Imkerin Steffi Eing aus Gescher hat in diesem Frühjahr schon 22 Asiatische Hornissen eingefangen - und damit eine Ausbreitung der invasiven Art in der Kleinstadt erst mal verhindert. "Ein gutes Gefühl", wie sie sagt.
Kampf gegen Hornissen aussichtslos?
Die Imker in Gescher sind Vorreiter, nutzen modernste Technik. Ein so genannter Telemetrie-Sender, nicht einmal stecknadelgroß wird auf einer eingefangenen Hornisse befestigt. Durch das Sendersignal ist sie dann leicht zu orten, wenn sie in ihr Nest zurück fliegt. Die Entfernung der Nester ist dann meist nur noch Formsache.
"Herr der Lage sind wir ehrlicherweise nicht mehr." Andre König, Imker aus Münster
Eine Asiatische Hornissenkönigin mit sogenanntem Embryonest im verschlossenen Glas.
Die Gescheraner sind damit deutschlandweit Trendsetter bei der Bekämpfung der Hornissen. Die invasive Art nimmt rasant zu. Auch in NRW kommen die Imker mit der Bekämpfung nicht hinterher. Mittlerweile zahlt das Land sogar Prämien für entfernte Nester.
Neue Ausrüstung ist begehrt
"Eine Ausrüstung wie die Gescheraner hätten wir auch gerne, vielleicht klappt es ja dieses Jahr", meint darum auch Imker Andre König. König ist nicht nur Imker in Münster, sondern auch Vespa-Velutina-Jäger - so die lateinische Bezeichnung der Asiatischen Hornisse.
Fünf Nester der Asiatischen Hornisse mit je einer Königin hat König in diesem Frühjahr in Münster entfernt. Nicht genug, findet auch Bienen-Experte Markus Hellkuhl: "Vor drei Jahren hatten wir im Stadtgebiet ganze drei Nester. Letztes Jahr waren es schon 30. Und für dieses Jahr erwarte ich allein im Stadtgebiet Münsters eine dreistellige Zahl."
Mit diesem Telemetriekoffer und Spezialwerkzeug spüren die Imker Hornissennester auf.
Aber 3.000 Euro für die Telemetrie-Ausrüstung? Die hat König zur Zeit einfach nicht, obwohl er schon viel Geld in seine persönliche Schutzausrüstung gesteckt hat. Der Imkerverein in Gescher bekam Fördermittel von der EU - das war allerdings eine einmalige Sache.
Gefährlicher Eindringling
Was die Asiatische Hornisse so unbeliebt macht: Sie frisst alles, was ihr in den Weg kommt. Bevorzugt Bienen. Aber auch Spinnen und andere Insekten. Für die Biodiversität ist das ganz schlecht und natürliche Feinde muss sie nicht fürchten.
"Ist ja auch nicht ungefährlich mit ihr", sagt König. Fühlt sich ein Volk bedroht, schwärmt das ganze Nest aus und geht zum Angriff über. "Hab ich erst letztes Jahr erlebt, beim Wegmachen eines Nestes. Da stand ich sprichwörtlich in ner Wolke von bis zu 3.000 Asiatischen Hornissen, die um mich herumschwirrten. Hätte ich den Schutzanzug nicht gehabt, hätte ich das nicht überlebt."
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Andre König,
- Gespräch mit Markus Hellkuhl
- Eindrücke des Reporters vor Ort bei einer Nest-Entfernung
- Imkerverein Gescher-Stadtlohn-Velen u. Umgebung e.V.
Sendung: WDR.de, mit Hightech gegen invasive Art, 13.05.2026, 15.31 Uhr
