Umfrage zu Tempo 30 in Sundern

Birgit Jaschewski und Darinka Birnbaum möchten Tempo 30 behalten

Tempo-30 Abstimmung in Sundern Langsam und leise oder laut und schnell?

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Sechs Monate nach Einführung von Tempo 30 auf mehreren Hauptverkehrsstraßen in Sundern sollen die Bürger gefragt werden: Was halten Anwohner und Pendler davon – finden sie langsam, aber leise gut? Oder lieber schneller und wieder lauter?

Ralf Fox muss nicht lange überlegen: "Es ist eine Katastrophe", sagt er zur Frage, wie er die Tempo-30-Regelung in Sundern findet. Er betreibt dort einen Pflegedienst, regelmäßig sind er und seine Mitarbeitenden in der Stadt unterwegs.

Und sie werden, wie er sagt, von Tempo 30 ausgebremst. "Die Touren zu unseren Patienten dauern spürbar länger", ist seine Erfahrung. Und das in einer Dienstleistungs-Branche, wo es ohnehin schon so viel zu tun gibt, dass es immer zeitlich eng ist.

"Wir fahren jetzt immer öfter über Nebenstrecken, um die Fahrten abzukürzen." Ralf Fox, Leiter eines Pflegedienstes
Umfrage zu Tempo 30 in Sundern

Ralf Fox sieht Tempo 30 kritisch

Tempo 30 hat aus sicht von Fox nichts Positives gebracht – "Der Lärm dauert nur länger, wenn die LKW langsamer an den Häusern vorbeifahren."

Anwohner spüren deutlich die Lärmreduzierung

Das sieht Birgit Jaschewski aus Sunden-Stemel ganz anders. Sie wohnt direkt an einer der Hauptverkehrsstraßen, wo das Tempo von 50 auf 30 gedrosselt wurde. "Es ist spürbar leiser geworden. Ich hätte nicht gedacht, dass das so deutlich ist", sagt sie. Die Lebensqualität sei besser geworden.

Wenn sie mit kleinen Kindern auf dem Bürgersteig unterwegs ist, seien die früher zusammengezuckt – vom Lärm der dicht an ihnen vorbeirauschenden Lkw und deren Fahrtwind.

"Tempo 30 ist ja nicht nur etwas, das den Lärm reduziert. Es ist auch sicherer geworden!" Birgit Jaschewski, Anwohnerin einer temporeduzierten Straße

Das Überqueren der Straße, das Einfädeln aus Seitenstraßen mit dem Auto in den Verkehr„alles entspannter, ein Riesenunterschied“, sagt Birgit Jaschewski.

Um eine breitere Meinungsbasis zu bekommen, startet die Stadt Sundern am Freitag, 1. Mai, eine Online-Umfrage. Teilnehmen können: Anlieger der betroffenen neuen Tempo-30-Straßen, Pendler, die dort unterwegs sind sowie Unternehmen, die davon betroffen sind.

Umfrage-Ergebnis soll Politiker bei Entscheidungsfindung unterstützen

Sehr detailliert wird gefragt, was sich geändert hat, was wer besser oder schlechter findet. Die Umfrage ist keine Bürgerabstimmung, ob Tempo 30 bleiben soll oder nicht. Aber das Ergebnis soll die Politiker bei ihrer Entscheidungsfindung unterstützen.

Darinka Birnbaum ist von Tempo 30 doppelt betroffen. Als Anwohnerin, deren Kind jetzt sicherer zur Bushaltestelle gehen kann. Und als Pflegekraft, die täglich über die temporeduzierten Strecken fährt.
"Ja, es ist ein bisschen langsamer, aber vielleicht nur eine Minute, wenn es hochkommt", sagt sie.

Doch für sie ist klar: Das Plus an Lebensqualität und Sicherheit sei höher zu bewerten, als der leichte Zeitverlust.

Langsam und leise oder laut und schnell?

WDR 29.04.2026 00:43 Min. Verfügbar bis 28.04.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:


  • Gespräche mit Betroffenen
  • Stadt Sundern
  • Abstimmungsplattform beteiligung.nrw

Sendung: WDR 2 Südwestfalen, Lokalzeit, 29.04.2026, 15:30 Uhr

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