Rahmedetalbrücke: Bürgerfest auf A45
Aktuelle Stunde . 04.10.2025. 23:15 Min.. UT. Verfügbar bis 04.10.2027. WDR. Von Christian Albrecht.
Rahmedetalbrücke soll im Februar 2026 eröffnet werden
Stand:
Das Bundesverkehrsministerium hat den Eröffnungstermin für die neue Rahmedetalbrücke an der A45 bei Lüdenscheid konkretisiert: Das erste Teilstück soll im Februar 2026 für den Verkehr freigegeben werden.
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Jetzt mitdiskutierenZwei Fahrspuren in jede Richtung können dann wieder genutzt werden – das soll bereits eine deutliche Entlastung für die Region bringen, die unter Verkehrschaos auf den Ausweichstrecken leidet. Der zweite Teil der Brücke soll im Dezember 2026 fertiggestellt werden. Ursprünglich wurde das Jahr 2027 genannt. Die alte Brücke war vor etwa zweieinhalb Jahren gesprengt worden.
Erleichterung für Lüdenscheider
Vor Ort haben die Menschen mit gemischten Gefühlen reagiert: Viele sind froh, endlich eine Perspektive zu haben und freuen sich auf den Februar 2026. Andere hingegen reagierten etwas enttäuscht, da sie insgeheim auf eine Freigabe noch in diesem Jahr gehofft hatten.
Der Lüdenscheider Bürgermeister, Sebastian Wagemeyer, hatte ebenfalls auf eine Freigabe zu Weihnachten gehofft. Trotzdem ist er erleichtert und allen Bauarbeitern dankbar.
"Das wird eine enorme Erleichterung sein, wenn der Verkehr wieder über die Autobahn rollt." Sebastian Wagemeyer, Bürgermeister von Lüdenscheid
Der Bürgermeister von Lüdenscheid Sebastian Wagemeyer ist auch beim Bürgerfest auf der A45
Pro Tag seien durch die Umleitungen bis zu 20.000 Fahrzeuge durch Lüdenscheid gefahren, so Wagemeyer. "Wir haben hart gelitten in den vergangenen vier Jahren. Das betrifft unsere Stadt, aber auch die Region insgesamt, auch aus wirtschaftlicher Sicht."
Vorzeige-Bauprojekt
Vor zwei Jahren war der erste Spatenstich. Jetzt ist ein Ende der Bauarbeiten in greifbarer Nähe. In 70 Metern Höhe ist die erste Brückenhälfte vollständig betoniert und kann bereits mit Baugeräten befahren werden. Die Rahmedetalbrücke gilt daher als eines der schnellsten Infrastrukturprojekte Deutschlands.
Rahmedetalbrücke soll im Februar 2026 eröffnet werden
02:10 Min.. Verfügbar bis 04.10.2027. WDR.
Dieses Tempo sollte jetzt zum neuen Standard in Deutschland werden, fordert die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer (SIHK). "5 Jahre minus X war die Forderung der regionalen Wirtschaft für den Brückenneubau in Lüdenscheid. Und in einem Kraftakt scheint das auch zu gelingen", zeigt sich der SIHK-Präsident in einer Pressemitteilung erleichtert.
Bürgerfest auf Brücke
Die Rahmedetalbrücke zwei Jahre nach Beginn der Bauarbeiten
Den neuen Zeitplan verkündete das Bundesverkehrsministerium in Verbindung mit einem Bürgerfest, das Samstag auf der A45 stattfand. Wo gewöhnlich Autos und Lkw rollen, wurden am Samstag zahlreiche Besucher erwartet. Dabei ging es nicht nur um den Brückenneubau, sondern auch um den Zusammenhalt während und - hoffentlich dann ab Februar - nach Jahren der Sperrung.
Wegen Wetters weniger Besucher
Besucher beim Fest auf der Brücke
Zwischen dem Festgelände und der rund anderthalb Kilometer entfernten Brückenbaustelle fuhren Shuttlebusse hin und her. Im Vorfeld waren bis zu 10.000 Menschen erwartet worden - zu Beginn des regnerischen Tages waren es aber nur einige hundert.
