Drogenhunde erschnüffeln jetzt auch künstliche Drogen

WDR 00:43 Min. Verfügbar bis 16.06.2028

Erste Spezialhunde ausgebildet Jagd auf neue Drogen auch im Knast

Stand:

Die bundesweit ersten Spürhunde für synthetische Drogen sind ab sofort in NRW im Einsatz. Sie wurden in Schalksmühle ausgebildet.

Alva wird in zwei Wochen sechs Jahre alt und ist eine Spezialistin: Die gestandene Drogenhündin (Rasse belgischer Schäferhund) und ihre Kollegin Evi sind die ersten in Deutschland, die nicht nur klassische Drogen, sondern auch deren künstliche Nachbauten aufspüren können.

Neue psychoaktive Substanzen (NPS) immer häufiger

Die sogenannten neuen psychoaktiven Substanzen kommen aus illegalen Laboren und kein Konsument oder Fachmann kann erkennen, was genau drin ist, wieviel davon und vor allem wie gefährlich der Konsum ist. Die Drogen sind billig, beliebt und bisher leicht zu schmuggeln. Sie werden - wie früher LSD - auf Papier geträufelt, getrocknet und kommen am Ende zum Beispiel als Liebesbrief getarnt in die Gefängnisse.

Dort waren sie aber bisher schwer zu entdecken, nicht einmal von Drogenhunden. In einer JVA ist ein chemischer Scanner für solche Substanzen in der Erprobung und ansonsten werden verdächtige Briefe den Gefangenen nur noch als Fotokopie ausgehändigt.

Zusatzausbildung für Drogenspürhunde

Das ändert jetzt eine vierwöchige Zusatzausbildung für Drogenspürhunde. Die bringt allerdings nur etwas, wenn die Tiere durch regelmäßiges Training und Riechen fit gehalten werden. Da helfen sich die Bundesländer auch untereinander, denn nicht überall sind die rechtlichen Veraussetzungen vergleichbar. Wichtig für das Training ist auf jeden Fall, dass den Trainern genügend Drogenfunde zum Trainig zur Verfügung stehen.

"Eigentlich verbringe ich mit Hündin Alva mehr Zeit als mit meiner Frau. Das Tier ist so gut wie immer dabei und auch privat muss ich mich nach den Bedürfnissen der Hündin richten." Darius Szeliga, Diensthundeführer JVA Köln
Darius Szeliga, Diensthundeführer JVA Köln mit seiner Hündin

Darius Szeliga, Diensthundeführer JVA Köln mit seiner Hündin

Übrigens: Hat ein Hund etwas gefunden, bleibt er starr stehen und bewegt sich überhaupt nicht mehr. Das ist ein Erkennungszeichen. So wird aber auch verhindert, dass Alva und die anderen Drogenspürhunde selber einatmen, was auch für sie gefährlich werden könnte.

Drogenhunde erschnüffeln jetzt auch künstliche Drogen

WDR 16.06.2026 00:27 Min. Verfügbar bis 15.06.2028 WDR Online

Download

Unsere Quellen:

  • Beobachtungen eines WDR-Reporters vor Ort
  • Landesjustizministerium NRW

Sendung: WDR.de, Drogenhunde erschnüffeln jetzt auch künstliche Drogen, 16.06.2026, 19:00 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit SWF, 16.06.2026, 18:09 Uhr

Weitere Beiträge aus dem Märkischen Kreis

1 / 2