Stefan Lansmann-Niehaus schaut auf dutzende Basilikumpflanzen in einer Halle. Über den Pflanzen hängen Lampen mit violettem Licht.

Stefan Landsmann-Niehaus baut Basilikum im alten Schweinstall an

Basilikum statt Schweine: Wie ein Borkener Landwirt umsattelt  

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Weil die Schweinehaltung immer weniger lukrativ ist, stellt ein Landwirt aus dem Münsterland die Gummistiefel in den Schrank und baut seit einigen Wochen Kräuter und Salat an. Nicht auf dem Feld, sondern in einem ehemaligen Schweinestall. Die Idee dazu hatte sein Sohn. Wie gelingt die Umstellung?

Von Dennis Burk

Stefan Lansmann-Niehaus tritt, in Jeans und Polohemd gekleidet, aus einer Hoftür. Daran hängt ein gelbes Schild: "Wertvolle Schweinehaltung". Doch die Worte sind irreführend: Schweine werden hier keine mehr gehalten. Der Borkener Landwirt hat Ende 2024 mit der Schweinemast aufgehört.

Schweinehaltung lohnt sich kaum noch, findet Stefan Lansmann-Niehaus

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Zuletzt hatte er 500 Schweine. Früher hätte man davon gut leben können, mittlerweile reiche es nicht mehr. "Entweder muss man seinen Stall vergrößern oder verpachten", sagt der 57-Jährige. Während Lansmann-Niehaus durch einen alten Stall läuft, schaut er andächtig auf die Edelstahl-Schweinetröge. Die Gummistiefel in den Schrank zu stellen, was Neues zu machen, war für den Borkener alternativlos. "Ich bin damit groß geworden und höre jetzt damit auf, schon schade, aber es bringt nichts. Ich schaue aber zuversichtlich in die Zukunft." Das tut auch Sohn Thorsten. Er ist gerade mit dem Auto aus Münster gekommen.

Eine Luftaufnahme eines Bauernhofes. Der Hof ist umgeben von Bäumen.

Stefan Lansmann-Niehaus hielt auf seinem großen Hof bis Ende 2024 rund 500 Schweine

Der 28-jährige Wirtschaftsinformatiker ist oft hier, hat sich in den letzten Jahren zusammen mit seinem Vater Gedanken gemacht, wie es mit dem Hof weitergehen kann. Seine Lösung: Indoor Farming - Landwirtschaften in geschlossenen Räumen. Zusammen mit einer Geschäftspartnerin gründete der Münsterländer das Start-up "Stallgrün" und entwickelte Anlagen, die Pflanzen ideal mit Licht und Wasser versorgen.

Indoor Farming: Landwirtschaften in geschlossenen Räumen

Solche Anlagen sind nun in einem der ehemaligen Schweineställe von Lansmann-Niehaus installiert. Auf bauchhohen Alu-Tischen stehen Töpfe mit unterschiedlichen Pflanzen. Darüber sind dünne Gestelle mit Wärmelampen angebracht. Sie leuchten pink-rosa. Die Licht- und Wärmeintensität sowie die Bewässerung steuert Thorsten Lansmann-Niehaus über das Smartphone.

Thorsten Lansmann-Niehaus erklärt: Deshalb eignet sich ein Schweinestall für Indoor Farming

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Vater und Sohn gehen durch die Reihen und kontrollieren, ob es den Pflanzen gut geht. Der Landwirt streicht behutsam über die kräftigen, grünen Blätter einer Basilikumpflanze, daneben wachsen auch Minze und Koriander. Wenn sie reif genug sind, werden die Kräuter unter anderem in einem heimischen Supermarkt verkauft. Viele Pflanzen wachsen in dem Stall noch nicht. Aber Stefan und Thorsten Lansmann-Niehaus sind über den gewagten Schritt froh. Sie sehen für den Hof wieder eine Perspektive.

Viele Schweinebauern in NRW geben auf

In den letzten zehn Jahren haben in NRW laut Statistischem Landesamt fast 3000 Schweinebauern ihren Betrieb aufgegeben. Sinkende Preise, keine Nachfolge, Schweinepest, fehlende Anerkennung - Gründe gibt es viele. "Automatisch entsteht da ein Innovationsdruck", sagt Thorsten Lansmann-Niehaus und schaut seinen Vater vertrauensvoll und zuversichtlich an. Auch der 57-Jährige wirkt gelöst. "Es ist eine Umstellung. Es ist nicht so laut wie die Schweinehaltung, es riecht besser und man hat auch ein bisschen mehr Freizeit", sagt Stefan Lansmann-Niehaus. Er habe wieder eine Perspektive. Denn den Stall leerstehen zu lassen, sei keine Option gewesen.

"Mir macht es richtig Freude, zu sehen, dass hier was Neues entsteht, und dass ich das zusammen mit Thorsten ausprobieren kann." Und wenn alles nach Plan läuft, sollen auch in den restlichen Ställen bald schon Kräuter und Salat wachsen.

Über dieses Thema berichteten wir auch am 14.08.2025 im WDR Fernsehen: Lokalzeit Münsterland, 19.30 Uhr.

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