Buntes Programm und besondere Aussichtsplattform
Trotz Regens lockt das Bürgerfest auf der A45 einige Besucher an
Von 10 bis 17 Uhr verwandelte sich die Autobahn in eine Festzone. Es gab Infostände, Imbissbuden und eine Bühne mit Live-Musik, dazu für Kinder eine Hüpfburg, Kinderschminken, eine Torwand und weitere Spielstationen.
Einen besonderen Ausblick gab es - zumindest für alle schwindelfreien Besucher - in einer gläsernen Kuppel, die in einer Höhe von rund 70 Metern einen Rundum-Blick bot.
Die Aussichtsplattform für die Partygäste steht bereits
Außerdem gab es an der Brücke von einem extra aufgebauten Gerüst aus eine exklusive Aussicht auf die Bauarbeiten, die auch am Samstag weiterliefen.
Blick nach vorne
Bis der "echte" Verkehr rollen kann, bleibt noch einiges zu tun. Die Asphaltdecke fehlt noch, die Wasserabläufe, die Geländer und die Fahrbahnmarkierungen. Doch der größte Teil der Arbeiten ist geschafft. Daher war das Fest am Samstag kein Tag, um einen Blick zurückzuwerfen auf die jahrzehntelangen Versäumnisse, die zur plötzlichen Sperrung und damit zum bis heute andauernden Chaos in der gesamten Region geführt haben.
Für die Menschen in Lüdenscheid und Umgebung zählt jeder Tag, an dem der Umleitungsverkehr sich endlich nicht mehr durch die Stadt quält. Das Autobahnfest am Samstag könnte also ein Grund zum Feiern gewesen sein.
Unsere Quellen:
- Reporterin vor Ort
- Autobahn GmbH
- Brückenbauer-Büro Lüdenscheid
- Stadtmarketing Lüdenscheid

5 Kommentare
Kommentar 5: Benni schreibt am 06.10.2025, 14:44 Uhr :
Für Deutschland sind ca. 4,5 Jahre ab Sperrung und ca. 2,5 Jahre bis zur Teilfertigstellung tatsächlich schnell. Leider zeigt das, wie weit wir im internationalen Vergleich zurückgefallen sind! Die von uns gerne belächelten Italiener haben in genau 2 Jahren die eingestürzte Brücke in Genua neu gebaut...
Kommentar 4: Angela Hoppe schreibt am 04.10.2025, 20:44 Uhr :
Eine gute Nachricht. Man kann also auch schnell. Das freut mich wirklich für die Lüdenscheider. Das Tempo brauchen wir auch für alle Brücken dieses Landes. Wir hatten bei uns eine popelige Brücke über die A1 von etwa 50m, die saniert wurde. Das hat unglaubliche 4 Jahre gedauert. Bürger hatten Fragen. Die Autobahn AG arrogante Ausreden. So geht das nicht.
Kommentar 3: S.R. schreibt am 04.10.2025, 19:57 Uhr :
Die Brücke hätte schon viel früher fertig sein können. Aber man musste ja warten, bis die Haselmaus ausgeschlafen hatte, die Fledermäuse ihr neues Zuhause angenommen hatten und die Turmfalken ihren Nachwuchs geboren hatten. Auf alle Tiere wurde Rücksicht genommen. Nur auf die Menschen nicht. Die konnten schauen, wie sie klarkommen.
Antwort von Andreas Bauer , geschrieben am 05.10.2025, 11:33 Uhr :
Was für Antworten ,Klasse oh man
Antwort von JohnnyReggae , geschrieben am 05.10.2025, 20:00 Uhr :
Wie wahr, die hätte ein halbes Jahr früher fertig sein können
Kommentar 2: Marcus Vehlmann schreibt am 04.10.2025, 14:56 Uhr :
Bei Intersse kann man hier sehen, was geht wenn die Verkehrsminister aus Bayern kommen: A7 – Talbrücke Werntal (AK Schweinfurt/Werneck) · Ersatzneubau, Bau 2019 bis 2024. Quelle: Projektseite/Infoblatt der Autobahn GmbH. A3 – Talbrücke Heidingsfeld (Würzburg) · Ersatzneubau Großbrücke im Rahmen 6-streifigen Ausbaus; Arbeiten 2014–2021 (Abschnitt). Quellen: Projektseite/Infoblatt der Autobahn GmbH A3 – Mainbrücke Randersacker (Würzburg) · Ersatzneubau (Vorgänger 1960er) Offenbar alles eine Frage der Prioritäten und nicht der Notwendigkeiten. In Bayern wurden in den letzten 20 Jahren zahlreiche Streckabschnitte und somit auch Brücken auf 6 Fahrstreifen ausgebaut, während in NRW die Infrastrutkur zerbröselt und das Land im Verkehrschaos versinkt. Danke auch an CDU und BMF, die die schwarze Null wie eine Monstranz vor sich hergetragen haben. Wähler die diese Geschichte geglaubt haben, verbuchen das SonderVERMÖGEN vermutlich auch im Haben. Leider am Ende nicht nur teuer für uns alle.
