Das Heizölgeschäft erfordert auch körperliche Arbeit.
Neuer Tiefstand : Heizöl wieder günstiger
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In der Sommerhitze lohnt es sich, doch schon an den Winter zu denken - zumindest für die Besitzer einer Ölheizung. Die Preise für Heizöl sind aktuell so günstig wie seit dem Beginn des Irankrieges nicht mehr. Jetzt Vorräte einzulagern, ist eine Überlegung wert.
Die gute Nachricht für die Besitzer einer Ölheizung: Die Heizölpreise sinken wieder. Seit dem Beginn des Irankriegs stiegen die Kosten so hoch wie schon lange nicht mehr. Mit der Entspannung am Golf ist der Rohölpreis wieder gesunken - und damit fällt auch der für Heizöl.
Preis nähert sich dem Vorkriegsniveau
Mit dem Krieg im Iran und der Sperrung der Straße von Hormus stieg der Heizölpreis in der Spitze auf über 1,50 Euro pro Liter. Das sind ungefähr 60 Cent mehr als die Kunden vor dem Krieg zahlen mussten. Damals lag das Niveau bei etwa 90 Cent pro Liter.
Heute liegt der bundesweite Preis im Durchschnitt erstmals wieder bei 1,10 Euro. Damit ist der Liter zwar immer noch teurer als vor dem Krieg, wird aber für Heizölkäufer langsam wieder interessant.
Schrumpfender Markt für Heizöl
Im Vergleich zu Benzin und Kerosin sinkt der Heizölpreis schneller und stärker. Das liegt auch an der benötigten Menge. Spätestens seit Beginn der Energiewende nimmt die Zahl der Ölheizungen in NRW kontinuierlich ab. Geheizt wird mit Gas, einer Wärmepumpe oder anderen alternativen Heizformen. In NRW werden nur noch gut 17 Prozent der Wohngebäude mit Öl beheizt. Das macht es leichter, den Markt stabil zu halten.
Öl-Raffinerie in Deutschland
Hinzu kommt: Das gesamte in Deutschland benötigte Heizöl wird nach Angaben des Energieexperten Steffen Bukold auch in Deutschland raffiniert. Das heißt, zusätzliche Importe sind - anders als bei Benzin oder Kerosin - nicht nötig. Auch das trägt dazu bei, dass der Markt für Heizöl relativ stabil ist.
Leere Ölspeicher
Durch die Sperrung der Straße von Hormus fielen fast über Nacht zehn bis 20 Prozent der Rohöl-Lieferungen aus. Dass die Versorgung trotzdem weitgehend stabil blieb, haben viele Länder über ihre nationalen Öl-Reserven sichergestellt, so Bukold : "Diese Lücken wurden eben geschlossen dadurch, dass man - insbesondere in den USA, aber auch in anderen Ländern - eben Ölreserven freigegeben hat aus den nationalen Ölreserven. Und parallel dazu haben eben viele Unternehmen dann auch ihre gewerblichen Rohöl-Lager oder Produkt-Lager abgebaut."
Die Länge des Krieges macht sich allerdings langsam bemerkbar. Die Füllstände der Ölspeicher sind so niedrig wie zuletzt in den 1990er Jahren. Trotzdem bleibt noch genug Öl, um die Versorgung weiter zu sichern, erklärt Bukold: "Ein Engpass bei der Versorgung mit Heizöl ist im Moment nicht absehbar."
Dauerhaftes Ende der Iran-Krise notwendig
Sollte die Straße von Hormus in naher Zukunft wieder geöffnet werden, dann dürfte sich die Lage auf dem Rohölmarkt relativ schnell entspannen. Nach Einschätzung des Energieexperten könnte innerhalb weniger Wochen wieder etwa halb so viel Rohöl verschifft werden wie vor Beginn der Krise. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sich die Lage am Golf wirklich beruhigt.
"Es ist weniger (...) ein technisches und ökonomisches Problem als vielmehr ein politisches Problem. Also die Frage, ob der Waffenstillstand hält und ob es nicht wieder erneut zu einer Blockade der Straße von Hormus kommen könnte." Energieexperte Steffen Bukold
Selbst wenn die Lieferungen aus der Golffregion wieder aufgenommen werden, dauert es allerdings einige Woche länger, bis die Tanker Deutschland erreichen.
Heizölkauf jetzt?
Fest steht: Erstmals seit Kriegsbeginn lohnt sich der Heizölkauf wieder. Ob der Preis noch weiter sinkt und sich weiteres Zuwarten lohnt, ist zu diesem Zeitpunkt noch Spekulation. Aber die Besitzer einer Ölheizung sollen auf keinen Fall zu lange warten, bis sie ihre Öltanks wieder befüllen. Denn traditionell steigen die Preise zum Herbst durch die steigende Nachfrage wieder an. Heizölkunden sollten sich trotz der Lust auf Sommer, Sonne und Abkühlung schon jetzt mit dem Kauf beschäftigen und den Markt im Auge behalten.
Unsere Quellen:
Sendung: WDR 5, "Das Wirtschaftsmagazin", 18.06.2026, 13:34 Uhr