Zwei Wanderer steigen mit einem Hund einen Hügel auf der "Eifelspur Toskana" hinauf

Hügelige Landschaft: Die Eifelspur Toskana

Einmalige Natur in NRW: 6 besondere Wanderungen in der Nähe

Stand:

Ob durch den einzigen Nationalpark, das größte Moorgebiet oder vorbei am höchsten Wasserfall - diese Wanderungen zeigen, welche Naturrekorde NRW zu bieten hat.

Von Stefan Weisemann (Text) und Olaf Tack (Multimedia)
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Mediterranes Feeling: die "Toskana der Eifel"

Grüne und blühende Wiesen, sanfte Hügel, überall wachsen knorrige Wacholderbüsche. Das ist die Toskana. Allerdings nicht nur mitten in Italien, sondern auch mitten in der Eifel. Das Gebiet südlich von Blankenheim wird auch "Toskana der Eifel" genannt.

Das Gebiet gilt als das größte zusammenhängende Wacholdergebiet in NRW. Hindurch führt die "Eifelspur Toskana", ein knapp 16 Kilometer langer Wanderweg. Er verläuft durch das Lampertstal und hinauf auf den Kalvarienberg. Top-Eifel-Aussicht mit 360-Grad-Panorama inklusive.

Der Kalvarienberg auf dem Wanderweg "Eifelspur Toskana" von oben

00:13 Min. Verfügbar bis 24.09.2027

Entlang des Wanderweges laden immer wieder Bänke oder Liegen zum Verschnaufen und Genießen ein. Die mediterrane Landschaft ist nicht nur ein Paradies für Wanderer, sondern auch der Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere. Und ein kleiner Italien-Urlaub direkt vor der Haustür.

"Eifelspur Toskana": Infos zur Wanderung

Anreise mit dem Auto: Wanderparkplatz an der Tränkgasse, 53945 Blankenheim
Anreise mit dem ÖPNV: RB22 bis Bahnhof Blankenheim (Wald), von dort mit dem Anruf-Sammeltaxi (AST) zur Haltestelle Ripsdorf Kirche
Strecke: Rundweg "Toskana der Eifel", 15,8 Kilometer, etwa 4,5 Stunden
Schwierigkeitsgrad: mittel

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Vulkan am Horizont: der Desenberg

Der Desenberg bei Daseburg im Kreis Höxter ist ein ganz besonderes Stück Naturgeschichte. Er gilt als der einzige echte Vulkanberg Westfalens, denn der markante Kegel ist der Überrest eines ehemaligen Vulkanschlotes. Vor Millionen von Jahren ist hier Magma aus dem Erdinneren aufgestiegen. Es ist allerdings nie an die Oberfläche gekommen, sondern schon unter der Erde erstarrt.

Einen Vulkanausbruch gab es in Daseburg also nie. Im Laufe der Zeit haben Erosion und Verwitterung die Materialien drumherum abgetragen. Was blieb, war das erkaltete Magma, auch Basaltgestein genannt. So wurde der Basaltkegel, der Desenberg, sichtbar.

So schön ist es am Desenberg

Fotogalerie

Wanderführerin Maria Theresia Herbold steht mit einer Gruppe von Wanderern vor der Burgruine des Desenbergs.

Regelmäßig besteigen Wandergruppen den markanten Basaltkegel.

Auf dem Desenberg stehen der Turm und Mauern einer alten Burg, im Hintergrund Felder und Windräder

Der Desenberg mit seiner Burgruine.

Ländliche Landschaft mit einem Getreidefeld im Vordergrund, einer Baumreihe in der Mitte und sanften Hügeln im Hintergrund.

Der weite Blick über die sanft geschwungene Landschaft der Warburger Börde.

Ein Picknick mit Brot, Käse, Würsten liegt auf einer Steinfläche vor einer weiten, hügeligen Landschaft mit Feldern.

Der Gipfel des Desenbergs ist der perfekte Ort für eine Verschnaufpause - inklusive reichlicher Stärkung.

Regelmäßig besteigen Wandergruppen den markanten Basaltkegel.

Der Desenberg mit seiner Burgruine.

Der weite Blick über die sanft geschwungene Landschaft der Warburger Börde.

Der Gipfel des Desenbergs ist der perfekte Ort für eine Verschnaufpause - inklusive reichlicher Stärkung.