Antwort von Anonym , geschrieben am 04.10.2025, 17:03 Uhr :
Die CSU als bayerische Regionalpartei sorgt stets dafür, dass ihre Region nicht zu kurz kommt. Sie war auch bei den Stromautobahnen "Hauptinitiator des Schwenks zur Erdverkabelung, um Bürgerproteste in Bayern zu besänftigen". Erdkabel kosten je nach Rahmenbedingungen 3-6 mal soviel wie Freileitungen. (nach ChatGPT)
Antwort von Jan , geschrieben am 05.10.2025, 17:48 Uhr :
Nicht zu vergessen das Tal der Tunnel bei Garmisch-Partenkirchen, Tunnelneubau für Milliarden, hoffentlich gibt es so eine Offensive bald für NRW, aber nein, letztens erst 30 Projekte wegen Geldmangel gestrichen (in Bayern nur 5!!!)
Antwort von Bernd , geschrieben am 05.10.2025, 23:20 Uhr :
@ Jan: die haben die Tunnel, um nicht über die Berge oder drumherum fahren zu müssen. Bei uns ist alles so platt, daß man freitags schon sehen kann, wer samstags zu Besuch kommt. Wir brauchen keine Tunnel, die wartungs-/ und kostenintensiv sind; vielleicht mal an Autobahnkreuzen. Ansonsten sind sie Prestigeobjekte bei uns. In Bayern haben viele Dörfer dafür ihre Ruhe, was gut so ist, wenn wir dort Urlaub machen. Dafür gibt es in Bayern kaum Windräder, weil sie die Landschaft „verschandeln“, das tun sie uns auch und machen zusätzliche Probleme. Trotzdem überlege ich, nach meinem Renteneintritt (seit 2 Jahren) nach Bayern oder ins gelobte Land Österreich „auszuwandern, das Leben ist dort bedeutend einfacher als hier in NRW.
Antwort von Jan , geschrieben am 06.10.2025, 09:43 Uhr :
@Bernd Allgemein wäre es trotzdem wünschenswert, wenn man erstmal die bestehende Infrastruktur erhält. Selbstverständlich sehe ich die Vorteile der Tunnel bei Garmisch, nur ist im Verhältnis die Rahmedetalbrücke, um auf den Artikel einzugehen, wichtiger, da deutlich stärker befahren. Dass man nicht unbedingt Tunnel braucht, da stimme ich zu, wenn, dann für die Eisenbahn, aber während man in Bayern OU als kilometerlangen Tunnel realisiert, schafft man es in NRW nicht, eine Ortsumgehung mit einem 300m langen Tunnel zu bauen (siehe Wesel). Solche Tunnel sind überall Prestigeprojekte, ich möchte jedoch zum Ausdruck bringen, dass diese in Bayern bevorzugt umgesetzt werden.
Kommentar 1: Sepp schreibt am 04.10.2025, 13:35 Uhr :
Hurraaah! Nur das Wetter spielt heute nicht mit. Belustigung bei Regenschauern, möglichen Gewittern und Sturmböen AUF der Brücke? Ich hoffe mal, dass man die KÜPFburg gesichert hat. Steht da so, sorry, wohl sicher ein Versehen: Zitat aus dem Artikel: ... Es gibt Infostände, Imbissbuden und eine Bühne mit Live-Musik, dazu für Kinder eine Küpfburg, Kinderschminken, eine Torwand und weitere Spielsationen. ...