Eines ist für Kevin Gniosdorz klar: "Für uns ist es erstmal wichtig, dass wir feststellen, dass es diesem Land gerade nicht gut geht." So fasst es der Vorsitzende der Jungen Union NRW zusammen. Das Land befinde sich in schwierigem Fahrwasser, trotzdem will man offenbar nicht verzagen. Der NRW-Tag des größten Landesverbandes der Jungen Union will Optimismus verbreiten: "Aufstiegsland NRW. Bereit für mehr", lautet das Motto.
Aufstiegsversprechen unter Druck
Es knüpft an das Aufstiegsversprechen an, das nach wie vor in Deutschland hochgehalten wird. Dieses Versprechen besagt, dass man mit Fleiß vorankommen kann, unabhängig von Herkunft oder Bildung. Und es beinhaltet auch, dass junge Menschen es mal besser haben sollen als ältere Generationen. Doch genau dieses Versprechen ist unter Druck geraten, sagt Kevin Gniosdorz: "Ich glaube, dieses Aufstiegsversprechen ist gerade in einer ziemlichen Schieflage."
Kevin Gniosdorz, Landesvorsitzender Junge Union NRW
Zum Beispiel könnten sich junge Menschen kaum noch Eigentum leisten, auch im ländlichen Raum sei das schwer: "All das ist nicht mehr so einfach umsetzbar, wenn man nicht zumindest mit einem guten Erbe ausgestattet ist."
Hinzu kommt: Von jungen Menschen werde viel erwartet, das zeigten etwa die Diskussionen um den Wehrdienst. Und das, obwohl vielen noch die Folgen der Corona-Pandemie nachhingen. Und auch der Generationenvertrag sei ins Wanken geraten. In der kommenden Woche will die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission ihren Bericht übergeben. Die Kommission will Vorschläge machen, wie die Rente zukunftsfest werden könnte. Die Junge Union NRW wartet gespannt auf diese Vorschläge, Gniosdorz sagt in Richtung Berlin aber auch: "Denkt das ergebnisoffen."
Politik dürfe die jungen Menschen nicht vergessen. Auch ihnen müsste man Angebote machen, damit sie Lust bekommen mit anzupacken: "Ich bin der festen Überzeugung, eine Politik, aber auch eine Gesellschaft, die es nicht mehr vermag, jungen Menschen ein Angebot zu machen, wird irgendwann auseinanderfliegen."
Prominente Gäste in Gütersloh
Ina Scharrenbach (CDU) und Hendrik Wüst (CDU)
Beim NRW-Tag der Jungen Union, der für Samstag und Sonntag in der Stadthalle Gütersloh angesetzt ist, werden unter anderen Ministerpräsident Hendrik Wüst und Bauministerin Ina Scharrenbach Reden halten. Auch Bundestagsabgeordnete wie Johannes Winkel, der zugleich Bundesvorsitzender der JU ist, sind zu Gast.
Johannes Winkel im Deutschen Bundestag
Der Leitantrag dreht sich um Integration und das Verständnis zwischen verschiedenen Religionen. Integration sei keine Einbahnstraße: Der Staat müsse Angebote machen, sollte aber auch entsprechend mehr einfordern können. Aber man sollte insgesamt etwas lockerer auf das Thema schauen: Gerade NRW sei ein Einwanderungsland, das könne niemand bestreiten, findet JU-Landeschef Kevin Gniosdorz.
Unsere Quellen:
- WDR-Interview mit Kevin Gniosdorz
- Programm der JU NRW
Sendung: WDR Nachrichten, 20.06.2026, 06:00 Uhr
