Die CDU liegt in der Sonntagsfrage bei 35 Prozent, die SPD bei 20, die Grünen bei 13, FDP bei 4, AfD bei 15, Linke bei 6 und Andere bei 7 Prozent
Wenn an diesem Sonntag ein neuer Landtag in Nordrhein-Westfalen gewählt würde, könnte die schwarz-grüne Landesregierung ihre Mehrheit zwar behaupten, allerdings verzeichnen beide Regierungsparteien Verluste, während die Oppositionsparteien zulegen. Das ist das Ergebnis des NRW-Trends, den Infratest dimap im Auftrag von Westpol vom 26. bis 29. Januar 2026 erhoben hat.
Direkt zu den Ergebnissen:
CDU von Ministerpräsident Hendrik Wüst kommt in der Sonntagsfrage auf 35 Prozent (-4 im Vergleich zu Juni 2025), die Grünen auf 13 Prozent (-2). Nach ihrem Rekordtief im NRW-Trend vom Juni 2025 kann sich die SPD deutlich erholen. Sie legt um vier Prozentpunkte zu und erreicht damit erstmals seit Juni 2023 wieder die 20-Prozentmarke. Auch die AfD verbessert sich leicht, überholt die Grünen und stellt mit 15 Prozent (+1) ihren bisherigen Bestwert aus dem Juni 2023 ein. Die Linke verzeichnet leichte Verluste (-1), würde mit 6 Prozent aber den Sprung in den Landtag schaffen. Dies würde der FDP mit 4 Prozent trotz leichter Zugewinne (+1) nicht gelingen. Alle anderen Parteien kämen zusammen auf 7 Prozent.
Die CDU liegt in der Sonntagsfrage bei 35 Prozent, die SPD bei 20, die Grünen bei 13, FDP bei 4, AfD bei 15, Linke bei 6 und Andere bei 7 Prozent
⬆️ nach oben
Zufriedenheit mit Landesregierung und Ministerpräsident nahezu stabil
Die Zufriedenheit mit der Arbeit der Landesregierung hält sich weiterhin die Waage. 48 Prozent der Befragten sind unverändert zufrieden, 49 Prozent sind unzufrieden (+4 seit Juni 2025). Die Arbeit von Ministerpräsident Wüst wird etwas negativer bewertet als bei der letzten Abfrage im April 2024: 45 Prozent der Befragten sind zufrieden (-2), 38 Prozent (+2) unzufrieden.
48 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit der Landesregierung zufrieden, 45 Prozent mit der Arbeit von Ministerpräsident Hendrik Wüst
⬆️ nach oben
Designierter SPD-Spitzenkandidat Jochen Ott noch wenig bekannt
Gut ein Jahr vor der Landtagswahl 2027 hat sich die SPD-Parteispitze auf Jochen Ott als Spitzenkandidaten geeinigt. Den meisten Menschen in NRW ist der SPD-Fraktionsvorsitzende bislang kein Begriff. Nur jeder vierte Wahlberechtigte (24 Prozent) traut sich zu seiner Person ein Urteil zu.
Für 12 Prozent ist Ott ein guter Kandidat für die Sozialdemokraten, ebenso viele melden Zweifel an. Bei den SPD-Anhängern überwiegt das positive Urteil (26 zu 5 Prozent) deutlich, allerdings weiß auch von ihnen eine Mehrheit mit dem Namen des SPD-Politikers bislang nur wenig anzufangen
12 Prozent insgesamt bzw. 26 Prozent der SPD-Anhänger halten Jochen Ott für einen guten SPD-Spitzenkandidaten
⬆️ nach oben
Infrastruktur und Gerechtigkeit stärker im Problembewusstsein
Das Thema Migration hat seine Alleinstellung als wichtigstes Problem aus Sicht der Befragten eingebüßt. Zwar nennen noch 26 Prozent der Befragten Zuwanderung als eines der am vordringlichsten zu lösenden Probleme. Das sind allerdings 3 Prozentpunkte weniger als bei der letzten Abfrage im April 2024.
Deutlich wichtiger als vor knapp zwei Jahren bewerten die Befragten die Probleme bei Infrastruktur, ÖPNV und Verkehr. Dieses Themenfeld wird jetzt ebenfalls von 26 Prozent der Menschen genannt, ein deutliches Plus (+6) seit April 2024.
Zuwanderung sowie Infrastruktur / Mobilität werden jeweils von 26 Prozent als wichtigste Problemen genannt
Auf Rang drei der Probleme landet das Thema Bildung mit 21 Prozent (-4). Mit jeweils 12 Prozent schaffen es die Themen Soziale Ungerechtigkeit (+4) und Wirtschaft (+3) neu in die Top Fünf der Probleme.
