Eine Milliarde für den Sport in NRW | Aktuelle Stunde
00:21 Min.. Verfügbar bis 16.01.2028.
Die "NRW-Sportmilliarde" soll für die Modernisierung, Sanierung und den Neubau von Sportstätten und Schwimmbädern eingesetzt werden. Das kündigte Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) auf seiner gemeinsamen Jahresauftakt-Pressekonferenz mit Wirtschaftsministerin Neubaur (Grüne) in Düsseldorf an.
Je 200 Millionen Euro sollen für Sportstätten, Schwimmbäder und Sportvereine fließen. Diese Mittel aus dem milliardenschweren NRW-Investitionsplan für Infrastruktur stehen direkt zum Abruf bereit. Hinzu kämen 375 Millionen Euro aus der sogenannten Sportpauschale, die über fünf Jahre gestreckt werden, sowie weitere 20 Millionen für herausragende Sportstätten.
Olympische Spiele: "Größte Spiele Zeiten"
In dem Zusammenhang warb Wüst erneut für Olympische und Paralympische Spiele in NRW. Mit der "NRW-Sportmilliarde" setze das Land ein konkretes Signal zu Beginn der Kampagne für ein "Ja" der Bürger zu Olympia. NRW möchte ebenso wie München, Berlin und Hamburg als deutscher Kandidat für die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 ins Rennen gehen.
Im April sollen die Einwohner der betroffenen Kommunen über eine Olympia-Bewerbung abstimmen. Ob Deutschland mit NRW ins Rennen geht, entscheidet sich im Herbst. Gemessen an den möglichen 14 Millionen Besuchertickets sprach Wüst von den größten Spielen, die es jemals gegeben habe.
"Das können die größten Spiele aller Zeiten werden." NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU)
Bislang seien für die Bewerbung 600.000 Euro ausgegeben worden, erklärte Wüst. Für die Durchführung werde derzeit mit Kosten von 4,8 Milliarden Euro und einem Einnahmepotenzial von 5,2 Milliarden Euro gerechnet.
Wirtschaft: Land begrüßt Blackstone-Pläne
Wüst verwies in der Pressekonferenz auch auf die Rekordzahl von 658 Start-Up-Gründungen im vergangenen Jahr und auf 15 Exzellenzcluster, die nach NRW gegangen seien. Dabei bestätigte er auch die Pläne des Finanzinvestors Blackstone zur Errichtung eines rund vier Milliarden Euro teuren Rechenzentrums in Lippetal (Kreis Soest). Das Projekt zeige die Attraktivität des Standorts NRW, ergänzte Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne).
Energiepolitik: "Schallmauer" durchbrochen
Im vergangenen Jahr habe NRW mit 259 neuen Windrädern erstmals "die Schallmauer" von mehr als 1.000 Megawatt Nennleistung am Netz durchbrochen, erklärte Wüst. "Als wir 2022 gesagt haben, wir wollen 1.000 Windräder planen, da sind wir belächelt worden", so der Ministerpräsident: "Wenn man heute in das entsprechende öffentliche Register guckt, haben wir in dieser Wahlperiode 1.615 neue Windenergie-Anlagen auf den Weg gebracht." Davon seien 610 an Land heute schon in Betrieb.
Kita-Reform: Land gesprächsbereit
In der Pressekonferenz reagierte Wüst auch auf die Kritik von Trägern an der Kibiz-Reform: Ziel sei eine verlässliche Betreuung. Er kündigte an, den Dialog fortzusetzen, die Verbände anzuhören und Eckpunkte im weiteren Verfahren zu prüfen.
Schutz kritischer Infrastruktur
Die stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) forderte auf der Pressekonferenz stärkere Regeln zum Schutz kritischer Infrastruktur. "Die Sabotageakte auf die kritische Infrastruktur wie in Berlin und hybride Bedrohungen sind eben Teil der täglich stattfindenden neuen Realität", betonte sie. In NRW liegen rund 300.000 Kilometer Stromnetze.
"Wir sind auf ganz vielen Kilometern auch in Nordrhein-Westfalen angreifbar und verletzlich." NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne)
NRW arbeite eng mit Betreibern und Sicherheitsbehörden zusammen und baue Notfallstrukturen aus, erklärte Neubaur. Eine hundertprozentige Sicherheit könne es nicht geben, aber die Gefahr eines Angriffs müsse verringert werden. Dabei wäre auch eine Frage, wie der Anspruch auf Transparenz mit dem Schutz der Infrastruktur einherginge. "Passt es tatsächlich in die Zeit, dass sicherheitskritische Daten zum Teil miteinander verknüpft im Netz stehen?" so Neubaur.
Der Bundestag berät derzeit über eine Reform gesetzlicher Regelungen, bei denen es um den Schutz kritischer Infrastruktur geht. Dazu gehören Bereiche, die die Versorgung mit als unentbehrlich geltenden Gütern und Dienstleistungen sicherstellen. Neben der Energie- und Wasserversorgung gehören dazu unter anderem die Ernährungswirtschaft und das Gesundheitswesen.
Unsere Quelle:
- Pressekonferenz von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne)
Sendung: WDR.de, Wüst kündigt NRW-Sportmilliarde an, 16.01.2026, 12:38 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 16.01.2026, 18.45 Uhr
