Rahmedetalbrücke

Neue Bilder zeigen: So schlecht stand es um die Rahmedetalbrücke

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Kurz nach der Sperrung wurde die A45-Brücke untersucht. Der WDR veröffentlicht Bilder davon. Der Landtag vernimmt weitere Zeugen.

Knapp vier Jahre nach der Sperrung der Rahmedetalbrücke zeigen Bilder erstmals den kritischen Zustand des Bauwerks zur damaligen Zeit. Sie stammen aus dem Bericht eines Ingenieurbüros, das die A45-Brücke im Auftrag der Autobahn GmbH des Bundes untersuchte.

Das Dokument liegt dem WDR vor. Die bislang unveröffentlichten Aufnahmen entstanden bei zwei Brückenuntersuchungen am 17. und 21. Dezember 2021 - kurze Zeit nach der plötzlichen Sperrung am 2. Dezember.

Rahmedetalbrücke

Risse in einer Anschluss-Schweißnaht

Behördenfehler sollten vertuscht werden

Die Bilder werfen die Frage neu auf, warum die starken Schäden an der Rahmedetalbrücke jahrelang kaum Konsequenzen hatten. Im Juni hatte der WDR enthüllt, dass vor der Sperrung erhebliche Fehler von den Behörden gemacht wurden - und offenbar vertuscht werden sollten.

So wurden Berechnungen zur Stabilität des Bauwerks nicht nach Vorschrift durchgeführt. Außerdem waren seit 2014 LKW-Fahrspuren darauf falsch eingerichtet. Diese Feststellungen wurden aus internen Unterlagen der Autobahn GmbH gestrichen. Die bundeseigene Gesellschaft hat inzwischen eingeräumt, dass die falsche LKW-Spur ein "Grund für die nachhaltige Schädigung der Brücke" war. Der SPD-Politiker Gordan Dudas nannte die Vorgänge "erschreckend".

Rahmedetalbrücke

Nietköpfe sind kaum noch sichtbar

"Erhebliche Rost- und Blattrostbildung"

Das Ingenieurbüro schickte seinen Bericht - und mit ihm die Fotos von den Brückenschäden - am 23. Dezember 2021 an die Außenstelle Hagen der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH. Darin dokumentieren die Fachleute den schlechten Zustand der Brücke kurz nach der Sperrung teils detailliert: Aufgeführt sind Risse in Anschluss-Schweißnähten, "korrosionsbedingte Materialschwächungen" und "erhebliche Rost- und Blattrostbildung".

Rahmedetalbrücke

Erhebliche Korrosion am Untergurt des Hauptträgers

Tragwerk geschwächt

Vor allem defekte Entwässerungsleitungen auf der Ostseite der Brücke machten Probleme. Durch sie konnte sich stehendes Wasser in der Konstruktion sammeln, das teils zu Eis gefror. Die Ingenieure vermerken: Durch die defekte Entwässerung "wurde das Tragwerk bereichsweise (nicht über die gesamte Brückenlänge!!) durch Korrosion geschwächt". Das Tragwerk ist maßgeblich für die Stabilität der Brücke.

Was diese Schäden für die Sicherheit des Auto- und LKW-Verkehrs bedeuteten, die wenige Wochen vorher täglich zu zehntausenden über die kaputte Brücke donnerten, schreiben die Ingenieure in ihrem Bericht nicht.

Rahmedetalbruecke

Gefrorenes Wasser in der Konstruktion

Zeugen heute im Untersuchungsausschuss

Etwas mehr Licht ins Dunkel könnte die heutige Befragung im Untersuchungsausschuss des Landtags bringen: Zwei der insgesamt sieben Zeugen, die dort aussagen, waren mit dem Prüfbericht befasst.

Ein Mitarbeiter der Autobahn GmbH stimmte vor der Untersuchung mit den Ingenieuren die Schäden ab, die sie näher untersuchen sollten. Außerdem sagt seine Chefin aus, die Direktorin der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH, Elfriede Sauerwein-Braksiek. An ihr Haus ging der Prüfbericht.

Neue Bilder zeigen: So schlecht stand es um die Rahmedetalbrücke

WDR Studios NRW 05.09.2025 00:50 Min. Verfügbar bis 05.09.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Bericht Ingenieurbüro an Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH
  • Eigene Recherchen

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