Dort sind die Themen Innere Sicherheit (10 Prozent, -3) und Umwelt/Klimaschutz (7 Prozent, -5) dagegen anders als im April 2024 nicht mehr vertreten.
Innere Sicherheit schafft es mit 10 Prozent nicht mehr in die Top Fünf der wichtigsten Probleme
⬆️ nach oben
Klare Mehrheit gegen Teilzeit-Vorstoß des CDU-Wirtschaftsflügels
Der CDU-Wirtschaftsflügel hat eine Debatte um die Regeln für Teilzeit-Arbeit angestoßen. Teilzeit solle künftig nur bei „besonderer Begründung“ gewährt werden, also bei der Erziehung von Kindern, der Pflege von Angehörigen oder für Fort- und Weiterbildungen. Die große Mehrheit der Befragten lehnt eine derartige Einschränkung des Rechts auf Teilzeit ab. 70 Prozent der Befragten finden den Vorschlag falsch, 24 Prozent richtig. Auch die CDU-Anhänger in NRW sind mehrheitlich (56 zu 39) dagegen.
70 Prozent der Befragten finden den Teilzeit-Vorschlag falsch, 24 Prozent richtig
⬆️ nach oben
Breite Unterstützung für Olympia-Bewerbung
NRW bewirbt sich mit der Initiative KölnRheinRuhr beim Deutschen Olympischen Sportbund als deutscher Austragungsort für Olympische Sommerspiele ab 2036 und tritt damit gegen Berlin, Hamburg und München an. Wie im Juni 2025 überwiegt in NRW die Unterstützung: Mehr als die Hälfte (57 Prozent, -1) findet die NRW-Olympiabewerbung gut, nur ein knappes Drittel (30 Prozent. -1) äußert sich kritisch. Deutlichen Zuspruch findet die Olympia-Bewerbung vor allem bei den Menschen unter Fünfzig (63 Prozent pro, 22 Prozent contra). In der Altersgruppe über Fünfzig fällt die Unterstützung etwas verhaltener aus (52 zu 37).
57 Prozent finden die NRW-Olympiabewerbung eher gut, 30 Prozent eher schlecht
⬆️ nach oben
Kohle-Aus 2030, 2033 oder später?
Der Ausstieg aus der Braunkohle in NRW soll nach bisheriger Beschlusslage 2030 kommen. Der Beschluss sieht zugleich für 2026 mit Blick auf die Versorgungssicherheit eine Prüfung des Ausstiegs vor, mit der Möglichkeit einer Verschiebung auf 2033.
Dass am Ausstiegsdatum 2030 festgehalten wird, wünschen sich 42 Prozent der Befragten. 22 Prozent sprechen sich für eine Verschiebung des Braunkohle-Ausstiegs auf 2033 aus. Ein Viertel (25 Prozent) stellt die Beschlusslage vollständig infrage und wünscht sich ein Festhalten an der Braunkohle über 2033 hinaus.
42 Prozent der Befragten möchten am NRW-Kohleausstieg 2030 festhalten
Die Anhänger der beiden Regierungsparteien in NRW zeigen hier sehr unterschiedliche Präferenzen. Die große Mehrheit der Grünen-Anhänger (86 Prozent) besteht auf dem Ausstiegsjahr 2030. Bei den CDU-Anhänger machen sich nur 37 Prozent dafür stark, etwa ebenso viele (36 Prozent) favorisieren eine Verschiebung auf 2033. Fast jeder vierte CDU-Anhänger (23 Prozent) ist offen für die Nutzung von Braunkohle über 2033 hinaus.
37 Prozent der CDU-Anhänger und 86 Prozent der Grünen-Anhänger möchten am Kohleausstieg 2030 festhalten
⬆️ nach oben
Klimaneutrale Industrieregion: Chance oder Risiko?
Solche Unterschiede zeigen sich auch bei der Bewertung des schwarz-grünen Regierungsziels, NRW bis 2045 zur ersten klimaneutralen Industrieregion Europas zu machen. Insgesamt sehen 49 Prozent der Befragten darin eine Chance für den Wirtschaftsstandort, 42 Prozent ein Risiko.
Das Ziel, bis 2045 erste klimaneutrale Industrieregion Europas zu werden, bewerten 49 Prozent als Chance
Ähnlich fällt das Urteil bei den CDU-Anhängern aus. Hier sehen 52 Prozent eher eine Chance, 40 Prozent eher ein Risiko. Die Anhänger der Grünen sind da deutlich optimistischer. Hier sehen 90 Prozent im Regierungsziel eine Chance, nur 6 Prozent ein Risiko.
Unsere Quelle:
- NRW-Trend von Infratest dimap
Sendung: WDRde, NRW-Trend: Verluste für die Regierungsparteien, Gewinne bei SPD, 01.02.2026, 10:00 Uhr