Wer den gut 150 Meter hohen, kegelförmigen Berg hinaufsteigt, wird oben mit einem atemberaubenden Rundumblick über die Warburger Börde belohnt. Bei klarer Sicht sieht man bis ins Lipperland. Am frühen Morgen oder in den Abendstunden ist die Atmosphäre besonders schön. Das gefällt auch dem Schwalbenschwanz. Am Desenberg leben auffällig viele Exemplare dieses großen Schmetterlings.

Das erwartet Ausflügler am Desenberg

00:18 Min. Verfügbar bis 31.08.2027

Desenberg: Infos zur Wanderung

Anreise mit dem Auto: Parkplatz "Burg Desenberg", Am Desenberg 1, 34414 Warburg
Anreise mit dem ÖPNV: RE11, 17 oder 57 bis Bahnhof Warburg, von dort mit dem Bus R34 bis Daseburg-Rothehaus
Strecke: Aufstieg zum Gipfel mit rund 150 Höhenmetern, etwa 1 bis 1,5 Kilometer lang, je nach Route, etwa 30 bis 45 Minuten
Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel, schmaler und stellenweise steiler Pfad, nicht für Kinderwagen geeignet, festes Schuhwerk tragen
Tipp: ein Picknick auf dem Gipfel mit Rundumblick

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Geheimnisvoll und voller Leben: das Große Torfmoor bei Lübbecke

Wenn früh morgens Nebelschwaden über das Große Torfmoor im Kreis Minden-Lübbecke ziehen, entfaltet sich eine fast mystische Stimmung. Hier kann man die Natur in ihrer ursprünglichen Form erleben. Munter hüpfen Moorfrösche vorbei, Libellen schweben in allen Farben und Formen durch die Luft und wer aufmerksam ist, kann sogar einige Kibitze entdecken. Es ist ein Paradies für Fotografen, Naturliebhaber und Wanderer.

So schön ist das Große Torfmoor

Fotogalerie

Blick auf das Große Torfmoor

Das Große Torfmoor gehört zum größten zusammenhängenden Moorgebiet in Nordrhein-Westfalen.

Blick auf das Große Torfmoor mit Wasser und vielen Gräsern

Die Landschaft im Kreis Minden-Lübbecke ist abwechslungsreich.

Sophie Brinkhoff in der Hocke, sie zeigt Kindern einen kleiner Frosch, der auf ihrer Hand sitzt.

Wanderführerin Sophie Brinkhoff zeigt Kindern, welche Tiere sie im Großen Torfmoor entdecken können.

Ein winzig kleiner Frosch sitzt auf einer Hand.

Diesen kleinen Kerl können Besucher hier bewundern.

Kinder gehen durch den Matschboden im Großen Torfmoor

Im Großen Torfmoor kann es auch mal matschig werden.

Das Große Torfmoor gehört zum größten zusammenhängenden Moorgebiet in Nordrhein-Westfalen.

Die Landschaft im Kreis Minden-Lübbecke ist abwechslungsreich.

Wanderführerin Sophie Brinkhoff zeigt Kindern, welche Tiere sie im Großen Torfmoor entdecken können.

Diesen kleinen Kerl können Besucher hier bewundern.

Im Großen Torfmoor kann es auch mal matschig werden.

Das rund 515 Hektar große Naturschutzgebiet ist zusammen mit dem angrenzenden Naturschutzgebiet Bastauwiesen das größte zusammenhängende Moorgebiet in NRW, sagt die Biologische Station Minden-Lübbecke. Es bietet seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten einen Rückzugsort.

Durch das Moor geht es auf gut ausgebauten Wanderwegen und Holzbohlenstegen, immer wieder gibt es Beobachtungsplattformen. Wer tiefer eintauchen möchte, kann das an der Matschbahn. Hier spürt man das Moor mit all seinen Sinnen. Es gibt auch geführte Exkursionen.

