WhatsApp sagt Tschüss zur Handynummer: So lässt sich künftig die Privatsphäre schützen
02:25 Min.. Verfügbar bis 13.10.2027. Von Jörg Schieb, Jörg Schieb.
WhatsApp sagt Tschüss zur Handynummer: künftig mehr Privatsphäre
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Von nervigen Gruppen-Chats bis zu unerwünschten Kontakten: Bald lässt sich Whatsapp mit einem Benutzernamen statt der Telefonnummer nutzen. WDR-Digitalexperte Jörg Schieb erklärt, was das neue Feature bringt - und wann sich der Wunschname sichern lässt.
Die Situation kennt fast jeder: Plötzlich landet man in einer Whatsapp-Gruppe, ob im Klassen-Chat der Kinder, im Verein oder am Arbeitsplatz, und zack - alle 50 Mitglieder können die eigene Handynummer sehen. Oder jemand will auf kleinanzeigen.de schreiben, möchte aber nicht gleich die private Nummer rausgeben. Genau für solche Situationen hat Whatsapp jetzt eine Lösung parat: Benutzernamen.
Was bei Telegram, Signal oder Instagram längst Standard und selbstverständlich ist, kommt jetzt endlich auch zum Platzhirsch unter den Messengern. Statt die Telefonnummer weiterzugeben, lässt sich künftig ein selbst gewählter Nutzername teilen. Andere finden einen dann über diesen "Handle", der frei gewählt werden kann - ganz ohne dass sie die Nummer brauchen.
Der Ansturm auf die besten Namen beginnt
Der eigene Handle für WhatsApp lässt sich schon bald in den "Einstellungen" einrichten
Hier wird's nun spannend: Whatsapp startet gerade ein Reservierungssystem. In der aktuellen Android-Beta-Version (eine Testversion für alle, die sehen wollen, wie eine noch nicht veröffentlichte App aussieht) mit der Versionsnummer 2.25.28.12 können Nutzer bereits ihren Wunschnamen vorab sichern - noch bevor das Feature offiziell für alle verfügbar wird.
Klingt nach Vorteil für Beta-Tester, die schon jetzt Wunsch-Handles reservieren können, während alle anderen außen vor bleiben? Genau das will Whatsapp verhindern.
"Dieser Ansatz ermöglicht es, die Nachfrage effizient zu verwalten und verringert das Risiko, dass beliebte Benutzernamen von einer kleinen Gruppe von Beta-Nutzern beansprucht werden", erklärt das auf Whatsapp spezialisierte Portal WABetaInfo. Die vom Meta-Konzern geplante Reservierungsfunktion soll deshalb deutlich schneller und breiter ausgerollt werden als das eigentliche Nutzernamen-Feature.
Einen offiziellen Starttermin gibt es noch nicht. Insider gehen jedoch davon aus, dass die Reservierung in den kommenden Wochen verfügbar wird. Das vollständige Feature könnte dann Ende 2025 oder Anfang 2026 für alle freigeschaltet werden. Wer sich seinen Namen frühzeitig sichert, behält ihn automatisch, sobald die Funktion live geht.
Was geht, was geht nicht?
Bei der Namenswahl für den eigenen Whatsapp-Handle gelten ein paar Regeln. Der Benutzername muss aus 3 bis 30 Zeichen bestehen und darf nur Kleinbuchstaben (a-z), Zahlen (0-9), Punkte und Unterstriche enthalten. Reine Zahlenkombinationen sind nicht erlaubt, genauso wenig wie Namen, die mit "www." beginnen. Whatsapp will Verwechslungen mit Webseiten vermeiden.
Und natürlich wird jeder Nutzername nur einmal vergeben. Wer als Erster kommt, mahlt zuerst. Ähnlich wie bei Instagram beginnt das Handle mit einem "@" und ist weltweit einzigartig.
