Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass die Frau aus Wipperfürth ihren 83 Jahren alten Mann im Januar durch einen Stich mit einem Küchenmesser in den Oberkörper tödlich verletzt hat. Es sei eine tragische Geschichte, sagte der Vorsitzende Richter bei seiner Urteilsverkündung. Die 46-jährige Ehe sei aufgrund der Erkrankung des Ehemannes zum Schluss von erheblichen Streitigkeiten über alltägliche Dinge geprägt gewesen.
Angeklagte sprach von tragischem Unfall
Die Angeklagte hatte vor Gericht von einem tragischen Unfall gesprochen. Das Gericht folgte dieser Aussage nicht. Die Frau hatte zu Beginn des Prozesses über ihren Verteidiger erklären lassen, sie habe Essen zubereitet und etwas geschnitten. Dabei sei ihr Mann aufgestanden, ohne sich auf seinen Rollator zu stützen. Da sie befürchtet habe, er könne stürzen, habe sie ihn mit dem Messer in der Hand versucht zu stützen. Währenddessen müsse das Messer in den Oberkörper ihres Mannes eingedrungen sein, hieß es in der Erklärung.
Nachbarin widerlegt Aussage der Ehefrau
Nach Meinung des Gerichts wurde die Aussage der Angeklagten durch eine Nachbarin widerlegt. Diese hatte unmittelbar vor der Tat einen Streit aus der Wohnung der Eheleute gehört. In dessen Verlauf soll die Angeklagte zweimal in aggressivem Tonfall gedroht haben, ihren Ehemann abzustechen.
Tatsachen sprechen gegen Unfallgeschehen
Laut Gericht sprechen zwei Tatsachen gegen ein Unfallgeschehen: zum einen, dass die Angeklagte kurz nach der Tat das Messer von Blut gereinigt und zurück in die Besteckschublade gelegt hat. Zum anderen, dass sie den alarmierten Rettungssanitätern nichts von dem Messerstich gesagt hatte. Stattdessen erzählte sie davon, dass ihr Mann vorhatte, sich das Leben zu nehmen.
Die 76-Jährige nahm das Urteil des Vorsitzenden gefasst entgegen.
Unsere Quellen:
- Staatsanwaltschaft Köln
Sendung: WDR.de, Gericht verurteilt 76-Jährige zu 8 Jahren Haft, 19.06.2026, 17:15 Uhr