Autofahrer im Stau auf einer Autobahn

Pendlerpauschale wegen Ölkrise rauf? Wem das was bringen könnte

Stand:

Die deutsche Politik diskutiert weiter über staatliche Sprit-Entlastungen, auch eine Erhöhung der Pendlerpauschale ist im Spiel. Was das bringen könnte, wem sie nutzt und was kritisiert wird.

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Die Pendlerpauschale war bereits zum Jahresanfang auf 38 Cent pro Kilometer für die komplette Wegstrecke erhöht worden. Laut Bundeskanzler Friedrich Merz diskutiert die Bundesregierung über eine weitere Anpassung. Allerdings gibt es bisher keine endgültige Entscheidung dazu, wie der CDU-Politiker auf einer Pressekonferenz am Donnerstag in Berlin betonte. Und bis diese erfolgt, könnten auch noch einige Tage oder Wochen vergehen, stellte Merz klar.

Rechnen Sie nicht mit kurzfristigen Entscheidungen Bundeskanzler Merz auf eine Frage zur möglichen Erhöhung der Pendlerpauschale

Doch was genau würde eine Erhöhung der Pendlerpauschale bedeuten? Fragen und Antworten:

Von der Pendlerpauschale profitiert jeder, der seinen Arbeitsweg in der Steuererklärung geltend macht. Genau genommen geht es also um eine Entfernungspauschale. Sie ist verkehrsmittelunabhängig, wie das Portal "Finanztip" betont. Es ist dafür also komplett egal, ob man mit Auto, Bus, Bahn, Fahrrad oder zu Fuß zur Arbeit kommt.

Für die Berechnung entscheidend ist die Entfernung zwischen dem Zuhause und der Arbeitsstätte sowie die Anzahl der Tage, an denen man im Jahr zur Arbeit unterwegs ist. Derzeit gibt es ab dem ersten Kilometer 38 Cent für jeden Kilometer pro Tag. Bei der Berechnung zählt aber nur die Entfernung zwischen Zuhause und Arbeitsstätte, nicht der Hin- und Rückweg.

Eine Folge des Irankriegs ist eine weltweite Ölkrise. Die macht sich auch an unseren Tankstellen bemerkbar. Die Spritpreise eilten zuletzt von Rekord zu Rekord. Das derzeitige Hoch bei den Benzin- und Dieselpreisen dürfte sich trotz der Ankündigung einer zweiwöchigen Waffenruhe und einer Öffnung der Straße von Hormus erstmal nicht stark absinken. 

In der Bundesregierung wird deshalb derzeit über eine weitere Erhöhung der Pendlerpauschale diskutiert. Die Bild-Zeitung berichtete, dass eine Erhöhung auf bis zu 45 Cent je Kilometer im Gespräch sei. Dies bestätigte Kanzler Merz bei seiner Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag jedoch nicht. Er stellte klar, dass eine Entscheidung darüber auch nicht bereits am Wochenende im Koalitionsausschuss fallen soll.

Wir haben die aktuell diskutierten Zahlen einmal an einem Beispiel durchgerechnet:

Auf unserer interaktiven Karte können User jeden Tag die durchschnittlichen Spritpreise finden. Die durchschnittlichen Preise für März liegen bei 2,07 Euro für Super E5 und 2,16 Euro für Diesel. Geht man zum Beispiel von einer 17 Kilometer langen Pendelstrecke aus, an 22 Werktagen im März und 7,5 Liter pro 100 Kilometer Verbrauch für Super (7 Liter für Diesel), dann landet man am Ende der Rechnung bei circa 18 Euro für Super und 23 Euro für Diesel, die Autofahrer im März mehr bezahlt haben als im Februar.

Würde die Pendlerpauschale um 7 Cent erhöht, würde das bei einem Steuersatz von 35 Prozent und bei dieser Beispiel-Strecke einer Entlastung von 9 Euro pro Monat entsprechen.

Die Entlastung würde bei den meisten Menschen erst im kommenden Jahr im Rahmen der Steuererklärungen ankommen. Wie unter anderem das Portal "Finanztip" schreibt, gibt es aber eine Möglichkeit, um schon im Laufe des Jahres weniger Steuern zahlen zu müssen. Dafür kann man beim Finanzamt einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung stellen. Dann würden Werbungskosten wie die Pendlerpauschale als Freibetrag bereits monatlich beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt.

Entlastungen für hohe Spritpreise?

WDR Studios NRW 09.04.2026 01:00 Min. Verfügbar bis 08.04.2028 WDR Online

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) blickt kritisch auf eine mögliche Erhöhung der Pendlerpauschale von 38 auf 45 Cent pro Kilometer. Aus ihrer Sicht wäre das ein sozial ungerechtes Steuergeschenk für Besserverdienende: Bei gleichem Arbeitsweg profitieren Menschen mit hohem Einkommen stärker. Menschen mit einem Einkommen unterhalb des Steuerfreibetrags profitieren dagegen gar nicht.