Großes Torfmoor: Infos zur Wanderung

Anreise mit dem Auto: Parkplatz am Moorhus/NABU-Informationszentrum, Frotheimer Straße 57a, 32312 Lübbecke
Anreise mit dem ÖPNV: Von Minden und Lübbecke die Linie 512 oder 513 bis Eilhausen an der Wassermühle, von dort auf die Eichholzer Straße nach Norden bis zum Besucherzentrum "Moorhus"
Strecke: Rundwanderung auf dem Moorerlebnispfad, 2 bis 7 Kilometer, je nach Route etwa 1,5 bis 2,5 Stunden
Schwierigkeitsgrad: leicht, ebene Wege und Holzstege, auch für Kinderwagen und Rollstühle geeignet

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Riesiger Wasserfall: die Plästerlegge

Man muss ganz leise sein, um ihn zu hören. Erst nimmt man nur das aufgeregte Zwitschern der Vögel wahr, aber dann hört man ein leichtes Plätschern. Irgendwo da oben an der steil aufragenden Wand, zwischen den Felsen und dichten, grünen Bäumen. Das ist die Plästerlegge, mit etwa 20 Metern Höhe der höchste natürliche Wasserfall in NRW.

Im Sommer oft nur ein leichtes Plätschern: der Wasserfall Plästerlegge

00:22 Min. Verfügbar bis 08.07.2027

Im Winter und Frühjahr rauscht hier viel Wasser herunter, im Sommer eher weniger. Egal ob viel Wasser oder wenig. Die Wanderung zur Plästerlegge, der Name ist Sauerländer Platt für "plätschernde Felswand", ist ein Erlebnis.

Es geht durch das Rothaargebirge, mit dichten Wäldern und vorbei an Bächen, Wurzeln und moosigen Steinen. Für Kinder ein spannendes Abenteuer und für die Erwachsenen ein Ort zum Durchatmen und Abschalten.

Plästerlegge: Infos zur Wanderung

Anreise mit dem Auto: Wanderparkplatz Valmetal, Valme 4, in 59909 Bestwig
Anreise mit dem ÖPNV: RE17 bis Bahnhof Bestwig, von dort mit dem Bus R72 bis Wasserfall, Schule
Strecke: Rundweg zum Wasserfall, knapp 16 Kilometer lang, etwa 5 Stunden
Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel, Waldweg, nicht für Kinderwagen geeignet
Tipp: Im Winter und Frühjahr führt der Wasserfall am meisten Wasser

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Wildnis pur: der Nationalpark Eifel

Ein bisschen rauscht das Wasser, ab und zu zwitschert mal ein Vogel. Und sonst nichts. Es ist still auf der Victor-Neels-Brücke. So still, dass man sich nur auf den wunderschönen Blick von hier oben konzentrieren kann. Er schweift über den Urftsee, Hänge mit dichten Bäumen, glatte Felswände und einen Graureiher im Wasser.

Wackelige Angelegenheit, aber wunderschöner Ausblick: die Victor-Neels-Brücke

00:23 Min. Verfügbar bis 15.08.2027

Unter den Füßen wackelt und vibriert es dabei immer etwas. Denn die Victor-Neels-Brücke ist eine Hängebrücke. Mehr als 120 Meter lang führt sie über den Urftsee. Allein für diese Brücke lohnt sich schon ein Ausflug mit Wanderung in den Nationalpark Eifel. Und es gibt hier noch so viel mehr zu sehen.

So schön ist der Nationalpark Eifel

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Ranger Ralf Hilgers blickt vom Aussichtspunkt "Hirschley" auf den Rursee

Eifel-Ranger Ralf Hilgers genießt die Aussicht vom Eifel-Blick "Hirschley" auf den Rursee.

Eifel-Ranger Ralf Hilgers lehnt mit braunem Hut und brauner Jacke an einem Baum im Nationalpark Eifel

Mit viel Spaß und Fachwissen führt er Besucher durch den Nationalpark Eifel.

Dicht stehende Bäume in einem Wald im Nationalpark Eifel

Der Park soll zum Urwald werden, die Natur darf hier machen, was sie will.

Ausblick im Nationalpark Eifel auf einen bewaldeten Hügel mit der Burg Vogelsang und dem Urftsee

Blick auf den Rursee und die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang.

Eifel-Ranger Ralf Hilgers genießt die Aussicht vom Eifel-Blick "Hirschley" auf den Rursee.

Mit viel Spaß und Fachwissen führt er Besucher durch den Nationalpark Eifel.

Der Park soll zum Urwald werden, die Natur darf hier machen, was sie will.

Blick auf den Rursee und die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang.

Rund 11.400 verschiedene Arten leben im einzigen Nationalpark in NRW. Vom Aal bis zur Zypressen-Wolfsmilch, einer Pflanze. Wanderer können durch Buchenwälder und wilde Narzissenwiesen streifen. Dazu gibt es immer wieder tolle Aussichtspunkte, zum Beispiel auch vom Eifel-Blick "Hirschley" über den Rursee. Wer die Natur mag, wird den Nationalpark Eifel lieben.

