Tempo 30 in Sundern: Lebhafte Diskussion beim Lokalzeit-Stadtgespräch
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Das WDR Lokalzeit-Stadtgespräch kam am Donnerstagabend aus dem Sauerland - und beschäftigte sich mit einem brisanten Thema: der Frage, ob Tempo 30 mehr Nutzen oder Schaden bringt.
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Jetzt mitdiskutierenDer Hintergrund: In Sundern sind einige Abschnitte auf den Hauptverkehrsstraßen zu Tempo-30-Zonen erklärt worden. Das ist gut für Sicherheit und Gesundheit der Anwohner, sagen die einen. Das nervt ohne Ende und bremst auch die Wirtschaft aus, sagen die anderen.
Nächster Schritt: eine Umfrage
Eine Einigung, so viel scheint klar, konnte es am Abend nicht geben. Der nächste Schritt soll eine Umfrage zum Thema sein. Die CDU hatte sie beantragt, der Rat hat sie am vergangenen Dienstag beschlossen.
Die Umfrage soll klären, ob und wie die erst kürzlich eingeführten Tempo-Zonen 30 akzeptiert werden. Die Bürgermeisterin wolle die Polizei, Straßen NRW und die Politik mit ins Boot holen, damit keine wichtigen Fragen fehlen.
An der Umfrage gab es beim Stadtgespräch in der Schützenhalle Sundern Kritik. "Sie hat noch keine Grundlage und macht keinen Sinn", so eine Anwohnerin. Tempo 30 gilt erst seit sechs Wochen.
Thema beschäftigt viele: Volle Schützenhalle beim Stadtgespräch
WDR-Redakteur Arndt Brunnert spricht mit Anwohner Egon Appelhans, der unter dem Lärm leidet
Wie wichtig das Thema für die Menschen im Sauerland ist, zeigte die volle Schützenhalle in Sundern beim Lokalzeit-Stadtgespräch. Hitzig wurde diskutiert, Anwohner luden Gegner der Tempo-Reduzierung zu sich ein, um sich selbst ein Bild vom Verkehrslärm zu machen.
Andere hielten dagegen, dass Autos mit 30 km/h nicht zwingend leiser seien als mit 50 km/h und so der Nutzen in Frage gestellt werden müsse.
Prof. Johannes Weyer, Verkehrswissenschaftler der TU Dortmund, findet es gut, dass die Meinung der Bürger abgefragt wird. Aber er betonte auch, wie wichtig es sei, der neuen Verkehrsberuhigung erst einmal Gewöhnungszeit zu geben.
Johannes Weyer (Mitte) sprach sich für mehr Geduld aus
"Machen Sie jetzt die Umfrage, werden 60 Prozent gegen die Verkehrsberuhigung sein. Fragen Sie in einem Jahr noch einmal nach, sind es 80 Prozent, die die Tempo-30-Zonen gut finden", sagte Weyer.
Sicherer und leiser durch Tempo 30
Ein direkter Blick nach Sundern: Die Hauptstraße im Dorf Stemel durchschneidet das gesamte Dorf. Birgit Jaschewski und ihre Nachbarn kämpfen schon seit Jahren für Tempo 30 in ihrem Ort - weil das sicherer ist und leiser. Das ist ihnen jetzt gelungen.
Im Sommer 2024 hat der Rat mit 31 zu 4 Stimmen einen neuen Lärmaktionsplan für Sundern verabschiedet. Auf mehreren Streckenabschnitten von Hachen im Norden bis Seidfeld im Süden gilt seit sechs Wochen Tempo 30.
Diskussion um Tempo 30 in Sundern: Stille Nacht oder freie Fahrt?
Lokalzeit Südwestfalen. 17.12.2025. 03:13 Min.. Verfügbar bis 17.12.2027. WDR. Von Sandra Wahle.
Pflegedienst in Sorge
Während die Verkehrsberuhigung Anwohner freut, sind manche Unternehmer in Sorge. Ralf Fox, Geschäftsführer eines Pflegedienstes in Sundern, sieht einen weiteren Kostenfaktor auf sein Unternehmen zukommen, erklärte er beim WDR Lokalzeit-Stadtgespräch in der Schützenhalle.