Auch die SPD hat sich bereits kritisch geäußert. "Die Pendlerpauschale würde nur zeitversetzt entlasten und dies zudem nur in einem sehr geringen Umfang", sagte SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese der "Rheinischen Post". Deshalb sei es sinnvoller, neben einer Übergewinnsteuer für Energieunternehmen auf einen Spritpreisdeckel zu setzen. Zu diesem äußerte sich jedoch zuletzt Bundeskanzler Merz kritisch.

An der Pendlerpauschale entzündet sich immer wieder auch grundsätzliche Kritik - zum Beispiel vom Umweltbundesamt. Das Argument: Die Pendlerpauschale sei ein steuerlicher Anreiz für klimaschädliches Verhalten, weil Pendler in der Mehrzahl mit dem Auto zur Arbeit fahren. Allerdings lässt sich die Pauschale auch ansetzen, wenn man öffentliche Verkehrsmittel benutzt. Auch Grüne und Linke finden, dass von der Maßnahme vor allem Gutverdiener profitieren.

Wer nicht umhin kommt, mit dem Auto zu fahren, kann auch mit angepasster Fahrweise Sprit sparend unterwegs sein, rät der ADAC und hat folgende Tipps:

  • Fahrweise optimieren: Früh hochschalten, bei Automatikgetriebe "Eco-Modus" wählen
  • Vorausschauend fahren: Motorbremswirkung nutzen, bei eingelegtem Gang rollen, statt abrupt zu bremsen
  • Ladung reduzieren: Mehr Gewicht kostet Kraftstoff 
  • Kurze Strecken vermeiden: Bei kaltem Motor verbraucht ein Auto am meisten Sprit
  • Luftdruck prüfen: Schon ein um 0,3 bar verminderter Luftdruck sorgt für unnötigen Mehrverbrauch

Keine neue Weisheit, aber gut für Umwelt und Geldbeutel: Fahrgemeinschaften bilden oder Car-Sharing-Angebote mit E-Autos nutzen.

Unsere Quellen:

Sendung: WDR 5, WDR aktuell, 09.04.2026, 5.00 Uhr

Kommentare zum Thema

22 Kommentare

  • 22 Franziska 1 10.04.2026, 20:42 Uhr

    Der Wumms von 300 Euro( Energiepreispauschale 2022 scheinen manche Rentner zuvergessen? Es wird gesagt an Rentner wird nicht gedacht? 2026 haben wir eine ganz andere Lage im Land, alle Bürger gleich zu behandeln wird immer schwieriger. Tatsache ist, die Spritpreise sind zu hoch für Autofahrer, trotz manches gute Einkommen. Sie haben generell höhere Ausgaben als die Rentner. Wer dazu noch gegen Auto ist, der hat zu Fuß noch nicht gecheckt dass die Welt ohne Auto nie sein wird. Die E-Autos sind nicht billig, es kann sich oft ein besseres Einkommen auch nicht leisten. Zwei, vier Kinder zu haben kosten viel Geld, dazu großzügig sparen geht nicht immer. Vergönnt doch eine evtl. noch kommende höhere Pendlerpauschale den Arbeiter mit Auto, sie arbeiten das der sogenannte Laden in DE noch läuft. Den Rentnern wünsche ich einen gesunden Lebensabend, ohne Arbeits-Stress im Alltag. Im Juli kommt eine Rentenerhöhung trotz Probleme, Krisen keine Nullrunde im Land, wie in der Zeit vor der Ampel.

  • 21 Herbert.bethke@web.de 10.04.2026, 17:28 Uhr

    Was haben Rentner von der Pendlerpauschale? Gar nichts. Rentner sind auf dem Land auf das Auto angewiesen.

  • 20 ja ist doof 10.04.2026, 14:32 Uhr

    Doppelmoral. Wo ist der Aufschrei, wenn der ÖPNV teurer wird, es droht das Deutchlandticket einzustellen oder Preise zu erhöhen? Ach egal, aber wenn es ums Auto geht, ... dann ist wichtig. Mittelfristig ändern diesbezüglich nur Erneuerbare Energien und mehr Stromer das Ganze zum Besseren. Blöd nur, dass die CDU (und noch mehr diese blauen) das ganz ganz ganz doof finden und lieber weiterhin überteuertes Öl wollen.

