Die Initiatoren des Bielefelder Shortcuts bei der offiziellen Verkündung auf der Hinterland of Things Konferenz am 18.06.2026 (v.I.n.г.): Thomas Mühlhausen (Vorstandsmitglied der Volksbank in Ostwestfalen eG), Dominik Gross (Mitgründer und CEO der Founders Foundation), Dr. Christiana Bauer (Oberbürgermeisterin der Stadt Bielefeld), Hanna Drabon (Projektleiterin des Bielefelder Startup Pakets), Francesca Seidensticker (Co-Lead von The Trailblazers) und Marek Lehmann (Vorstand des Teuto Seed Clubs).
"Wir wollen, dass Gründerinnen und Gründer sich auf das konzentrieren können, was wirklich zählt", sagt Projektleiterin Hanna Drabon, "nicht auf Bürokratie." Ab Juli können Unternehmensgründungen in Bielefeld deutlich schneller und unkomplizierter erfolgen. Bisher dauert der Prozess oft mehrere Tage oder sogar Wochen und umfasst parallele Anträge bei verschiedenen Institutionen.
Mit dem "Bielefelder Shortcut" wolle man nun neuen Unternehmen den "Stress rund um die Gründung abnehmen", erklärt Drabon, die bei der Wirtschaftsförderung für Start-Ups zuständig ist. Künftig sollen die notwendigen Schritte gebündelt und weitgehend digital abgewickelt werden.
"Abkürzung" zum eigenen Unternehmen
Die neue "Bielefelder Abkürzung" soll heute auf großer Bühne vorgestellt werden: zur Eröffnung einer Start-Up-Messe mit 2.500 Besucherinnen und Besuchern in der Stadthalle. "Dass wir dieses Projekt erstmals auf der Hinterland of Things-Konferenz vorstellen, ist kein Zufall", betont Dominik Gross von der Founders Foundation, die seit zehn Jahren Start-Ups in Bielefeld unterstützt. "Gemeinsam haben wir gezeigt: Durch Kollaboration, den Willen neue Wege zu gehen und Geschwindigkeit lassen sich auch schwierige Rahmenbedingungen verändern."
Gross verweist darauf, dass inzwischen ein großes Netzwerk aus Firmen, Behörden und Organisationen entstanden sei. Für die schnellere Gründen kooperieren die Wirtschaftsförderung Bielefeld und die Founders Foundation noch enger mit weiteren Institutionen zusammen. Das Ziel sei "ein deutschlandweit einzigartiges Modell, das Startups innerhalb eines Tages operativ handlungsfähig macht."
Weniger Papierkram in Zukunft: Bald soll digitaler gearbeitet werden.
Schnellere Gründung auch bundesweit ein Ziel
Mit der 24-Stunden-Gründung möchte sich Bielefeld als Vorreiter präsentieren. Der Bürokratieabbau ist bundesweit ein großes Thema - besonders seit die Bundesregierung die 24-Stunde-Marke als Ziel für Firmengründungen ausgerufen hat. Bis Ende 2026 soll das gesetzlich verankert werden. Seitdem arbeiten verschiedene Ministerien und Behörden an entsprechenden Lösungen. "Die Unternehmensgründung soll in Zukunft mit nur einem Antrag innerhalb von 24 Stunden möglich sein", sagte etwa NRW-Wirtschaftministerin Mona Neubaur im März. "Wir wollen, dass gute Ideen schneller Wirklichkeit werden."
NRW hat gemeinsam mit Berlin und Bayern ein Konzept vorgestellt, dass das Gründen durch Automatisierung deutlich beschleunigen soll. Bisher laufen viele Prozesse getrennt voneinander in verschiedenen Behörden. Künftig soll das einfacher werden, betont Neubaur - ein Paradigmenwechsel hin zu "weniger Bürokratie, schnelleren Verfahren und mehr digitalen Lösungen."
Auch Bielefeld geht nun in diese Richtung: Abstimmungen zwischen Behörden, Banken und Notaren sollen in einem einheitlichen Prozess koordiniert werden. Oberbürgermeisterin Christiana Bauer unterstützt das Projekt: "Weniger Bürokratie, einfache und schnelle Abläufe sowie echte Wertschätzung für unternehmerisches Engagement bringen einen Standort voran." Ab Juli sollen die ersten Start-ups die neue Bielefelder Abkürzung zur schnellen Gründung nutzen können.
Unsere Quellen:
- WEGE Wirtschaftsförderung für Bielefeld
- Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen
Sendung: WDR.de, Firma gründen in 24 Stunden, 18.06.2026, 06:42 Uhr