Das Johanniter-Krankenhaus in Oberhausen
Lungenkrebszentrum : Wie eine Oberhausener Klinik erfolgreich Krebs bekämpft
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Diagnose Lungenkrebs. Vielen Menschen zieht diese Nachricht von einer Sekunde auf die andere den Boden unter den Füßen weg. So erging es auch Gerda Bednarek. Doch ihre Geschichte zeigt, was moderne Medizin leisten kann – und warum ein Krankenhaus in Oberhausen jetzt offiziell ausgezeichnet wurde.
Als die Ärzte bei der 78-jährigen Gerda Bednarek Lungenkrebs diagnostizieren, ist der Tumor bereits sieben bis acht Zentimeter groß und gilt als inoperabel. Das Tückische: Bednarek hatte zu diesem Zeitpunkt bereits seit 20 Jahren nicht mehr geraucht. Dennoch hinterließ die Vergangenheit tiefe Spuren in ihrem Körper. Sie hatte längere Zeit starken Husten, am Ende kam die Diagnose Lungenkrebs.
Interdisziplinäre Therapie bringt schnellen Erfolg
Sofort greifen die Räder im Johanniter-Krankenhaus in Oberhausen ineinander. Die Onkologie und Pneumologie arbeiten Hand in Hand. Bei Röntgenaufnahmen wird ein auffälliger Schatten entdeckt, der sich als Lungenkrebs entpuppt. Mit einer minimalinvasiven Methode wird festgestellt, was die Patientin hat.
"Ein solcher Verlauf war vor zehn, zwanzig Jahren kaum denkbar." Dr. Eldar Ahmetović, Leiter der Klinik für Lungenheilkunde
Dr. Eldar Ahmetović, Leiter der Klinik für Lungenheilkunde
Bednarek bekommt eine Chemotherapie, und das Ergebnis grenzt an ein Wunder: Der Tumor schrumpft durch neue und schonende Medikamente so schnell, dass die Thoraxchirurgen den verkleinerten Tumor und nur einen minimalen Teil der Lunge bereits nach sechs Wochen komplett herausschneiden können.
Hoffnung bei Lungenkrebs: Wie ein "Wunder" in Oberhausen Schule macht
Die enge Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen ist dabei entscheidend. Deswegen gehört das Johanniter-Krankenhaus in Oberhausen zu einem der insgesamt 38 zertifizierten Lungenkrebszentren in NRW. Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) hat die Klinik für Thoraxchirurgie und die Klinik für Lungen- und Bronchialheilkunde als Zentrum zertifiziert.
Zertifiziertes DKG-Lungenkrebszentrum garantiert Behandlungsqualität
Die DKG rät Betroffenen im Ernstfall dringend dazu, sich ausschließlich in einem zertifizierten Krankenhaus behandeln zu lassen. Diese Zentren garantieren Patienten spürbare Vorteile im Behandlungsalltag. In wöchentlichen Tumorkonferenzen planen Ärzte aller Fachrichtungen gemeinsam den optimalen, individuellen Weg. Um diesen extrem hohen Qualitätsstandard dauerhaft zu sichern, werden die ausgezeichneten Kliniken einmal im Jahr streng kontrolliert und von unabhängigen Gutachtern vor Ort überprüft.
Dr. med. Feras Al-Shahrabani, Chefarzt der Thoraxchirurgie und Leiter des Lungenkrebszentrums
Zudem müssen zertifizierte Kliniken jährlich hohe Fallzahlen nachweisen, was maximale Routine bringt. Neben der reinen Medizin ist auch eine ganzheitliche Begleitung durch die Psychoonkologie und den Sozialdienst fest im Ablauf integriert, sodass Betroffene von der Diagnose bis zur Nachsorge keine wertvolle Zeit verlieren.
Feste Ansprechpartner helfen kranken Patienten
Das Zertifikat sei eine Bestätigung der hohen Qualität, die sie hier im Haus bereits über Jahre hinweg ausüben, betont Dr. Feras Al-Shahrabani, Chefarzt der Thoraxchirurgie und Leiter des Lungenkrebszentrums.
"Für die Patienten gibt es dadurch einen festen Ansprechpartner, der verlässlich da ist, wenn man die Diagnose einer bösartigen Erkrankung erhält – was schon schlimm genug ist. Im Hintergrund arbeiten dann die verschiedenen medizinischen Disziplinen eng zusammen, um den bestmöglichen Weg zu ebnen." Dr. Feras Al-Shahrabani, Chefarzt der Thoraxchirurgie und Leiter des Lungenkrebszentrums
Rat der Patientin: Geht rechtzeitig zum Arzt
Patientin Bednarek schätzt die Atmosphäre, für sie wirkt der Umgang persönlicher als in anderen Kliniken. Die Dinslakenerin weiß die Arbeit der Spezialisten in der zertifizierten Klinik in Oberhausen zu schätzen. Der Verlauf ihrer Krankheit sei ein Wunder.
"Vorher sagt man: 'Der ganze Lungenflügel muss weg' und hinterher ist das nur ein ganz kleines Stück, is nen Wunder." Patientin Gerda Bednarek
Patientin Gerda Bednarek
Mittlerweile ist Bednarek aus der Klinik entlassen. Die Nachsorge läuft weiter über das Johanniter-Krankenhaus in Oberhausen. Auf die Frage, was sie anderen Menschen mit auf den Weg geben will, rät sie mit Tränen in den Augen, dass die Menschen rechtzeitig zum Arzt gehen sollen, um sich untersuchen zu lassen.
Neue Kassenleistung für die Lungenkrebs-Früherkennung
Genau für diese Früherkennung gibt es eine wegweisende Neuerung, die perfekt zu Bednareks Appell passt: das sogenannte Niedrigdosis-CT (Low-Dose-CT). Seit April 2026 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für dieses spezielle, strahlenarme Verfahren. Anspruch darauf haben aktive sowie ehemalige starke Raucherinnen und Raucher im Alter zwischen 50 und 75 Jahren. Wer dieses Risiko trägt, sollte am besten direkt die eigene Hausarztpraxis für eine entsprechende Überweisung ansprechen.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen der WDR-Reporterin im Johanniter-Krankenhaus in Oberhausen
- Deutsche Krebsgesellschaft
- Interviews mit Dr. Feras Al-Shahrabani, Dr. Eldar Ahmetović und Gerda Bednarek
Sendung: WDR.de, Oberhausener Krankenhaus als Lungenzentrum zertifiziert, 16.06.2026, 09:35 Uhr