Alles in Butter : Persische Küche: Liebe, Zeit und Safran
Forough und Sahar Sodoudi wollen den Deutschen persische Küche und Kultur nahebringen. Genussexperte Helmut Gote hat die Wissenschaftlerinnen in ihrem Food Lab in Berlin besucht und blättert mit Moderatorin Carolin Courts durch deren Kochbuch.
Manchmal öffnet ein Kochbuch ein Fenster zur Welt. So hat es Helmut Gote mit dem Buch der Schwestern Sodoudi erlebt. Es heißt "Hier fließt die Liebe", und der Titel ist Programm: Den Autorinnen geht es darum, einen Aspekt ihrer Kultur zu zeigen, der für die Menschen in Iran von zentraler Bedeutung ist, der den Alltag zusammenhält, Identität stiftet – und öffentlich viel zu wenig Beachtung bekommt.
Im Gespräch mit Carolin Courts nähert sich Helmut Gote mithilfe des Buches dieser besonderen Form von Gastfreundschaft an. Sie lebt von langen Tafeln, auf denen immer viele Speisen gleichzeitig stehen: von unterschiedlicher Textur und Temperatur, verschiedener Farbe und Würzung.
In Berlin betreiben die Schwestern Sodoudi ein Food Lab, in dem sie kulinarisch und kulturell Interessierten persönlich zeigen, was persische Esskultur bedeutet. Welche Rolle Knoblauch und Safran dabei spielen, kann man dort ebenso erfahren wie die überraschende Tatsache, dass auch in Iran Wein getrunken und sogar angebaut wird.
Die Gerichte zu Hause nachzukochen, ist – das gibt Herr Gote zu – etwas aufwändiger. Aber: Wo die Liebe fließt, wird Kochen zur Meditation.
Redaktion: Julia Lührs
Buchtipp
Forough Sodoudi, Sahar Sodoudi (2024): Hier fließt die Liebe. Persische Küche. Gerichte, Gastfreundschaft, Geschichten. Wien: Brandstätter Verlag. 224 Seiten. ISBN 978-3-7106-0780-6.