Der Frust ist groß bei Lukas Lorenz. Seit 2019 arbeitet er als Schreiner in der KVB Hauptwerkstatt in Köln-Weidenpesch. Hier landen alle kaputten Bahnen, die größere Schäden haben und nicht innerhalb eines Tages repariert werden können. Unfallschäden, Umbauten oder komplette Sanierungen.
Immer mehr defekte Bahnen - Arbeitsbelastung steigt
Die Arbeitsbelastung in der Werkstatt hat deutlich zugenommen, sagt er. "Normalerweise sind 40 bis 50 Bahnen kaputt, aktuell sind es doppelt so viele." Viele Bahnen seien veraltet und viel zu lange in Betrieb. Neue Bahnen seien zwar bestellt, es gebe aber Lieferschwierigkeiten.
Dadurch wachse der Druck auf die Mitarbeitenden, die Fahrzeuge wieder möglichst schnell flott zu bekommen.
"Überstunden sind längst keine Ausnahme mehr. Darunter leidet auch die so wichtige Zeit mit der Familie und mit Freunden." Lukas Lorenz
KVB-Schreiner
Für ihn ein Grund mehr, beim Streik mitzumachen. Lukas Lorenz war davor Straßenbahn-Fahrer bei der KVB, er kennt den Betrieb von beiden Seiten.
Bessere Arbeitsbedingungen gefordert
Lukas Lorenz schuftet in der KVB-Werkstatt
Etwa 200 Menschen arbeiten in der KVB-Hauptwerkstatt. Als Schreiner stellt Lukas Lorenz Arbeitsgeräte her, damit seine Kollegen besser an den Bahnen arbeiten können. Zum Beispiel Keile, die dafür sorgen, dass die Züge nicht wegrollen oder die Türen aufgehalten werden.
Es sei wichtig, dass die Arbeitsbedingungen verbessert werden, um konkurrenzfähig zu bleiben. Etliche Kollegen würden zu anderen Betrieben wechseln, weil sie dort mehr Geld bekommen und kürzere Arbeitszeiten haben, sagt er.
Lukas Lorenz bleibt kämpferisch
Nächste Woche werden die Tarifverhandlungen fortgesetzt. Verdi will die wöchentliche Arbeitszeit von 39 auf 37 Stunden kürzen - bei vollem Lohnausgleich. Die Ruhezeit zwischen Schichten soll verlängert und der Sonntagzuschlag deutlich erhöht werden. Lukas Lorenz hofft, dass sich der Streik für ihn und seine Kollegen lohnen wird.
Unsere Quellen:
- Gewerkschaft Verdi Köln
- Interview mit Lukas Lorenz
Sendung: WDR 2 Rheinland, Lokalzeit, 18.03.2026, 16.31 Uhr