Zwischen langen Halmen und bunten Blüten surren Hummeln und Wildbienen. Nur wenige Meter neben ihnen schiebt Rachid Karada vom Betriebshof der Stadt Langenfeld den Mäher durch das kniehohe Gras. Jeder Schritt ist bedacht, der Schnitt präzise. Er trägt selbstbewusst ein Superman-Shirt, in den Ohren einen Gehörschutz gegen das laute Brummen des Mähers. Das typische Schnittgeräusch eines Rasenmähers bleibt allerdings aus.
Wo bei herkömmlichen Rasenmähern schnell rotierende Messer das gemähte Gras schreddern und damit Insekten einsaugen, verletzen oder töten können, funktioniert dieser Mäher anders. Die langen Messer des sogenannten Balkenmähers gleiten bodennah durch die Halme und lassen sie dann einfach fallen - "wie eine motorisierte Sense. Da wird nix geschreddert, so bleiben die Insekten erhalten", erklärt Karada.
Stadtweites Projekt für Insekten und Pflanzen
Seit 2018 verwandelt die Stadt Langenfeld im Rahmen des Projekts "Langenfeld summt!" städtische Grünflächen in naturnahe Wiesen. Das Ziel: heimische Pflanzen fördern und so mähen, dass Bienen, Käfer und Schmetterlinge geschont werden. Auch die Häufigkeit des Mähens spielt eine Rolle. In Langenfeld werden Wiesen nur ein bis zwei mal pro Jahr gemäht. Aber nie komplett, damit Insekten und Tiere Rückzugsmöglichkeiten erhalten.
Das geschnittene Gras bleibt liegen, trocknet ein paar Tage. In einem nächsten Arbeitsschritt legt Karada die liegengebliebenen, abgeschnittenen Halme mit einer speziellen Maschine zu langen Bahnen. Früher war das Handarbeit - stundenlang und schweißtreibend. Jetzt saugt Karada das trockene Mähgut mit einem dritten Aufsatz einfach ein und presst es zu einem kompakten Heuballen. Das dient später als Futter für die städtischen Schafe und Ziegen.
Über dieses Thema haben wir auch am 21.07.2025 im WDR-Fernsehen berichtet: Lokalzeit Düsseldorf, 19.30 Uhr.