Schweinepest: Weiteres Event im Hochsauerlandkreis fällt aus
Stand:
Wegen der Afrikanischen Schweinepest gibt es weitere Einschränkungen im Sauerland. Möglichst keine größeren Gruppen sollen in den betroffenen Wäldern unterwegs sein. Größere Veranstaltungen dürfen gar nicht mehr stattfinden. Nun hat es auch ein Feuerwerksfest getroffen.
In Lennestadt-Saalhausen ist das Feuerwerksfest "Stark im Park" am Wochenende (02. August 25) betroffen. Der Kreis Olpe hat das Feuerwerk kurzfristig verboten. Es könne Wildschweine im benachbarten Park vertreiben und die Krankheit weiter verbreiten. Ehrenamtler bleiben jetzt wohl auf hohen Kosten sitzen. Vor einem Monat war in Saalhausen schon ein Fahrradfestival wegen der Tierseuche abgesagt worden.
Rothaarsteig-Marathon abgesagt
Die renommierteste Lauf-Veranstaltung im Sauerland, der Rothaarsteig-Marathon, der eigentlich im Oktober stattfinden sollte, muss abgesagt werden. Auch der Mountainbike-Marathon in Schmallenberg-Grafschaft kann nicht stattfinden. Er sollte eigentlich Mitte August starten.
Der Grund auch hier: Die Afrikanische Schweinepest droht sich zu verbreiten. Die Teilnehmer beider Veranstaltungen könnten im Wald Wildschweine aufscheuchen, die dann in andere Gegenden laufen.
Afrikanische Schweinepest: Risiken, Regeln, Einschränkungen
Aktuelle Stunde . 17.07.2025. 43:35 Min.. UT. Verfügbar bis 17.07.2027. WDR. Von Carsten Upadek.
Auch andere Wander-Veranstaltungen durch den Wald müssen abgesagt werden. Dadurch könnte sich das Virus möglicherweise weiter ausbreiten.
Wegen Schweinepest: Veterinäramt erteilt Genehmigung für Marathon nicht
Das Veterinäramt des Hochsauerlandkreises erteilte keine Genehmigung für den Lauf am 18. Oktober 2025.
Mit mehr als 1.000 Teilnehmenden hatten die Veranstalter gerechnet. Rund 360 haben sich für den Marathon im Oktober schon angemeldet. Doch jetzt müssen die Veranstalter alles canceln. "Das ist für uns sehr ärgerlich", sagt Philipp Börger vom Rothaarsteig-Marathon-Verein.
Schweinepest: Sperrzonen, Auflagen und Verbote treffen Veranstaltungen
Im Kreis Olpe und im Kreis Siegen-Wittgenstein wurden bis heute 47 tote Wildschweine gefunden, die das Virus in sich tragen. Rund um die Fundorte sind Sperrzonen eingerichtet, in denen strenge Auflagen und Verbote gelten.
Unterdessen ergreift das Nachbarbundesland Hessen Schutzmaßnahmen. Dort sollen ab sofort Zäune an der Grenze zu den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Hochsauerland aufgestellt werden. Sie sollen verhindern, dass infizierte Wildschweine nach Hessen abwandern.
Die treffen jetzt immer mehr Veranstaltungen. Auch die Schmallenberger Wanderwoche, die am Montag starten sollte, musste abgesagt werden. Dort wären täglich 80 bis 100 Teilnehmende im Wald unterwegs.
Doch Veterinäre halten Gruppen mit zehn bis 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmern schon für zu groß – sie könnten für Unruhe sorgen. Bei Veranstaltungen gibt es eine Einzelfallprüfung. Es wird empfohlen, dass sie im Wald nicht mehr gemeinsam unterwegs sind.
Verbote wegen Schweinepest gelten mindestens ein Jahr lang
Wie lange solche Verbote bestehen bleiben, ist momentan unklar. Die Sperrzonen jedenfalls, in denen sie verhängt werden können, bleiben mindestens ein Jahr bestehen, sagte eine Veterinärin des Hochsauerlandkreises dem WDR.
Sperrzonen im Sauerland
"Nach Vorgaben des europäischen Tiergesundheitsrechts darf zwölf Monate lang kein ASP-positives Tier aufgefunden werden, um eine Sperrzone II aufzuheben", bestätigt ein Sprecher des NRW-Landwirtschaftsministeriums. "Unabhängig von dieser Vorgabe des europäischen Tiergesundheitsrechts ist es wichtig, notwendige Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der ASP so durchzuführen, dass sie für die Menschen vor Ort verhältnismäßig bleiben."
In anderen Bundesländern, die schon länger mit der Afrikanischen Schweinepest zu kämpfen haben, sind Sperrzonen teilweise mehrere Jahre eingerichtet geblieben.
Auswirkungen im Münsterland
Auch die Behörden im Münsterland wollen verhindern, dass die Afrikanische Schweinepest dort ausbricht. Deshalb gibt es jetzt neue Maßnahmen: Jäger dürfen zum Beispiel Nachtsichtgeräte nutzen, um Wildschweine besser finden zu können, sagen Veterinärämter. Außerdem bekommen sie Probensets, da alle toten Wildschweine untersucht werden müssen.
Im Kreis Coesfeld beispielsweise werden derzeit vor allem kleinere Schweinezüchter besucht. Die Kontrolleure schauen nach, ob die Ställe gut gesichert sind, damit Wildschweine keinen Kontakt zu den Hausschweinen haben.
Unsere Quellen:
- Schmallenberg Tourismus
- Kreisveterinäramt Hochsauerlandkreis
- Landwirtschaftsministerium NRW
