Turbo-Brücke in Oberhausen: Neues Verfahren könnte Bauzeit verkürzen | Video

WDR 00:23 Min. Verfügbar bis 23.03.2028

Neue Brücke in Oberhausen: Neues Verfahren könnte Bauzeit verkürzen

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Ganz Deutschland hat am Montag auf ein neues Verfahren zum Neubau einer Autobahnbrücke in Oberhausen geschaut.

In Oberhausen könnte Geschichte geschrieben werden. Beim Neubau der Brücke an der Autobahn 516 bei Oberhausen-Sterkrade kommt ein weltweit einmaliges Verfahren zum Einsatz. Es soll die Bauzeit von 24 auf sieben Monate verkürzen.

Riesige Beton-Fertigteile

Beim Bundesverkehrsministerium hat man wohl besonders genau hingeschaut, als heute Morgen in Oberhausen die ersten riesige Fertigteile für den Neubau angeliefert wurden. Gleich 24 Schwertransporter bringen sie aus einem Betonwerk in Niedersachsen nach Oberhausen. Sie sind aus hochfestem Beton und 42 Meter lang. Ein Novum in Deutschland. Bislang waren nur maximal 35 Meter zugelassen.

600 Tonnen schwere Spezialkräne im Einsatz

Mit zwei Spezialkränen werden die Fertigteile dann auf ihre Positionen gehoben. Der Vorteil der längeren Teile: es müssen weniger Bauteile miteinander verbunden werden und das verkürzt die Bauzeit, freut sich die Autobahn GmbH.

Der Abriss der Autobahnbrücke auf der A516 bei Oberhausen

Die alte Brücke wurde im Januar abgerissen

Im Januar dieses Jahres wurde bereits die alte Brücke abgerissen, ab heute werden die Fertigteile angeliefert und schon im Juli dieses Jahres soll der Verkehr für den ersten Teil des Überbaus freigegeben werden. Ab Herbst sollen dann die Arbeiten auf der anderen Fahrbahnseite beginnen.

Schnellere Bauzeit führt zu weniger CO2

Die Idee für das neue Verfahren hatte Theo Reddemann vom Bauunternehmen Echterhoff aus Osnabrück. "Die Fertigteile werden so stramm miteinander verspannt, dass wir eine durchgehende, langlebige Fahrbahnplatte erhalten", erklärt er. Auf diese Weise entstehen weniger Lärm und auch geringere Schäden durch Wasser oder Bewegungen im Bauwerk.

Vorher musste die Autobahn GmbH aber noch das Bundesverkehrsministerium überzeugen. Doch das war offenbar nur eine Formsache, schließlich sind alle Ideen herzlich willkommen, um die Situation der maroden Brücken in Deutschland zu verbessern. Laut einer IHK-Studie ist jede dritte Brücke in NRW marode.

Treppen aus dem 3D-Drucker

Zu dem gesamten Konzept zählen aber noch zwei weitere Innovationen. So werden neuartige Lärmschutzwände eingebaut, durch die man durchschauen kann, die aber gleichzeitig auch schallreflektierend sind. Und: eine Treppe für Fußgänger wird komplett im 3D-Drucker hergestellt. Die Technologie der Ruhr-Uni Bochum ist nach eigenen Angaben ebenfalls in Deutschland noch nicht zum Einsatz gekommen. Sie wird allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt eingebaut.

Mit der Umsetzung des neuen Verfahrens will die Autobahn GmbH neue Erfahrungen sammeln, die später an vielen Stellen angewendet werden könnten: "Gerade in innerstädtischen Lagen mit hoher Verkehrsdichte ist diese Lösung ein wahres Pluzs für alle Verkehrsteilnehmer, unsere Umwelt und die Volkswirtschaft, weil durch kurze Bauzeiten viel CO2 eingespart werden kann", erklärt Mario Korte von der Autobahn GmbH. Denkbar ist ein Einsatz vor allem im Ruhrgebiet.

Neue Brücke in Oberhausen: Neues Verfahren könnte Bauzeit verkürzen

WDR 23.03.2026 03:15 Min. Verfügbar bis 22.03.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Gespräch mit der Autobahn GmbH Essen

SendungWDR.de, "Turbo-Brücke in Oberhausen: Neues Verfahren könnte Bauzeit verkürzen" 23.03.2026, 13:23 Uhr

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