Fox sagte: "Durch das reduzierte Tempo werden die Fahrzeiten länger, Pläne können nicht immer eingehalten werden und das bedeutet eine Mehrbelastung für die Mitarbeitenden."
Die Polizei machte klar, dass weniger Geschwindigkeit auch weniger Unfallopfer bedeuten würde.
"Tempo 30 rettet Menschenleben." Victor Ocansey, Polizei HSK
Auch Fox lenkte ein: "Die Politik müsste ehrlicher sein. Tempo 30 wegen Lärmschutz mit fragwürdiger Umsetzung ist nicht überzeugend. Aber Sicherheit ist uns allen wichtig."
Kehrtwende nach der Kommunalwahl?
Nachdem die Kommunalwahl vorbei war, rückten viele CDU-Ratsmitglieder von dem Lärmaktionsplan ab, der im Sommer 2024 verabschiedet wurde. Jetzt berät der Rat erneut.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen und Gespräche der WDR-Reporterin vor Ort in Sundern
- Diskussion beim WDR Lokalzeit-Stadtgepräch vom 18.12.2025
- Ralf Fox, Geschäftsführer eines Pflegedienstes in Sundern
- Prof. Johannes Weyer, Mobilitätsforscher der TU Dortmund
- Victor Ocansey, Leiter Verkehr der Polizei HSK
Sendung: WDR5, Stadtgespräch, 18.12.2025, 20:03 Uhr
Sendung: WDR.de, "Tempo 30 in Sundern", 17.12.2025, 06:01 Uhr
24 Kommentare
Kommentar 24: Johann Moritz schreibt am 19.12.2025, 18:07 Uhr :
Ich glaube nicht, daß wir ehrliche Ergebnisse des "Testlaufs" erhalten werden. Ich sehe das Gezerre und Geplänkel um unsere Siegener "Umweltspuren", die offenbar bislang keinerlei meßbare Ergebnisse gebracht haben, weder in Bezug auf Umwelt noch in Bezug auf besseren ÖPNV, dafür aber Rechtsabbiegen zum Russischen Roulette für PKWs und Radfahrer gemacht hat. Jetzt soll unsere Testphase weitere 6 Monate dauern ("die Ampeln sind noch nicht angepasst"). Ob dann endlich aussagekräftige Zahlen kommen? Ich bezweifle es. Genauso wird es in Sundern laufen.
Kommentar 23: Albert schreibt am 19.12.2025, 10:10 Uhr :
Am besten die Autos abschaffen und Pferdefuhrwerke einführen.
Kommentar 22: Gerhard schreibt am 18.12.2025, 19:53 Uhr :
Vielleicht sollte man den Kindern auch richtiges Verhalten beibringen u d auch den Eltern. Wie kann ich denn mein Kind neben mir auf dem Gehweg gehen lassen das aber das ykind an der Straße geht und nicht auf der Straßen angewandten Seite Kinderwagen schieben,Zigarette auf dem Zahn und Handy in der Hand ich sage:" Applaus"!
Antwort von KDM , geschrieben am 19.12.2025, 10:45 Uhr :
Typischer Fall von Victim Bashing.
Kommentar 21: Micha schreibt am 18.12.2025, 14:08 Uhr :
Mehr als sinnvoll und notwendig nur dieser Flickenteppich mal 30 × 50 auf ein und der selben Straße ist das was verwirrt was verärgert und viele andere Kommunen zeigen längst wie wichtig und wertvoll, dass Tempolimit ist. Für die Empfindlichkeit einzelner muss man nicht einspringen. Die Leute, die an den Straßen wohnen, mit Lärm und Dreck täglich konfrontiert sind, ist es ein Segen sinnvoll und Autofahrer werden nicht reglementiert, nur weil sie das Tempo drosseln (müssen) es gibt bekanntlich den Klage Weg. Und sollte das wieder rückgängig gemacht werden, werde ich klagen, denn der Lärmschutz gilt auch in Sundern.
