Ahaus: Lauter Protest vor Atommüll-Zwischenlager
Rund 300 Menschen sind am Sonntag dem Aufruf mehrerer Bürgerinitiativen gefolgt. Sie fordern, die Castortransporte mit radioaktiven Abfällen noch abzusagen.
Von Markus Holtrichter
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Zu den Kommentaren [2]Es geht in die heiße Phase: In den kommenden Tagen könnte das Verwaltungsgericht Berlin über einen Eilantrag des BUND in Sachen Castortransporte entscheiden. Und das sorgt unter anderem in Ahaus für Nervosität.
Denn gibt das Gericht grünes Licht, könnten die ersten von 152 Hochsicherheitsbehältern von Jülich nach Ahaus bald rollen. Das wollen nicht nur Bürgerinitiativen und Umweltverbände unbedingt noch verhindern. Auch Karola Voß, Bürgermeisterin von Ahaus, sprach Sonntag auf der Kundgebung.
"Mein Anliegen ist, für größtmögliche Sicherheit für unsere Bürgerinnen und Bürger und auch möglichst wenig Unruhe zu sorgen" Karola Voß, Bürgermeisterin Stadt Ahaus (parteilos)
Symbolische Atommüllbehälter in der Zufahrt zum Zwischenlager
Die Demonstranten fordern mehr, als die geplanten Hochrisiko-Fahrten abzusagen. Beispielsweise sagen sie, müssten die Urananreicherungsanlage in Gronau und die "Brennelemente-Fabrik" in Lingen endgültig stillgelegt werden. Die Initiativen, Umweltverbände und Institutionen halten Atommüll-Transporte grundsätzlich für zu gefährlich.
Demonstranten widersprechen Sicherheitsbehörden
Das Brennelemente-Zwischenlager in Ahaus
Über 170 Kilometer auf Straßen und Autobahnen sollen die mächtigen Schwerlast-Transporte von Jülich nach Ahaus rollen. Eine so lange Strecke lasse sich nicht ausreichend beispielsweise gegen Drohnenangriffe schützen, sagen die Anti-Atom-Initiativen.
Zwischenlager auf unbestimmte Zeit
In Jülich dürfen die ausgedienten Brennelemente nicht bleiben. Das Lager dort muss geräumt werden. Ahaus gilt als sicherer Standort, bis der Bund ein Endlager gebaut hat. Allein die Standortsuche wird aber noch Jahre brauchen.
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus"
- Stadt Ahaus
- Kreispolizei Borken
Sendung: WDR 2, Nachrichten, 14.12.2025, 15 Uhr
2 Kommentare
Kommentar 2: Max Goldkuhle schreibt am 15.12.2025, 04:51 Uhr :
Wir alle müssen uns nun mit der gefählichen hinterlassenschaft der gut verdienenden Atomindustrie auseinandersetzen .Dem hochradioaktiven Atommüll der über Jahrtausende von Jahren sicher verbracht werden sollte. Aber schon nach wenigen Jahren möchte die gewählte Bundes und Landesregierung nichts mehr von den eklatanten Problemen der Entsorgung wissen. Nun soll der Müll ins nicht sichere BZA nach Ahaus gekahrt werden : obwohl dort die genehmigung in circa 10 Jahren abläuft.. 1 LKW wiegt 130 Tonnen und es sollen 152 Transporte werden auch aus Bayern . Über unsere marode Infrastruktur und Ballungsräume des Rheinlandes und Ruhrgebietes. Hinzu kommt das sich die Sicherheitslage verschärft hat ,denke man nur an Drohnen und Weltlage . Die Politik ist und war gefordert das Problem der zukünftigen Generationen zu lössen ..... aber fehlanzeige . UNVERANTWORTLICH .
Kommentar 1: Atomkraft - nein DANKE schreibt am 14.12.2025, 17:54 Uhr :
der Aufschrei gegen Atommüll und gegen Atomkraftwerke müsste noch viel lauter sein. - Mir kommt da folgender Gedanke in den Sinn: - Welcher Politiker oder Industrielle oder Inverstor möchte neben einem Atomkraftwerk oder neben einem Atommüll-Lager wohnen??? - Wir leben in einem Land oder Kontinent , wo es kaum die Möglichkeit für sichere Endlager für Atommüll-Lager gibt. - Und Atommüll im Meer oder in den Ozeanen zu versenken, ist auch keine gute Idee. Denn die Ozeane dienen mit zu unserer Ernährung >was heute schon durch Mikroplastik in Frage gestellt ist< und radioaktiv verseuchte Fische oder Meeresfrüchte möchte ich nicht essen. Unsere derzeitige Regierung handelt für mich nach dem Motto: "nach mir die Sintflut - Hauptsache die Wirtschaft brummt" - Während die Kräfte der Natur sich gegen uns Alle richten, wird auf Wirtschaftswachstum gesetzt, statt im Einklang mit der Natur zu leben und nur erneuerbare Energien zu nutzen und keine fossile Energie!