Auch in NRW erzählt man sich viele Spukgeschichten
Spukgeschichten aus NRW: 7 Grusel-Legenden aus unserer Region
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Plötzlich wird es kalt. Irgendwo fällt eine Tür zu. Was war das für ein Geräusch? Und war es hier eben schon so dunkel? Wir Menschen lieben es, uns zu gruseln. Diese sieben Gruselgeschichten aus NRW lassen einem sicher das Blut in den Adern gefrieren.
- Die Sage vom grausamen Zwergenkönig
- Rentmeister Schenkewald: Der Geist von Schloss Nordkirchen
- Verdammt bis in alle Ewigkeit: Der Kipphäuser von Refrath
- Die Wut der Schlaghexe von Süchteln
- Haus Fühlingen: Kölns bekannteste Grusel-Villa
- Verlorene Kinderseelen in Rheinberg
- Die weiße Frau von Schloss Bladenhorst
Die Sage vom grausamen Zwergenkönig
Verwitterte Steintürme, sattes Gras, die Ruhr nur einen Steinwurf entfernt: Die Burgruine Hardenstein in Witten liegt eigentlich viel zu idyllisch, um der grausamen Legende gerecht zu werden, die sich um sie rankt. Der Sage nach lebte beim damaligen Besitzer Neveling von Hardenberg ein Zwerg namens König Goldemar. Er warnte von Hardenberg vor Feinden, beriet ihn und verbrachte manch unterhaltsame Stunde bei Trank und Spiel mit dem Burgherrn. Doch Goldemar war unsichtbar - nur seine mageren und kalten Hände ließ er fühlen, wie das Stadtmarketing Witten zu berichten weiß. Und das war der Beginn allen Unheils.
Hans Dieter Radke über die gruseligen Legenden von Burg Hardenstein in Witten
00:58 Min.. Verfügbar bis 31.10.2027.
Von den Burgfreunden Hardenstein heißt es, einst habe ein Küchenjunge versucht, Goldemar sichtbar zu machen: Er streute Erbsen und Asche aus, um den Zwerg zu überlisten. Der Zorn des Zwergenkönigs traf ihn in voller Härte: Goldemar schlug den Küchenjungen in Stücke, röstete und kochte ihn und verschwand daraufhin unter schrecklichen Flüchen. Doch wie kann man bei einem unsichtbaren Geschöpf sicher sein, dass es wirklich verschwunden ist?
Rentmeister Schenkewald: Der Geist von Schloss Nordkirchen
Ein unbarmherziger Verwalter, der heulend durch die Gänge von Schloss Nordkirchen zieht: Im ganzen Münsterland kennt man die Geschichten rund um den Rentmeister Schenkewald. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts soll er auf Schloss Nordkirchen gelebt und Zins- und Pachteinnahmen der Bauern eingetrieben haben. Wer nicht auf den Tag genau zahlen konnte, wurde vom Hof gejagt. Die Quittung für seine Grausamkeit kam nach seinem Tod: Weil er wegen seiner Sünden keine Ruhe finden konnte, soll Schenkewalds Seele dazu verdammt worden sein, auf Schloss Nordkirchen herumzuspuken.
Hubert Kersting vom Heimatverein Nordkirchen über gruselige Erlebnisse auf Schloss Nordkirchen
00:22 Min.. Verfügbar bis 31.10.2027.
Der Legende zufolge wollten die geplagten Schlossbewohner den Geist aber unbedingt loswerden. Und sie wurden erhört: In einer stürmischen Nacht hielt eine prächtige Kutsche vor dem Schloss, gezogen von vier tiefschwarzen Pferden. Zwei Kapuzinermönche sollen den Geist des Schenkewalds gepackt und mit der Kutsche in das Waldgebiet Davert gefahren haben, wo er bis heute herumspukt. Vom Heimatverein Nordkirchen heißt es, dass das Hufgetrappel der Pferde noch heute auf Schloss Nordkirchen zu hören ist.
Verdammt bis in alle Ewigkeit: Der Kipphäuser von Refrath
Vor Geldgier warnt auch in Bergisch Gladbach eine düstere Legende: Dort geht den Erzählungen zufolge der Kipphäuser von Refrath um. Juan Manuel Fernando soll um 1400 herum in die Ritterfamilie von Schloss Kipphausen eingeheiratet und nach anfänglicher Großzügigkeit immer mehr sein wahres Gesicht gezeigt habebergggn. Geizig sei er gewesen, heißt es im "Sagenbuch des Preußischen Staates" von Johann Georg Theodor Grässe. Ein Tyrann, der seinen Untertanen unmögliche Arbeiten auferlegte und sie tagein, tagaus quälte. Eines Tages soll er jedoch von einer todkranken Frau mit einem Messer attackiert worden sein, nachdem er ihr das letzte Hab und Gut inklusive des Krankenbettes hatte nehmen wollen.
Doch der Kipphäuser starb nicht, sondern wurde wahnsinnig, schloss sich in sein Gemach ein und verbrannte eines Tages in einem Feuer, das in der Motte Kippekausen, einer mittelalterlichen Burg, ausgebrochen war. Sein Geist aber spukte weiter durch die Ruinen - mal gutgekleidet, mal als sonnenverbrannter Bettler, der die Wanderer im Wald heimsuchte.
