Kein Geld: Streichliste für NRW-Autobahnen
Aktuelle Stunde . 18.09.2025. 40:45 Min.. UT. Verfügbar bis 18.09.2027. WDR. Von Fritz Sprengart.
Ab jetzt werden keine geplanten Bauprojekte mehr freigegeben. In NRW sind 29 Autobahnen und 11 Bundesstraßen betroffen, unter anderem der Ausbau der A1 bei Hamm, die Erweiterung der Ruhrgebietsautobahn A40 und der Lückenschluss der A1 in der Eifel. Bundesweit fehlen 15 Milliarden Euro für den Aus- und Neubau von Autobahnen und Bundesstraßen. Das Bundesverkehrsministerium hat eine Finanzierungslücke in seinen Planungen gefunden.
29 NRW-Autobahnen betroffen
Betroffen sind etwa die A1 bei Hamm, die A45 im Sauerland oder die A40 im Ruhrgebiet. Bei diesen Autobahnen sollte es einen sechsspurigen Ausbau geben. Auch in Oberhausen auf der A3 wird ein Ausbauplan gestoppt, in Krefeld ein Plan für die A57, in Duisburg und Köln ein Plan für die A59.
In der Eifel wird eine Lücke von 25 Kilometern, die es da bei der A1 noch gibt, vorerst nicht geschlossen. Und auch der vorgesehene Neubau der A445 von Werl nach Hamm wird gestoppt. Die neue Autobahn sollte zwei andere Autobahnen miteinander verbinden.
Betroffen sind teils Bauprojekte, die schon fertig geplant und frei gegeben waren.
Baupläne gestoppt trotz Bund-Milliarden
Die Bundesregierung hatte zuletzt eine Infrastruktur-Offensive angekündigt mit 166 Milliarden Euro Sondervermögen für die kommenden vier Jahre. Dass es dennoch Finanzierungsschwierigkeiten gibt, erschließt sich vielen nicht.
Eine Begründung liefert ein Papier vom Ministerium an den Verkehrsausschuss des Bundestags. Dort heißt es, dass die Baupreise stark gestiegen sind und es deswegen "erhebliche Mehrinvestitionen" gebe.
Autobahnen und Brücken erhalten, statt neu bauen
Ein weiterer Grund könnte die Widmung des Sondervermögens sein. Bei dem steht die Sanierung der Verkehrsinfrastruktur im Vordergrund. Es geht also mehr um den Erhalt als um Neubauten.
Man könnte das so verstehen, als dass es eher um die marode Brücke geht, die gefährlich werden könnte – als darum, dass eine Autobahn bald sechsspurig ist, damit es nicht mehr so viel Stau gibt.
In NRW gibt es zehn geplante Bauprojekte an teils kleineren Brücken. Davon steht kein Bauprojekt auf der Streichliste.
NRW-Verkehrsminister spricht von Nackenschlag
Der Umsetzungsstopp jetzt ist ein Dämpfer für die angekündigte Infrastruktur-Offensive der Bundesregierung. Es sind 166 Milliarden Euro in den nächsten Jahren für Infrastruktur vorgesehen.
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) spricht von Nackenschlag aus Berlin
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) äußerte, er habe "kein Verständnis“ für die Baustopps. Er spricht von einem "Nackenschlag aus Berlin für alle Bemühungen, den Sanierungsstau bei der Verkehrsinfrastruktur in NRW aufzulösen. Das läuft allen unseren Bemühungen für mehr Erhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen zuwider, vom Ausbau ganz zu schweigen."
Unsere Quellen:
- Deutsche Presseagentur
- Mitteilung NRW-Verkehrsministerium
- Autobahn GmbH
Über dieses Thema berichteten wir am 18.09.2025 auch auf WDR 5: Im Tag um 12 ab 12 Uhr.