Castor-Transporte in NRW | Aktuelle Stunde

00:30 Min. Verfügbar bis 07.08.2027

Castor-Transporte durch NRW sollen bald anrollen

Stand:

Die ersten Castor-Transporte durch NRW könnten in wenigen Wochen anrollen. Wie es aus Kreisen der SPD-Landtagsfraktion heißt, soll die Transportgenehmigung für die geplanten Atommüll-Transporte vom stillgelegten Forschungsreaktor in Jülich ins Zwischenlager Ahaus in den nächsten Tagen vorliegen.

Von Antje Passenheim

 "Nach unserem Kenntnisstand soll bis Mitte August die Genehmigung kommen und dann wird es sechs bis acht Wochen dauern, bis die ersten Castoren rollen werden", sagte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Vogt dem WDR. Das hänge davon ab, wie lange es dauere, die nötigen Sicherheitsmaßnahmen und sonstige Vorbereitungen zu treffen.

Bundesamt: Genehmigung noch in diesem Sommer

Ein Polizeiwagen sichert während der Demonstration der Anti-Atom-Initiativen die Zufahrt zum Zwischenlager

Zwischenlager in Ahaus

Das  für die Transportgenehmigung zuständige Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) wollte diesen konkreten Zeitplan nicht bestätigen. Ein Sprecher erklärte, das BASE bleibe bei seiner offiziellen Linie, wonach das grüne Licht für die neue Welle der Castor-Transporte durch NRW voraussichtlich "noch in diesem Sommer" erfolge. Nähere Informationen gab es auch vom NRW-Wirtschaftsministerium nicht. Der Bund entscheidet eigenständig, ob die Transporte von Jülich nach Ahaus stattfinden - die NRW-Landesregierung wird zwar nach ihrer Einschätzung gefragt, an die muss sich der Bund aber nicht halten.

Rollen bald die Atommülltransporte?

WDR 5 Westblick - aktuell 07.08.2025 05:22 Min. Verfügbar bis 07.08.2026 WDR 5

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Proteste von Anwohnern erwartet

Straßenschild  Jülich Ahaus

In Jülich lagert seit Jahren hochradioaktiver Atommüll aus einem früheren Forschungsreaktor - rund 300.000 Brennelemente-Kugeln in 152-Castor-Behältern. Maximal zwei Behälter könnten zusammen auf einen Transport gehen, so SPD-Politiker Vogt. Die exakten Routen sollen aus Sicherheitsgründen möglichst geheim gehalten werden. Der geplante Transport des Atommülls nach Ahaus ruft seit langem Proteste von Anwohnern und Aktivisten hervor.

"Wir gehen davon aus, dass es auch diesmal Widerstand gibt", so der energiepolitischer Sprecher der SPD, Vogt. Die Castortransporte würden nicht nur in den nächsten Wochen und Monaten, sondern möglicherweise die nächsten vier bis acht Jahre mitten durch NRW rollen.

Transporte mit "Schwarz-Grün-Stempel"

Vogt warf der Landesregierung vor, dass sie sich nicht adarum gekümmert hat, ein neues, erdbebensicheres Zwischenlager in Jülich zu bauen, um die Transporte zu verhindern. In ihrem Koalitionsvertrag hatten CDU und Grüne geschrieben, dass sie die Option dieses Neubaus vorantreiben wollten. Allerdings hatte die Ampel aus SPD, Grünen und FDP im Bund 2022 beschlossen, den Transports der Castoren nach Ahaus priorisieren - sollte NRW nicht die über den Transport hinausgehenden Mehrkosten für den Neubau tragen. 

Über dieses Thema berichten wir auch im WDR Hörfunk: In der Sendung Westblick am 07.08.25 um 17:05 Uhr.

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