Peter Blumenrath (CDU) sagt: "Wir sind Elektroland." Als Beleg verweist er auf rund 35.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte in NRW zum Ende vergangenen Jahres. Inzwischen sind es laut dem schwarz-grünen Antrag zur Stärkung der E-Mobilität bereits 40.000. Christof Rasche (FDP) will die Bewertung so nicht stehen lassen. Von dem Spitzenwert bleibe nichts übrig, wenn man ihn ins Verhältnis zu den Fahrzeugen setze. Auf je 1.000 E-Autos gerechnet rutsche NRW drastisch ab. "Und da sagen Sie, NRW ist Spitzenreiter Nr. 1? Diese Inszenierung glaubt Ihnen kein Mensch!"
Die Regierungsfraktionen setzen mit ihrem Antrag unter anderem darauf, landeseigene Flächen besser für Ladesäulen zu nutzen. Geeignete Flächen sollen erfasst und angezeigt werden. Denn oft scheitere es nicht am Willen, sondern schlicht an Standorten, sagt Blumenrath. Schließlich lautet die Zielmarke, bis 2030 92.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte zu erreichen. Ehrgeizig, aber erreichbar, so heißt es.
Lange Wege zur nächsten Ladesäule
Ein weiterer Punkt: bei Ausschreibungen attraktive und weniger attraktive, weil weniger angefahrene Standorte, miteinander zu verbinden. Das soll gerade den Defiziten im ländlichen Raum begegnen. Ein guter, aber nicht ausreichender Ansatz, sagt Christin-Marie Stamm von der SPD, selbst aus dem Sauerland. Die Ungleichheiten im Ladenetz seien erheblich.
Auf dem Land seien die Ziele der E-Mobilität noch nicht in Reichweite, sagt Stamm. Und genau da lieferten die Regierungsfraktionen mit ihrem Antrag zu wenig Lösungsansätze. "Ob die Mobilitätswende gelingt, entscheidet sich nicht nur in unseren Großstädten, sondern auch in den Dörfern und Kleinstädten unseres Landes."
Die AfD kritisiert eine "ideologisch motivierte Verkehrspolitik" und die hohen Strompreise in Deutschland.
Hoffen auf Koalitionsvertrag der Bundesregierung
NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) setzt auf das Versprechen der Bundesregierung, die Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß abzusenken, wie im Koalitionsvertrag angekündigt. Denn das würde auch E-Mobilität attraktiver machen. Zu Jahresanfang habe es in NRW rund 480.000 rein elektrisch betriebene Fahrzeuge gegeben.
Der Landtag hat den Antrag mit den Stimmen von CDU und Grünen angenommen, die SPD enthielt sich, FDP und AfD stimmten dagegen.
Unsere Quellen:
- Antrag der Fraktionen der CDU und Grünen zur Stärkung der Elektromobilität
- Landtagsdebatte
- eigene Recherchen
Sendung: WDR.de, Stärkung der E-Mobilität in NRW, 18.06.2026, 15:16 Uhr