  • 19 Bea 10.04.2026, 13:05 Uhr

    Wann hat es angefangen, dass immer gleich nach dem Staat gerufen wird? Gibt es ein Grundrecht auf Benzinpreise unter 2 Euro? Wir können doch selber genug machen. Runter vom Gas reicht schon, um die gestiegenen Spritpreise auszugleichen. Fahrgemeinschaften zu finden sollte auch nicht so schwer sein, da wir doch immer und überall vernetzt sind. Und dann gibt es doch noch genügend Alternativen zum Auto. Außerdem: Der Großteil der Menschen kann sich die Preise sowieso leisten, sonst führen sie sparsamere Autos oder würden es öfter mal stehen lassen. Wieso also das Geschrei?

    Antworten (2)
    • Doc 10.04.2026, 14:03 Uhr

      Sehr richtig!

    • Ich 10.04.2026, 16:47 Uhr

      Das sehe ich anders. Kann man nicht Mal eben so selber entscheiden wenn man einen Beruf hat zu dem man hin muss. Wer heutzutage noch rast, dem ist eh nicht mehr zu helfen. Ich fahre generell immer extrem spritsparendum jeden Euro beisammen zu halten. Bei meinem Dienstweg, sind Fahrgemeinschaften nicht möglich, da ich der einzige bin der so weit weg wohnt. 100km. Dennoch bin ich auch nicht für die Erhöhung der Pendlerpauschale. Grund: Es bringt mir jetzt gar nichts, wo ich es aufgrund hoher Preise dringend bräuchte. Steuern runter, ist das einzige was gerade akut den Menschen helfen kann die auf das Auto angewiesen sind. Alles andere ist Augenwischerei und dazu da das Volk zu beschwichtigen. Das ja keiner auf die Idee kommt mit Mistgabel und Fackel in Berlin zu stehen. Ach sorry, kommt man ja gar nicht hin im Moment, bei den Spritpreisen, da hatte ich nicht dran gedacht. Wie wärs mal mit einem richtigen Volks E Auto, was bezahlbar ist mit vernünftiger Reichweite. Das wäre mal was.

  • 18 Carwash 10.04.2026, 11:13 Uhr

    "Erhöhung der Pendlerpauschale" bis die in Kraft tritt, ist der BR eingefallen wie man die Erhöhung umgeht. Da in war doch mal was mit Rückzahlung aus der co2-Steuer, ich habe noch nichts auf dem Konto. Profitieren werden die Besserverdiener und all die Dienstwagenfahrer mit Privatnutzung. Der Finanzminister reibt sich die Hände ob der gewaltigen Mehreinnahmen

  • 17 uschi 10.04.2026, 08:17 Uhr

    April, April Im benachbarten Luxembourg wird der Dieselkraftstoff auf Grund des sinkenden Ölpreis innerhalb von 2 Tagen um 30Cent reduziert. In Deutschland prüft wann weiterhin, ob möglicherweise wer auch immer, einfach nur sehr sehr viel Geld mit Kraftstoffen verdient

  • 16 Mattes 10.04.2026, 07:50 Uhr

    Den Spediteuren nützt das nichts. Deshalb ist eine Erhöhung der Pendlerpauschale nicht sinnvoll, da sie nur einen Teil der Autofahrer betrifft, und das auch nicht sofort.

  • 15 Gabriela 10.04.2026, 07:32 Uhr

    Eine erhöhte Pendlerpauschale trifft genau richtig und ist fair. Pendler können nicht auf das Auto verzichten, alle anderen schon.

    Antworten (3)
    • Werner 10.04.2026, 13:21 Uhr

      ....so so.."alle anderen können verzichten ..." Und was ist mit Behinderten, Schwerbeschädigten?? Die nehmen sich ein Taxi. Ich habe selten so einen dummen Kommentar gelesen!!

    • Franziska 1 10.04.2026, 18:04 Uhr

      @Gabriela ...Sorry, Pendler können nicht auf das Auto verzichten,“ alle anderen schon? Ich glaube, Sie haben viele andere Menschen vergessen mit Ihrer Meinung: Wenn Sie einen PKW sehen auf der Straße und noch gut zu Fuß sind, dann denken Sie bitte daran, viele Menschen über 64 Jahre haben körperliche Probleme, teils müssen sie vom Pflegepersonal bei der Haus/Wohnungspflege unterstützt werden, die oft teilweise mit dem Privatauto als Pflegekraft zu ihnen fahren. In Deutschland haben rund 863.000 Personen die Pflegestufe 1. Sie können das Haus nicht verlassen, aber sind in der Lage ein Auto zu fahren. In Deutschland leben ca.7,9 Millionen Menschen mit schwerer Behinderung.

    • Paul S. 10.04.2026, 18:26 Uhr

      Werner, zu Ihrer Bemerkung,. JA, manche Menschen denken... dumm und am dümmsten, wenn es ums Auto geht. Auch ich fasse es nicht, dass so unbedacht geplappert wird.

