Uber-Fahrer tot: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Taxi-Fahrer

03:13 Min. Verfügbar bis 20.01.2028

Uber-Fahrer tot: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Taxi-Fahrer

Stand:

In Dortmund ist ein Uber-Fahrer nach einem Schlag durch einen Taxi-Fahrer gestorben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Am Tag vor Heiligabend hat es zwischen dem Uber-Fahrer und einem Taxi-Fahrer vor dem Dortmunder Hauptbahnhof einen Streit gegeben. Der Taxifahrer habe den Uber-Fahrer angegriffen. Der 63-Jährige sei etwa zwei Wochen nach dem Angriff im Krankenhaus an den Folgen gestorben, sagt die Staatsanwaltschaft.

Uber-Fahrer stürzte wohl nach Schlag von Taxi-Fahrer

Laut Staatsanwaltschaft soll in dem Streit der 37-jährige Taxi-Fahrer aus Dortmund den Uber-Fahrer geschlagen haben. Nach bisherigen Ermittlungen sei der Uber-Fahrer dann gestürzt und habe sich dadurch schwer verletzt. Der Mann erlitt eine Hirnblutung und einen Schädelbasisbruch. Die Gewalt sei nur vom Taxi-Fahrer ausgegangen, so die zuständige Staatsanwältin.

Noch ist unklar, was der Auslöser für den Streit war. Die weiteren Ermittlungen müssten zeigen, ob es einen persönlichen Grund gab oder die Männer etwa über Fahrgäste in Streit gerieten. Staatsanwältin Maribel Andersson hat den Fall übernommen. Sie will den 37-jährigen Taxifahrer wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge anklagen.

Uber-Fahrer stirbt nach Streit mit Taxi-Fahrer

WDR Studios NRW 09.01.2026 00:24 Min. Verfügbar bis 09.01.2028 WDR Online

Viele Taxi-Fahrer fürchten Konkurrenz durch Uber

Das Verhältnis vieler Taxi- und Uber-Fahrern ist seit einigen Jahren sehr angespannt. Taxi-Unternehmen fürchten um Kunden, weil Uber die Fahrten mit seiner App günstiger anbietet.

Symbolbild: Uber-App auf einem Smartphone-Display neben dem Schriftzug "Uber".

Es gibt formale Unterschiede zwischen Taxis und Uber: Uber ist bislang meist nicht an feste Preise gebunden, wie sie die Städte für Taxis bestimmen. Uber-Fahrer dürfen allerdings – anders als Taxis – nicht an Taxi-Parkplätzen auf Passagiere warten und müssen nach jeder Fahrt zurück zu ihrer Basis, bis es eine neue Bestellung über die App gibt.

Viele Taxifahrer werfen Uber-Fahrern vor, sich an diese Vorgaben nicht zu halten. Mehrere Taxifahrer, die wir am Dortmunder Hauptbahnhof treffen, berichten von häufigen Streitigkeiten. Die Uber-Fahrer blockierten regelmäßig die Zufahrten und warteten nach den Fahrten direkt vor Ort. Eigentlich seien sie dazu verpflichtet, nach einer Fahrt zu ihrem Startort zurückzufahren. Außerdem stören sich viele Taxi-Fahrer an den günstigeren Uber-Tarifen.

Die Stadt Essen hatte im vergangenen Jahr als eine der ersten Städte in Deutschland Mindesttarife für Uber-Fahrten beschlossen. Der Essener Stadtrat will so das Taxi-Gewerbe schützen.

Konkurrenz laut Staatsanwaltschaft kein Grund für Angriff

Die Staatsanwältin hat bisher keine Hinweise darauf, dass die Konkurrenz zwischen Taxifahrern und Uber-Fahrern Auslöser für den Streit war. Sie will noch einige Zeugen hören – vor allem die Taxifahrer am Dortmunder Hauptbahnhof. Auch der Angreifer soll noch einmal befragt werden.

Der Mann musste nicht in Untersuchungshaft, weil er einen festen Wohnsitz hat und einer regelmäßigen Arbeit nachgeht. Es gebe also keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass der Mann fliehen könnte, um einem Verfahren zu entgehen. Nach der Beweisaufnahme will die Staatsanwältin Anklage erheben. Bei einer Verurteilung drohen dem Taxi-Fahrer drei Jahre Haft oder mehr.

Unsere Quellen:

  • Gespräch mit Staatsanwaltschaft
  • Reporter vor Ort
  • Gespräch mit Taxifahrern vor Ort
  • Gespräch mit Zeugin des Angriffs

Sendung: WDR 2 RuhrgebietLokalzeit, 09.01.2026, 16.31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Dortmund, 20.01.2026, 18.09 Uhr

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