Die Rufnummer verschwindet nicht ganz
Ein wichtiger Punkt: Auch mit Benutzername braucht man weiterhin eine Handynummer, um Whatsapp zu nutzen. Eine Ausnahme ist die Whatsapp Business-Version: Hierbei kann man sich statt mit der Handynummer mit einer Festnetznummer registrieren, um den Messenger zu nutzen. Trotzdem bleibt eine Telefonnummer die Grundlage für den Account - man kann künftig aber immerhin entscheiden, ob man sie anderen zeigen will oder nicht. Bestehende Kontakte behalten die Nummer natürlich weiterhin.
Praktisch für den Alltagsgebrauch: In Gruppen-Chats wird künftig aber nur noch der Benutzername angezeigt, wenn einen jemand hinzufügt, der einen nicht gespeichert hat. Schluss also mit dem Nummern-Massenexport bei jeder neuen Whatsapp-Gruppe.
PIN schützt vor Spam
Die Whatsapp-Macher haben noch eine weitere Sicherheitsebene eingezogen, die vor ungewolltem Kontakt und Spam schützen soll. Damit nicht jeder, der den Benutzernamen errät, sofort Nachrichten schicken kann, plant Whatsapp eine zusätzliche Sicherheitsebene: eine optionale PIN. Man kann eine mindestens vierstellige Nummer festlegen, die andere eingeben müssen, bevor sie einem zum ersten Mal schreiben können.
Wer also neu chatten will, braucht dann beides: den Benutzernamen und die zugehörige PIN (die aber nur einmal). Die Funktion greift allerdings nur bei neuen Kontakten. Bestehende Chats laufen wie gewohnt weiter - auch Personen aus der Kontaktliste müssen die PIN nicht eingeben.
Sollte man die PIN jemals an die falsche Person weitergegeben haben und unerwünschte Nachrichten erhalten, lässt sie sich jederzeit ändern. Die PIN-Vergabe ist übrigens komplett optional - wer lieber auf diese zusätzliche Sicherheit verzichten möchte, kann das tun.
So lässt sich der Benutzername einrichten
Sobald die Reservierungsfunktion verfügbar ist, soll sich die Option im Whatsapp-Profil befinden. Der genaue Ablauf:
- Whatsapp öffnen und zu den Einstellungen gehen
- Auf das eigene Profil tippen
- "Benutzername reservieren" wählen (wenn verfügbar)
- Wunschnamen eingeben und prüfen, ob er noch verfügbar ist
- Reservierung bestätigen
Der reservierte Name wird automatisch aktiviert, sobald Whatsapp das Feature offiziell ausrollt. Eine neue Suchfunktion im Chat-Tab ermöglicht es dann, Benutzernamen einzugeben und passende Profile zu finden - auch wenn die Person nicht in der Kontaktliste steht.
Mehr als ein Gimmick
Was auf den ersten Blick nach Spielerei aussieht, ist tatsächlich ein echter Gewinn für die Privatsphäre. Endlich lässt sich selbst entscheiden, wem man die Handynummer gibt - und wem nicht. Ob beim Online-Shopping, in neuen Gruppen oder bei beruflichen Kontakten: Man behält die Kontrolle.
Besonders praktisch wird das Feature für alle, die Whatsapp auch geschäftlich nutzen. Statt auf der Visitenkarte die private Handynummer abzudrucken, reicht künftig der Benutzername. Und auch bei Verabredungen mit neuen Bekanntschaften muss man nicht mehr sofort die Nummer rausrücken.
Die Sache hat allerdings noch einen Haken: Whatsapp ist eine der wenigen großen Messaging-Apps, die so lange gebraucht hat, um Benutzernamen einzuführen. Konkurrenten wie Telegram oder Signal bieten das Feature seit Jahren. Besser spät als nie? Auf jeden Fall. Nun gilt es, schnell zu sein und sich den Wunschnamen zu sichern - bevor es jemand anders tut.
Korrekturhinweis: In einer früheren Version haben wir "Ebay-Kleinanzeigen" geschrieben. Stattdessen heißt es "Kleinanzeigen". Wir haben den Fehler korrigiert.
Unsere Quellen:
- Meta/Whatsapp
- WABetaInfo Portal