  • 14 Doc 10.04.2026, 07:24 Uhr

    Tempolimit jetzt. Ist aber unpopulär in unserer Raser- und SUV-Panzer-Gesellschaft und bringt ja lt. CDU nix. Ich bin mit meinem Picanto von Bregenz bis Lev mit einer Tankfüllung gekommen 5.5 L/100. 7 Std. entspannt gefahren. Klar schafft man das auch in 5 Std. mit 500 PS u. 12 L/100. Wer bemerkt den Unterschied? Unsere Regierung jedenfalls nicht.

    Antworten (6)
    • SUV Fahrer 10.04.2026, 11:55 Uhr

      Mit 100 KMH auf der Autobahn daher schleichen und andere aufhalten, ganz toll. Wenn schon Begrenzung, dann 130.

    • Hans-Dieter 10.04.2026, 12:06 Uhr

      Doc, du würdest am besten gar nicht Auto fahren, dann verbrauchst keinen Sprit und behinderst niemanden.

    • Doc 10.04.2026, 13:59 Uhr

      Genau solche Antworten habe ich von kurzsichtigen Ignoranten erwartet.

    • SUV Fahrer 10.04.2026, 15:42 Uhr

      ...und Menschen wie du gehören nicht hinter das Lenkrad höchstens auf's Lastenfahrrad.

    • Ölkrise 10.04.2026, 17:38 Uhr

      @Doc, ignorieren sie, was sie mit ihren PKW verbrauchen liegt an ihnen und ihrem Bleifuß,dafür brauchen sie doch kein Tempolimit, fahren sie 100 Km/h und die anderen Verkehrsteilnehmer so schnell wie es der Verkehr zulässt oder ihr Geldbeutel,von Bregenz bis Leverkusen kann man auch die Bahn benutzen, da brauchen sie kein Tempolimit.

    • Franziska 1 10.04.2026, 22:35 Uhr

      @SUV, Ja, mit 130 Km ist der Autobahnverkehr flüssiger als mit 100 Km. Sonst fahren alle Fahrer nur auf der linken Spur. Entspannt zu fahren bedeutet nicht immer auf der Autobahn sicherer zu fahren. Hinter einen Lkw im Windschatten fahren mit wenig Sicht, auch nicht. Auf einer Bundesstraße fährt man bei 100 Km entspannter oder mit etwas weniger Speed!

  • 13 Silke Engelbart - Bode 10.04.2026, 07:21 Uhr

    Guten Morgen, die hohen Sprit Preise schützen unsere Umwelt dienen der Luftreinhaltung und sensibilisieren Fahrten mit dem Auto zu unternehmen wenn Sie wirklich nötig sind ……….also rauf auf das Fahrrad. Und einer Umstellung auf erneuerbare Energien wird beschleunigt unsere Regierung muss ihre Ziele ändern weg von fossilen Energien. Wir sehen die hohen Preise mit einem Lächeln.

    Antworten (2)
    • @Silke 10.04.2026, 14:38 Uhr

      Ach Silke, das ist wahr. Preis rauf, und auf einmal Erneuerbare her, Ironie der Fossil-Freunde ...

    • Ölkrise 10.04.2026, 17:06 Uhr

      @Silke,die Luft-und Umweltverschmutzung ist durch die hohen Spritpreise,seit 30.März wo die Spritpreise enorm angezogen haben, ist der Schutz der Umwelt größer geworden, ja natürlich das Tier-und Artensterben ist so marginal zurück gegangen,das man es im prozentualen Bereich gar nicht messen kann. Gründe: der Verkehr ist in keiner Weise zurück gegangen, der März 2026 gehört zu den wärmsten seit Aufzeichnungsbeginn,die Kriege in der Ukraine,Gaza,Libanon Iran gehen weiter, was auch nicht für die CO2 Belastung gut ist,ob man da Fahrrad fährt, zu Fuß geht oder sich nicht bewegt rettet nicht die Welt und den Klimawandel, aber das wird ständig suggeriert,"DEUTSCHLAND" rettet die Welt.

  • 12 Andreas 10.04.2026, 06:03 Uhr

    Man kann das auch einfacher sagen: Wer sich von den heimischen Energieträgern wie Kohle und auch das eingekaufte Erdöl, und sich von dem Ausland abhängig macht, ist nicht zu helfen. Steinkohle ist noch bis über hundert Jahre im Boden. Muss ja alles weg. Zu teuer. Und die arme Umwelt. Die nächsten Generationen haben es sehr schwer. Und das Reisen wird auch unbezahlbar. Da gucken die Deutschen noch dumm aus der Wäsche.

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