Die ehemalige Motte Kippekausen
Als eines Tages ein Landmann auf dem Weg nach Köln seinen Weg kreuzte, flehte der Kipphäuser ihn an, einen Mönch in Köln für ihn zu fragen, ob er nicht endlich Frieden finden dürfe. Er müsse umgehen bis zum jüngsten Tage, lautete die Antwort. Da, so Grässe, "rollte sich die Figur des Kipphäusers zu einem Knäul zusammen und stob mit einem lauten Knalle in Staubwolken auseinander, wie wenn man Schießpulver angezündet habe."
Die Wut der Schlaghexe von Süchteln
Auf Liebespaare soll sie es abgesehen haben - die Süchtelner Schlaghexe. Nur warum, das ist unbekannt. Das macht es vielleicht sogar noch unheimlicher, denn offenbar läuft jeder Gefahr, eine Ohrfeige zu bekommen, wenn er nur nachts mit einem Partner an seiner Seite durch Süchteln spaziert. Besonders gefährlich soll die Umgebung des evangelischen Friedhofs an der Merianstraße sein, sagt Uwe Micha, der eine Internetseite zu den Sagen und Geschichten Süchtelns betreibt. Hat die Schlaghexe einmal ausgeholt, verschwindet sie genauso schnell, wie sie gekommen ist - oder verwandelt sich in eine schwarze Katze.
Haus Fühlingen: Kölns bekannteste Grusel-Villa
Halb zugewachsen steht das alte Herrenhaus hinter einem verfallenen Tor an der Neusser Landstraße in Köln. Hier soll der aus Polen verschleppte Edward Margol umherirren. Er lebte und arbeitete während des Zweiten Weltkriegs im Haus Fühlingen, das damals als Schlaflager für Zwangsarbeiter genutzt wurde. Der Pächter des Hauses warf Margol vor, ein Verhältnis mit seiner minderjährigen Tochter zu haben.
Wie Nachkriegsermittlungen und Interviews mit Zeitzeugen ergaben, die das NS-Dokumentationszentrum gesammelt hat, waren die Vorwürfe unberechtigt. Der damals 19-jährige Zwangsarbeiter zahlte trotzdem mit seinem Leben: Im Januar 1943 wurde er in der Nähe des Hauses öffentlich von der Gestapo erhängt.
Rundgang im Haus Fühlingen mit Anwohner Adalbert Fischer
01:01 Min.. Verfügbar bis 31.10.2027.
Auch zwei Selbstmorde im Haus Fühlingen sind dokumentiert: 2007 erhängte sich junger Mann aus Köln-Seeberg in den Ruinen des Hauses. Und bereits in der Silvesternacht des Jahres 1962 kam der damalige Besitzer des Herrenhauses im zweiten Stock zu Tode - ebenfalls durch Erhängen. Seine Frau war bis 1999 die letzte Bewohnerin der Villa, seitdem steht das Haus leer.
Verlorene Kinderseelen in Rheinberg
In Rheinberg am Niederrhein steht die Ruine des Ritterguts Wolfskuhlen - und auch um dieses Haus ranken sich mindestens so viele Geschichten wie Sträucher. Man erzählt sich, dass das Anwesen nach dem Zweiten Weltkrieg als Kinderheim genutzt wurde. Während die einen berichten, dass dort bei einem Brand Kinder ums Leben gekommen sind, ist in anderen Geschichten die Rede von Betreuern, die die Kinder zuerst getötet und anschließend im Garten vergraben haben sollen.
Außenaufnahme des ehemaligen Ritterguts Wolfskuhlen
Welcher Variante man auch Glauben schenken will, die Quintessenz ist immer die Gleiche: Noch heute seien die Schreie und das Klagen der Kinder zu hören. Merkwürdige Luftzüge, bei Vollmond auftauchende Kinderhandabdrücke im Sand und Gestalten, die vor dem Betreten des Geländes warnen, wurden überliefert.
Wer mit etwas Wohlwollen auf eine Landkarte blickt, sieht außerdem, dass die Überreste von Schloss Wolfskuhlen in einem negativen Pentagramm - und damit im Zentrum des Bösen - stehen. Es ist umgeben von fünf weiteren Schlössern, die jeweils die Spitzen des Pentagramms einnehmen: Schloss Cassel, Schloss Tervoort, Schloss Lauersfort, Schloss Ossenberg und Schloss Bloemersheim. Mehr Grusel geht nicht.
Die weiße Frau von Schloss Bladenhorst
Sie irrt bei Dunkelheit im Nachthemd durch die Gänge und wurde im zweiten Stock des Schlosstürmchens gesichtet: Die weiße Frau von Schloss Bladenhorst in Castrop-Rauxel. Zugegeben: Diese Legende ist auch schon aus anderen Burgen und Schlössern überliefert worden. In den meisten Erzählungen gilt die weiße Frau immerhin nicht als gefährlich, jedoch kündigt sie oft Unheil an.
Geisterjäger auf Schloss Bladenhorst
00:45 Min.. Verfügbar bis 31.10.2027.
Bladenhorsts Hausherr Bodo Möhrke glaubt zwar nicht an Geister wie die weiße Frau, hört sich die Geschichten rund um sein Heim aber trotzdem geduldig an und gibt auch Geisterjägern immer mal wieder die Gelegenheit, Nachforschungen anzustellen. Hier haben wir drei Frauen bei ihrer Jagd begleitet.