Achtung Wild: Polizei und Jagende machen gemeinsame Radarkontrolle im Kreis Steinfurt

Lokalzeit Münsterland 26.11.2025 02:31 Min. Verfügbar bis 26.11.2027 WDR Von Frank Mühlenbrock

Achtung Wild: Kreis Steinfurt bundesweit Wildunfall-Spitzenreiter

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Dieser Titel ist keine Auszeichnung für den Kreis Steinfurt. Nirgendwo in Deutschland gibt es so viele Wildunfälle wie hier. Allein im vergangenen Jahr waren es über 2.800. Polizei und Jäger versuchen seit Jahren, etwas dagegen zu tun.

Es dämmert langsam über der Landstraße zwischen Horstmar und Burgsteinfurt. An diesem Abend treffen sich Jäger und Polizisten zur gemeinsamen Geschwindigkeitskontrolle.

Aber es wird nicht nur mit der Laserpistole gemessen. Jäger und Polizisten wollen über die Gefahren durch Wildunfälle informieren.

Jäger und Polizei wollen mit Autofahrern ins Gespräch kommen

Schon bald winken die Polizisten die ersten Autofahrer auf den Parkplatz einer Gaststätte an der Landstraße. Schnell kommend die Jäger in ihren orangefarbenen Jacken mit den Autofahrern ins Gespräch.

Kreis Steinfurt bundesweit Wildunfall-Spitzenreiter

WDR Studios NRW 26.11.2025 00:48 Min. Verfügbar bis 26.11.2027 WDR Online

"Wenn sie hier mehr als 70 draufhaben, und es kommt ein Reh aus dem Wald gesprungen. Dann haben Sie Schwierigkeiten noch anzuhalten", informiert einer der Jäger einen Autofahrer. "Ja ich weiß!", sagt der und zuckt mit den Schultern.

"Wenn Sie ein Reh sehen, dann können Sie davon ausgehen, dass mindestens noch drei oder vier andere hinterherkommen!" Klemens Dömer-Beckmann, Jagdpächter

Eher ein Ausnahmefall an diesem Abend. Die meisten Autofahrer zeigen sich einsichtig. Das ist genau das, was die Polizei und die Jäger wollen: Für die Gefahren sensibilisieren.

Zwei Rehe auf einer Wiese

Rehe sind selten allein unterwegs, darauf sollten Autofaher achten

Wichtig ist es Ihnen, darauf hinzuweisen, wie schockierend so ein Wildunfall sein kann.

Wildunfälle können für Autofahrer schockierend sein

Peter Germann-Beutenmüller von der Kreispolizeibehörde Steinfurt erklärt: "Zum einen ist es schon schlimm zu sehen, wenn ein Tier da liegt. Wir hatten aber auch schon Fälle, wo ein totes Reh noch ein Kitz im Mutterleib hatte. Und wenn man dann so einen Unfall miterlebt, dann ist die Betroffenheit schon groß!"

Totes Reh am Straßenrand

Wildunfälle sind für Autofahrer oft schockierender als gedacht

Ein Grund für die vielen Wildunfälle im Kreis Steinfurt: Die Lebensbedingungen. Rehe und anderes Wild fühlen sich im Münsterland pudelwohl, weil sie hier viel Nahrung finden.

Polizei und Jäger sind mit ihrer Aktion zufrieden

Für diesen Abend sind Polizei und Jäger mit ihrer Aktion zufrieden. "Wir haben viele Gespräche geführt. Die meisten Autofahrer waren sehr zugänglich!", resümiert der zuständige Jagdpächter Klemens Dömer-Beckmann. Gut ein Dutzend Autofahrer war zu schnell. Einige bekamen ein Bußgeld, andere kamen mit einer Ermahnung davon.

Polizei und Jäger im Kreis Steinfurt planen weitere Aktionen, um die Zahl der Wildunfälle zu reduzieren.

Unsere Quellen:

  • Gespräche mit Jägern und Polizisten vor Ort
  • Interview mit Peter Germann-Beutenmüller, Kreispolizei Steinfurt
  • Interview mit Klemens Dömer-Beckmann, Jagdpächter
  • Kreispolizeibehörde Steinfurt
  • Kreisjägerschaft Steinfurt

Sendung: WDR 2 Münsterland, Lokalzeit, 26.11.2025, 07.30 Uhr

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