Kommentar 20: Jürgen schreibt am 18.12.2025, 06:20 Uhr :
Wie kann man sich so einen Schwachsinn ausdenken? Es hat sich schon in Sundern gestaut und jetzt noch mehr! Und weniger Lärm durch zone 30 ist es nicht! Wir haben ganz andere Probleme in Sundern, wie zum Beispiel die Umkleidekabinen und die Duschen in der Sporthalle Sundern. Darüber wird seit Jahren diskutiert und trotzdem wird nichts gemacht, während solche unsinnigen Sachen durchgezogen werden. Kein Wunder, dass keiner mehr nach Sundern möchte.
Kommentar 19: Max schreibt am 17.12.2025, 21:30 Uhr :
Als direkter Anwohner dieser Lärmstraße kann ich nur DANKE sagen, dass die Maßnahme endlich umgesetzt wurde. Natürlich regen sich Leute, die tagtäglich da nur durchrasen auf, würde ich auch, sie wohnen dort ja auch nicht. Viel wichtiger als die Lärmreduzierung durch die reduzierte Geschwindigkeit (ja es ist wirklich leiser) finde ich den Sicherheitsgewinn. Die vielen tausend 40-Tonner brettern jetzt nicht mehr mit über 50 km/h einen Meter entfernt an meinen Kindern vorbei. Das war fast unerträglich und extrem gefährlich. Das generelle Problem bleibt, dass über die Straße einfach zu viel (Schwerlast-)Verkehr fährt, aber ein richtiger und wichtiger Schritt, um das Leben dort etwas sicherer zu machen.
Kommentar 18: Rosa schreibt am 17.12.2025, 20:55 Uhr :
Ich finde es nicht gut. Tempo 30 immer Stau, Straßen noch voller als vorher und die Abgase halten sich noch länger in der stadt. Es braucht viel länger bis zur Autobahn zu kommen, und wie sieht es im Winter aus? kommt man garnicht voran.Und die meisten die an der Straße Wohnen haben so dichte Fenster da hört man nichts. Lebe 70 Jahre in Sundern hat es bis jetzt niemand gestört. Alles macht man komplizierter nicht leichter lieber wie früher 50 zone
Antwort von KDM , geschrieben am 19.12.2025, 10:47 Uhr :
Tempo 30 bedeutet nicht mehr Stau, und natürlich werden auch die Straßen dadurch nicht voller. Und auch der Rest deiner "Argumente" kann nicht überzeugen. Komm mal im 21. Jahrhundert an.
Kommentar 17: Marie schreibt am 17.12.2025, 19:29 Uhr :
Es ist wirklich schlimm. Es führt eine Straße durch Sundern. Durch den Berufsverkehr zu stosszeiten war es sowieso schon voll. Jetzt ist es noch deutlich schlimmer geworden. Man kommt nur noch im schneckentempo voran und es staut sich extrem. Ich verzichte darauf nach Sundern zu fahren. „Ich fahre mal eben“ ist vorbei. Keiner machts aber Sundern musste wieder. Wahnsinn.. Kann man sich nur aufregen.
Kommentar 16: Dorfdepp schreibt am 17.12.2025, 16:56 Uhr :
Hält sich eh keiner dran . Die es „Toll“ finden fahren sogar 20 km/h .Im Übrigen dauert es sicher nicht lange bis sich Heißkisten bei der Polizei hier die Finger blutig Lasern . Rund um die Uhr . Da freut sich doch die Stadt. Für Kommunalpolitik haben offenbar einfach zu viele Dorfdeppen Einfluss…einfach lächerlich. Auch die juckeln für ne Tüte Bonbons in der Gegend rum. L 687- B229 ist sicher Bestandteil der Weltwirtschaft….so viele LKW fahren hier …
Kommentar 15: Frederick schreibt am 17.12.2025, 15:55 Uhr :
SCHWACHSINN !!
Antwort von Martin Schmidt , geschrieben am 17.12.2025, 17:20 Uhr :
Ah ja, sehr qualifizierte Antwort.
Kommentar 14: Frederick schreibt am 17.12.2025, 15:50 Uhr :
An den Altenheimen in der Settmechestr. ist keine 30iger Zone... dort würde es Sinn machen... Sundern und seine CDU - Politik ... !!!