Reporter Philipp Menn berichtet zu "Lifestyle"-Teilzeit aus Berlin

Aktuelle Stunde 26.01.2026 25:03 Min. UT Verfügbar bis 26.01.2028 WDR

Debatte um Teilzeit: NRW-Minister Laumann widerspricht CDU-Kollegen

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Der CDU-Wirtschaftsflügel würde gerne den Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit einschränken. NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann sieht bei dem Thema jedoch "keinen Änderungsbedarf" und widerspricht den Parteikollegen.

In der Debatte um den Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit hat sich NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) zu Wort gemeldet. In einem knappen und nüchternen Statement widerspricht er seinen Parteikollegen des CDU-Wirtschaftsflügels, die vorgeschlagen hatten, den Rechtsanspruch auf Teilzeit einzuschränken. Dafür sieht Laumann "keinen Änderungsbedarf", wie er gegenüber dem WDR schriftlich erklärt.

Laumann: "Gute Gründe für eine Teilzeitbeschäftigung"

"In Nordrhein Westfalen arbeiten knapp 70 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Vollzeit und 30 Prozent in Teilzeit", schreibt er in seinem Statement. Für die Menschen in Teilzeit gebe es seiner Meinung nach gute Gründe. "Beispielsweise nutzen Eltern und pflegende Angehörige die Möglichkeit, um Arbeitsverhältnis und Care-Arbeit bestmöglich miteinander zu vereinbaren."

"Vor diesem Hintergrund sehe ich keinen Änderungsbedarf bei der jetzigen Rechtslage." Karl-Josef Laumann (CDU), NRW-Arbeitsminister

Mit seiner Meinung ist Laumann nicht allein in der CDU. Auch der rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende Gordon Schnieder bezeichnete den Vorschlag als "Schnapsidee" und schlug vor, stattdessen Vollzeitarbeit attraktiver zu machen.

CDU-Wirtschaftsflügel begründet Vorstoß mit Fachkräftemangel

Grund für die Kritik ist ein Antrag, den die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) für den CDU-Bundesparteitag im Februar vorbereitet, der den Titel "Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit" trägt. Darin fordert die MIT, dass Arbeitnehmer nur noch unter besonderen Voraussetzungen Rechtsanspruch auf Teilzeit haben sollten. Zu diesen Gründen zählen die Erziehung von Kindern, die Pflege von Angehörigen und berufsbegleitende Fort- und Weiterbildungen.

Wer dennoch in Teilzeit geht, soll laut Antrag den Anspruch auf aufstockende Sozialleistungen wie Grundsicherung, Kinderzuschlag oder Wohngeld verlieren. "Die Solidargemeinschaft darf nicht die Work-Life-Balance von Aufstockern finanzieren", heißt es in dem MIT-Antrag.

Die MIT begründet ihren Vorstoß mit dem Fachkräftemangel in Deutschland und der gleichzeitig steigenden Teilzeitquote, die 2025 mit rund 40 Prozent einen Rekordwert erreicht hat

Laumann widerspricht CDU-Kollegen

WDR Studios NRW 26.01.2026 01:01 Min. Verfügbar bis 26.01.2028 WDR Online


Unsere Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa
  • Statement von NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU)
  • Antrag des MIT-Bundesverbandes "Kein Anspruch auf Lifestyle-Teilzeit

Sendung: WDR.de, "Laumann widerspricht CDU-Kollegen", 26.01.2026, 18:58 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 26.01.2026, 18:45 Uhr

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