Ein Blick in eine leere Schulklasse

ÖPNV-Streik in Bielefeld: Distanz-Unterricht nicht erlaubt

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Bei angekündigtem Streik gilt: Kinder müssen zur Schule. Dafür müssen die Eltern sorgen. Distanzunterricht, zum Beispiel um Eltern zu entlasten, ist laut Schulministerium trotzdem nicht erlaubt.

"Viele Eltern tun mir leid", sagt Schulleiter Sven Pachur. Sie sind jetzt verantwortlich dafür, dass ihre Kinder bei ihm an der Luisenschule und anderen Bielefelder Schulen am Unterricht teilnehmen. Laut NRW-Schulministerium gilt nämlich die Schulpflicht auch, wenn ein Streik vorher angekündigt wurde. Pachur findet, dass Präsenz-Unterricht ein gutes Konzept ist.

An vielen Bielefelder Schulen fehlten bei ÖPNV-Streiks bisher nur wenige Schülerinnen und Schüler. Der Preis dafür kann hoch sein: Einige Schulen berichten, dass berufstätige Eltern ihre Arbeit während eines ÖPNV-Streiks zurückstellen müssen. Zum Beispiel opfern sie Arbeitszeit, um die Kinder zur Schule zu bringen oder abzuholen.

Distanzunterricht keine Lösung

Hochgestellte Stühle im Klassenzimmer

Leere Schulklassen darf es an Streiktagen laut Schulministerium nicht geben.

An der Bielefelder Gesamtschule Rosenhöhe sind rund zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler von Bus und Bahn abhängig. Deshalb hatte sich die Schule bei den Streiks eine Lösung überlegt: Distanz-Unterricht ab der achten Klasse. Das ist laut eines Beschlusses des Schulministeriums aber nicht zulässig, teilt Schulleiterin Claudia Hoppe mit.

Außerdem äußerten einige Eltern gegenüber einer Zeitung Kritik am Distanz-Unterricht. Deswegen gibt es bei ÖPNV-Streik wieder Präsenz-Unterricht.

Einige Eltern sprechen sich für Distanzunterricht aus

Claudia Hoppe verteidigt den Distanz-Unterricht: An ihrer Schule hätten viele Familien kein Auto, seien alleinerziehend oder voll berufstätig. Auch Fahrräder besäßen viele Familien nicht. Die Alternative zum Distanz-Unterricht wäre also für viele Kinder: "Zuhausebleiben an einem strukturlosen Tag, der für Schule nicht genutzt wird".

Viele Eltern hätten den Verlust des Distanz-Unterrichts beklagt, sagt Hoppe. Sie habe einen Anruf einer weinenden Mutter bekommen, die darum gebeten habe, dass ihr Kind für den Distanz-Unterricht zu Hause bleiben darf. Das sei nur ein Beispiel von vielen.

Schulverkehr hat bei Streik Priorität

Die S-Bahnen in der Endhaltestelle Sieker

Busse und Bahnen stehen in Bielefeld bei dem angekündigten Streik weitestgehend still.

Am Freitag kommen die Streikenden vom Bielefelder Verkehrsunternehmen "MoBiel" den Schulen und Eltern entgegen. Trotz des anhaltenden Streiks habe der Schulverkehr Priorität, teilt das Unternehmen mit. Bestreikt wird an diesem Tag hauptsächlich der Bielefelder Süden.

ÖPNV-Streik in Bielefeld: Distanz-Unterricht nicht erlaubt

WDR Studios NRW 19.03.2026 00:42 Min. Verfügbar bis 18.03.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Sven Pachur, Schulleiter Luisenschule Bielefeld
  • Claudia Hoppe, Schulleiterin Gesamtschule Rosenhöhe
  • Realschule Brackwede
  • Bielefelder Schulleitungen
  • Bielefelder Schulsekretariate
  • Verkehrsunternehmen MoBiel Bielefeld

Sendung: WDR.de, ÖPNV-Streik in Bielefeld: Distanz-Unterricht nicht erlaubt, 19.03.2026, 06:30 Uhr
Sendung: WDR 2 Ostwestfalen-Lippe, Lokalzeit, 19.03.2026, 07:31 Uhr

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