Nationalpark Eifel: Infos zu den Wanderungen

Anreise mit dem Auto: Von Köln oder Aachen aus über die A1 oder die A4, gute Ausgangspunkte für Wanderungen sind Gemünd, Heimbach oder Rurberg
Anreise mit dem ÖPNV: Unter anderem der Nationalpark-Shuttle (SB82) verbindet die umliegenden Orte mit den Wanderwegen und Infozentren
Strecke: Für Familien eignet sich das Wandergebiet "Wilder Kermeter", anspruchsvoller ist es auf den Etappen des Eifelsteigs
Schwierigkeitsgrad: einfach mit gut ausgebauten Wegen im Gebiet "Wilder Kermeter", der Eifelsteig ist mittel bis schwer

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Buntes Naturschauspiel: die Niedersfelder Hochheide

Violett, soweit das Auge reicht. Im Spätsommer steht die Heideblüte in voller Pracht und zieht sich wie ein riesiger Teppich über das Naturschutzgebiet "Neuer Hagen". Oder die Niedersfelder Hochheide, wie das Gebiet in Winterberg auch genannt wird. Wanderer und Naturliebhaber zücken dann gerne Fotokamera oder Handy, um dieses beeindruckende Schauspiel festzuhalten.

Doch auch im Rest des Jahres ist die größte Berghochheide NRWs einen Besuch wert. Friedlich grasende Schafe verhindern, dass hier zu viele Büsche wachsen. Das erhält die einzigartige Natur auf der Hochheide, gelegen auf rund 800 Metern Höhe, zwischen dem Clemensberg und dem Langenberg.

So schön ist die Niedersfelder Hochheide

Fotogalerie

Eine Heidenlandschaft mit verschiedenen Bäumen.

Die Niedersfelder Hochheide ist die größte Berghochheide NRWs. Rund 74 Hektar bieten verschiedenen Pflanzen- und Tierarten ein Zuhause.

Eine Herde von Schafen auf einer Heidefläche

Die Beweidung durch die Schafe dient dem Naturschutz: Sie verhindert die Verbuschung und erhält das offene Landschaftsbild der Hochheide.

Eine Rötlich-rosa farbene Besenheide. Das ist eine sehr seltene Pflanze.

Die Besenheide ist eine der vielen seltenen Pflanzen, die auf der Hochheide wachsen.

Schäfer Peter Kuhlmann steht mit seinem Hund auf der Hochheide. Im Hintergrund sind seine Schafe.

Schäfer Peter Kuhlmann führt seine Schafsherde über die Heideflächen.

Die Niedersfelder Hochheide ist die größte Berghochheide NRWs. Rund 74 Hektar bieten verschiedenen Pflanzen- und Tierarten ein Zuhause.

Die Beweidung durch die Schafe dient dem Naturschutz: Sie verhindert die Verbuschung und erhält das offene Landschaftsbild der Hochheide.

Die Besenheide ist eine der vielen seltenen Pflanzen, die auf der Hochheide wachsen.

Schäfer Peter Kuhlmann führt seine Schafsherde über die Heideflächen.

Hier wachsen seltene Pflanzen wie Besenheide, Berg-Ginster oder Wollgräser, darüber fliegen seltene Vogelarten. Der Clemensberg belohnt Wanderer mit einem weiten Blick über die Heide.

Niedersfelder Hochheide: Infos zur Wanderung

Anreise mit dem Auto: Parkplätze an der Hochheidehütte, Auf der Knippe 100, 59955 Winterberg-Niedersfeld
Anreise mit dem ÖPNV: RE57 nach Winterberg Bahnhof, von dort mit den Bussen S40 oder 452 nach Winterberg-Niedersfeld, dann eine Stunde Aufstieg zur Hochheidehütte
Strecke: Rundweg durch die Hochheide, rund 5 Kilometer lang, etwa 1,5 bis 2 Stunden
Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel, befestigte Wege
Tipp: Zwischen Ende Juli und Anfang September blüht die Heide

Über dieses Thema haben wir am 12.07.2025, am 19.07.2025, am 26.07.2025, am 02.08.2025 und am 09.08.2025 im WDR Fernsehen berichtet: Lokalzeit am Samstag, 19.30 Uhr.

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