Landesparteitag FDP | WDR aktuell

WDR 03:20 Min. Verfügbar bis 18.04.2028

Landesparteitag der FDP: Mehr Unterstützung für Höne

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Henning Höne möchte Bundesvorsitzender der FDP werden. Dafür muss er FDP-Urgestein Wolfgang Kubicki bezwingen. Vor dem Bundesparteitag trifft sich die NRW-FDP an diesem Samstag in Duisburg zum Landesparteitag. Dort haben die 400 Delegierten ihren Parteichef jetzt mit einem guten Ergebnis im Amt bestätigt. Rückenwind, den Höne gut gebrauchen kann.

Von Steven Hartig

Von 386 Delegierten sprachen sich in der Duisburger Mercatorhalle 326 für Henning Höne als Landesvorsitzenden aus, 50 stimmten gegen ihn, 10 enthielten sich. Damit bestätigte der Parteitag Höne in seinem Amt, mit einem Anteil von etwa 84 Prozent der Stimmen. Beim letzten Mal hatte Höne 79 Prozent der Stimmen erhalten. Jedes Ergebnis unter diesem Wert hätte seine bundespolitischen Ambitionen in der FDP stark geschwächt.

Ein Jahr nach dem Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag und ein Jahr vor der NRW-Landtagswahl möchte Henning Höne die Freien Demokraten zu einem Comeback tragen. Ende Mai kandidiert der Chef der NRW-FDP auf dem Bundesparteitag als Vorsitzender.

Höne gegen Kubicki

Dort erwartet ihn als Herausforderer Wolfgang Kubicki. Das FDP-Urgestein gilt als konservativer und wirtschaftsliberaler Parteipromi, der auf seine Bekanntheit und zugespitzte Parolen setzt. Der 74-jährige Kubicki traut seinem Kontrahenten Höne nicht zu, die FDP schnell wieder aus ihrer existenzbedrohenden Krise zu führen.

Henning Höne, FDP-Landesvorsitzender in NRW im Gespräch mit WDR-Reporterin

Henning Höne, FDP-Landesvorsitzender in NRW, im Gespräch mit WDR-Reporterin

Der bundesweit noch unbekannte Höne tritt inhaltlich und im Ton moderater auf, steht eher für eine liberal-bürgerliche FDP, die bodenständiger sein soll. Höne formulierte das Anfang des Jahres so: Die FDP brauche "weniger Sylt, mehr Havixbeck".

Höne wirft Kubicki vor, die FDP und den Liberalismus inhaltlich verengen zu wollen. Diese Verengung drohe, "wenn man ausschließlich nur noch auf wirtschaftliche Freiheit schaue", sagte Höne vor dem Parteitag dem WDR. Wirtschaftliche Freiheit finde er zwar wichtig, ergänzte aber:

"Wir werden langfristig nicht wirtschaftlich erfolgreich sein, wenn wir nicht auch gesellschaftlich frei sind." Henning Höne, Landeschef der NRW-FDP

FDP bereitet sich auch auf Landtagswahl vor

Obwohl der Zweikampf Höne-Kubicki seine Schatten vorauswirft, will sich die FDP in Duisburg vor allem für die kommende Landtagswahl in NRW aufstellen.

Inhaltlich schwört Höne seine Partei auf wenige Inhalte ein: Bessere Bildung für mehr Aufstiegschancen. Eine werteorientierte Integrationspolitik, die Probleme benennt. Fortschritt durch Technologie und Innovation. Einen entschlackten Staat mit weniger Bürokratie. Eine starke Wirtschaft durch weniger Steuern und staatliche Eingriffe.

Neuzugänge im Landesvorstand

Personell setzt die NRW-FDP auf Kontinuität. Große Teile des Landesvorstands stellen sich wieder zur Wahl.

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WDR Studios NRW 17.04.2026 02:40 Min. Verfügbar bis 16.04.2028 WDR Online

Lediglich der bisherige Schatzmeister Christoph Dammermann und die ehemalige Bundestagsabgeordnete Nicole Westig treten nicht mehr an. Für sie kandidieren der Bielefelder Kreisvorsitzende Jan Maik Schlifter (Schatzmeister) und der ehemalige Vorsitzende der NRW-Jungliberalen Alexander Steffen (stellvertretender Landesvorsitz).

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Wolfgang Kubicki, spricht beim Landesparteitag der Thüringer FDP, 12.06.2021

Wolfgang Kubicki fordert Henning Höne heraus

Der NRW-Landesverband stellt auf dem Bundesparteitag Ende Mai voraussichtlich ein knappes Viertel der 662 Delegierten. Ein Stimmgewicht, das Höne potenziell zum Bundesvorsitz tragen könnte. Zunächst muss er aber seinen eigenen Landesverband hinter sich bringen.

Kubickis Stil und sein Bekanntheitsversprechen dürften auch zwischen Münster und Bonn einige Fans haben. Gleichzeitig werden viele Delegierte mit Blick auf die Landtagswahl ihren Spitzenkandidaten nicht beschädigen wollen.

Lindner führte FDP einst zu neuen Wahlerfolgen

In den 2010er Jahren war es Christian Lindner, der die Freien Demokraten aus NRW heraus erneuerte und schließlich zunächst in NRW, dann im Bund zu historischen Wahlerfolgen führte. Höne möchte wiederholen, was Lindner gelang.

Doch die Voraussetzungen sind schlecht: Im März hatte die FDP in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg den Wiedereinzug in den Landtag verpasst. Beide Bundesländer gelten als traditionelle FDP-Stammländer - wie NRW.

Neues Gesicht für neues Vertrauen

"Mein Angebot für den Bundesvorsitz ist vor allem ein neues Gesicht, um neues Vertrauen zu erlangen", begründet Höne seine Kandidatur. "Denn die FDP steckt insbesondere in einer Vertrauenskrise, da müssen wir ansetzen. Dafür sind neue Gesichter notwendig."

Seine Partei wird ihm spätestens Ende Mai zeigen, ob sie das genauso sieht.

Unsere Quellen:

  • Pressegespräch mit Henning Höne am 16.04.2026
  • NRW-Landesverband der FDP
  • Satzung der NRW-FDP
  • Eigene Berichterstattung & Recherchen
  • WDR-Reporter vor Ort in Duisburg

Sendung: WDR5, Westblick, 17.04.2026, 17:05 Uhr

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