Mehrere Menschen stehen versammelt hinter einem Erdhaufen

Mehrere Menschen stehen versammelt hinter einem Erdhaufen

Neues Werk in Duisburg Ferro Duo will Schlacke zu Baustoff machen

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In Duisburg entsteht eine industrielle Plattform zu CO2-reduzierter Baustoffe in Europa. Was das genau bedeutet.

Von Leonie Miß

Die Bauindustrie stößt viele Emissionen aus. Besonders CO2 beschäftigt die Industrie. Das Thema Transformation schwebt über Duisburg: Wie will eine Industriestadt wie Duisburg den Weg zur Klimaneutralität meistern?

Das Unternehmen Ferro Duo mit Hauptsitz in Münster arbeitet daran. Seit Jahren werden in den ersten beiden Duisburger Werken Neben- und Abfallprodukte aus der Bau und Chemie-Industrie aufbereitet und weiter in die Wertschöpfungskette gegeben.

Ein Erfolgsmodell, sagen die Mitarbeitenden. In zwei Werken arbeiten sie schon in Duisburg. Nun soll ein drittes dazukommen.

Der Projektleiter von Ferro Duo, Frank Baumann

Der Projektleiter von Ferro Duo, Frank Baumann

Dafür hat sich der bereits zur Ruhe gesetzte Frank Baumann noch einmal an den Schreibtisch gesetzt. Für ihn ist die neue Halle ein "Prestigeprojekt", sagt er beim symbolischen Spatenstich am Vormittag. "Ich bin froh, dass ich die Anlage von Anfang an mitentwickeln aufbauen und planen durfte und in circa zwölf bis 13 Monaten mit in Betrieb nehmen darf", sagt Baumann.

20 Millionen Euro für neue Anlage

2027 soll eine industrielle Plattform zur Skalierung CO2-reduzierter Baustoffe fertig sein. Heißt: In einem neuen Werk soll eine Art Mühle entstehen, die Schlacke zerkleinert und sie zu einem zementähnlichen Bindemittel mahlt. Das Ziel: Das Produkt soll CO2-arm oder sogar CO2-neutral sein.

Für die Halle wurde ein altes Bürogebäude der Firma abgerissen. Für die neue Anlage würde die Infrastruktur genutzt, die schon gegeben ist, sagt Alexander Kehrmann, Gründer und technischer Leiter. Für die Anlage wurden 20 Millionen Euro investiert.

"Für uns bedeutet das die Erschließung eines völlig neuen Geschäftsfeldes", sagt Kehrmann. Für Duisburg sei dies wahrscheinlich die erste Möglichkeit, selbst CO2-freie Baustoffe hier in der Region zu beziehen.

Schlacke kommt von Thyssenkrupp

Die Schlacke soll etwa von Thyssenkrupp bezogen werden, sagt Kehrmann weiter. Mehrere Hundertausend Tonnen davon sollen dann jährlich dort verarbeitet werden. Dafür sind etwa 40 neue Arbeitsplätze geplant.

Europaweit soll expandiert werden, plant das Unternehmen. Dafür wird die Anlage im "Reihenhaus-Prinzip" entstehen.

"Man kann das Gebäude kopieren und so überall wieder einfügen." Alexander Kehrmann, Gründer und technischer Leiter

Aktuell plane das Unternehmen mit fünf neuen Standorten, an der Nordsee oder im Raum Frankfurt zum Beispiel.

Baustoffe liegen auf dem Gelände vor dem Industriegebäude

Baustoffe liegen auf dem Gelände vor dem Industriegebäude

Ferro Duo verarbeitet seit über 30 Jahren Eisensulphate und -Oxyde im Bereich der chemischen und der Stahlwerksindustrie. Aus Abfällen und Nebenprodukten machen sie Nebenprodukte für die Zement- oder Futtermittelindustrie.

Ferro Duo baut neues Werk in Duisburg

WDR 18.06.2026 00:38 Min. Verfügbar bis 18.06.2028

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Unsere Quellen:

  • Ferro Duo GmbH
  • Interview mit Mitarbeiter Frank Baumann
  • Interview mit Technischem Leiter Alexander Kehrmann
  • Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR.de, Ferro Duo baut neues Werk in Duisburg, 18.06.2026, 16:50 Uhr

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