Eine Frau beantwortet eine Frage der theoretischen Prüfung des Führerscheins.

Führerschein Reform soll Führerschein auch in NRW günstiger machen

Stand:

Die Bundesregierung will den Führerschein günstiger machen. Das Kabinett hat dazu Pläne auf den Weg gebracht. Die Ausbildung soll einfacher, digitaler und flexibler werden.

Wer den Führerschein macht, könnte künftig deutlich schneller sein. Und weniger zahlen. Bundesweit und in Nordrhein-Westfalen. Fahrschulen sollen entscheiden können, ob sie Theorieunterricht in Präsenz, online oder hybrid anbieten. Auch Lernen per App oder Plattform soll erlaubt werden. Bislang mussten Fahrschülerinnen und Fahrschüler feste Kurse besuchen, damit diese anerkannt werden.

Weniger Fragen und Sonderfahrten

Zudem wird der Fragenkatalog für die theoretische Prüfung verkleinert. Statt bisher mehr als 1.100 Fragen sollen es nur noch rund 840 sein. Gleichzeitig soll das Bewertungssystem vereinfacht werden: Jede Frage soll dann gleich viel zählen. Bei Fragen zur Verkehrssicherheit – etwa zur Vorfahrt – darf man aber keinen Fehler machen.

Fahrschulreform: Neue Preise in NRW?

WDR 5 Das Wirtschaftsmagazin - aktuell 20.05.2026 04:38 Min. Verfügbar bis 20.05.2027 WDR 5

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Auch die praktische Ausbildung soll sich stark verändern: Feste Pflichtstunden - etwa für Nacht-, Autobahn- und Überlandfahrten - sollen reduziert werden. Künftig gilt nur noch: Fahrschüler müssen mindestens einmal in jedem dieser Bereiche fahren. Wie viele Stunden insgesamt nötig sind, hängt vom individuellen Lernstand ab. Bisher waren es insgesamt mindestens zwölf Fahrten.

Privates Üben in NRW: nicht unbedingt

Neu ist außerdem der stärkere Einsatz von Fahrsimulatoren. Diese sollen teilweise auch ohne Fahrlehrer genutzt werden können. Die klassischen Sonderfahrten müssen aber weiterhin im echten Straßenverkehr stattfinden.

Besonders umstritten ist ein weiterer Punkt der Reform: Fahrschüler sollen schon vor der praktischen Prüfung privat üben dürfen – etwa mit Eltern. Ob die Laienausbildung auch in NRW getestet wird, ist noch nicht klar.

Kritik von Verbänden und Fahrschulen - auch NRW betroffen

Viele Fahrschulen sehen die Reform kritisch. Sie befürchten, dass weniger feste Vorgaben die Qualität der Ausbildung verschlechtern könnten. Zudem könnte mehr privates Üben dazu führen, dass Fahrschüler weniger Fahrstunden buchen.

Das würde für Fahrschulen Einnahmeverluste bedeuten. Die müssen im Moment zum Teil ohnehin schon rechnen: Viele Schülerinnen und Schüler hoffen wohl, dass der Führerschein bald günstiger wird. Deshalb fehlen Fahrschulen vor allem im Ruhrgebiet derzeit die Schüler.

Einige Fahrschulen sehen aber auch Vorteile: Wenn Preise transparenter werden, könnte sich der Wettbewerb verstärken und der Führerschein für viele günstiger werden.

Kürzere Prüfungen, weniger Kosten

Außerdem könnte die praktische Prüfung verkürzt werden – von derzeit etwa 55 auf rund 40 Minuten. Zusätzlich sollen Fahrschulen ihre Preise zentral melden. Verbraucherinnen und Verbraucher könnten diese dann leichter vergleichen.

"Was der Führerschein am Ende kostet, wird der Markt regeln." Bundes-Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU)

So geht es jetzt weiter

Der Gesetzentwurf wurde vom Bundeskabinett beschlossen und muss nun durch Bundestag und Bundesrat.Einige Punkte gelten als umstritten und könnten noch geändert werden. Falls alles planmäßig verläuft, könnte die Reform zum 1. Januar 2027 in Kraft treten.

Unsere Quellen:

Sendung: WDR 5, "Das Wirtschaftsmagazin", 20.05.2025, 13:35 Uhr

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