ÖPNV Streik und Ausblick morgen | Aktuelle Stunde

WDR 00:29 Min. Verfügbar bis 20.03.2028

ÖPNV-Warnstreiks in NRW auch am Montag

Stand:

ÖPNV-Kunden in NRW mussten sich auch am Montag auf Ausfälle einstellen. Erneut hatte Verdi zum Warnstreik im Nahverkehr aufgerufen.

Auch für Montag rief Verdi die Mitarbeiter in Betriebshöfen von Nahverkehrsbetrieben dazu auf, die Arbeit niederzulegen. Je nach betroffenem Standort konnte es zu Einschränkungen auf einzelnen Linien und Strecken oder sogar zu Ausfällen im gesamten Streckennetz kommen.

Auf den Betriebshöfen werden Busse und Straßenbahnen nachts geparkt und für den nächsten Tag fit gemacht. Wenn die bestreikt werden, können keine Fahrzeuge unterwegs sein - auch wenn die Fahrerinnen und Fahrer selbst nicht streiken. Allerdings gibt es in größeren Städten oft mehrere Betriebshöfe - und wenn da nicht alle bestreikt werden, können durchaus einige Busse und Straßenbahnen fahren.

Streiks in NRW

WDR 22.03.2026 01:00 Min. Verfügbar bis 21.03.2028 WDR Online

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Probleme bei Bussen und Bahnen gehen heute weiter

Insgesamt gab es laut der Gewerkschaft Verdi Aufrufe zur Arbeitsniederlegung in 19 Betrieben. Darunter waren etwa Unternehmen in Wuppertal, Mönchengladbach, Krefeld, Castrop-Rauxel, Herne, Gelsenkirchen, Bottrop, Oberhausen, Dortmund, Bielefeld und Köln.

Die Auswirkungen sollten nach Einschätzung der Gewerkschaft unterschiedlich groß sein - bis hin zu einem nahezu kompletten Ausfall. Die Dortmunder Stadtwerke (DSW) etwa hatten bereits am Samstag mitgeteilt, dass in Dortmund und Schwerte keine Stadtbahnen und Busse fahren. In Bielefeld fuhren Busse und Bahnen am Montagmorgen laut Angaben der Verkehrsgesellschaft hingegen ganz normal.

Für Montag hatte auch die bei der Düsseldorfer Rheinbahn organisierte Nahverkehrsgewerkschaft (NahVG) zu Warnstreiks an den Betriebshöfen in den Stadtteilen Lierenfeld, Heerdt und Benrath sowie in Ratingen-Tiefenbroich aufgerufen. Das merkte man sowohl bei den Bussen als auch bei bei den Bahnen.

Diese neue rot-silber-farbene Straßenbahn wird ab sofort von der Düsseldorfer Rheinbahn eingesetzt.

Die Düsseldorfer Rheinbahn ist von den Warnstreiks betroffen.

In Wuppertal fuhren vor allem Busse im Osten der Stadt nicht. Im Kreis Heinsberg wurde ebenfalls gestreikt - die Fahrgäste wurden vorab nicht informiert, am Montag wurde das nachgeholt.

Bereits am Sonntag wurden zehn Verkehrsunternehmen in NRW bestreikt, unter anderem in Monheim, Viersen, Krefeld, Hagen und Mönchengladbach. Auch die Niederrheinischen Verkehrsbetriebe (NIAG), die MVG im Märkischen Kreis sowie der Betriebshof Heerdt der Rheinbahn waren betroffen. In Wuppertal fuhr die Schwebebahn nicht.

Ab Dienstag erstmal keine Streiks mehr

Ab Dienstag (24.03.) müssen Fahrgäste erstmal nicht mehr mit Warnstreiks rechnen. Verdi NRW plane während der dann beginnenden dreitägigen Verhandlungsrunde keine Arbeitskampfmaßnahmen, sagte Verdi-Branchenkoordinator Lukas Frew. Da die Gewerkschaft bislang mit zwei Tagen Vorlauf über neue Arbeitskampfmaßnahmen im Nahverkehr informiert hat, gelten neue Arbeitskampfmaßnahmen bis Freitag (27.03.) dieser Woche als unwahrscheinlich.

Mehr als 30 kommunale Verkehrsunternehmen mit rund 30.000 Beschäftigten sind in NRW von der Tarifrunde betroffen. Verdi will die wöchentliche Arbeitszeit von 39 auf 37 Stunden kürzen - bei vollem Lohnausgleich. Die Ruhezeit zwischen den Schichten soll verlängert und der Sonntagszuschlag deutlich erhöht werden. Der Kommunale Arbeitgeberverband NRW sagt, Verdi verschließe die Augen vor der desolaten Finanzlage der Verkehrsbetriebe. Die Forderungen seien "unrealistisch und komplett aus der Zeit gefallen".

Tarifverhandlungen kommen vor allem in NRW bisher nicht voran

Streikende Mitarbeiter mit Schildern und Fahnen in der Hand

Verdi-Streik in NRW

Laut Verdi kommen vor allem in NRW die Verhandlungen im Tarifstreit nicht voran. In einzelnen Bundesländern gebe es bereits Einigungen - darunter in Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Hessen. In Brandenburg wolle man nicht streiken und stattdessen weiter verhandeln. Doch in Nordrhein-Westfalen sei das nicht der Fall. "Wir rufen genau dort zu Streiks auf, wo Verhandlungen feststecken - und das ist in NRW ganz eindeutig der Fall." Die Folge: Die Menschen in NRW bekommen den Arbeitskampf besonders zu spüren.

Unsere Quellen:

  • Pressemitteilung der Gewerkschaft Verdi
  • Lukas Frew, Branchenkoordinator Verdi NRW
  • Nachrichtenagentur dpa/lnw
  • Verkehrsbetriebe aus NRW
  • Torsten Herbert, Geschäftsführer und Pressesprecher des Kommunalen Arbeitgeberverbands NRW
  • Bernhard Langenbrinck, Hauptgeschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbands NRW
  • KVB zum Warnstreik
  • Pressemitteilung der Düsseldorfer Rheinbahn

Sendung: WDR 2, WDR aktuell, 23.03.2026, 7.00 Uhr

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