgert.

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