Cathrin und Rouvens Herzenssache ist mehr als der gemeinsame Extremsport
"Für mich ist ein Zieleinlauf erst perfekt, wenn ich ihn gespottet habe"
Stand:
Was passiert, wenn man ein Paar auf zwei Stühle setzt und mit ihnen eine Stunde über ihre Beziehung redet? Wir haben Cathrin Mundt und Rouven Kuhn nach ihrem Kennenlernen gefragt, ihrem Alltag als Extremsportler und wie es ist, einen großen Traum gemeinsam zu teilen.
Rouven Kuhn und Cathrin Mundt aus Ratingen besitzen genauso viel Energie wie zehn Paare zusammen. Er arbeitet als Feuerwehrmann, sie in der Personalabteilung eines Fitnessstudios. Neben ihren Vollzeitjobs trainieren beide fast täglich für den Ironman. In der Extremversion des Triathlons fährt man 180 Kilometer Rad, schwimmt 3,8 Kilometer und läuft einen ganzen Marathon.
Beide haben schon mehrere Ironmen erfolgreich absolviert. Wie motivieren sie sich gegenseitig und wie viel Zeit bleibt da für ihre Beziehung? Für die Serie "Herzenssache" sprechen die beiden mit uns über ihre Liebe.
Cathrin und Rouven: Das Extremsportlerpaar aus Ratingen
01:48 Min.. Verfügbar bis 25.02.2028.
Der Anfang: Gemeinsam im selben Boot
Lokalzeit: Wie lief euer Kennenlernen?
Cathrin Mundt: Wir haben uns über Instagram kennengelernt und wir hatten ein klassisches erstes Date: Pizza essen. Da haben wir unsere erste gemeinsame Leidenschaft entdeckt: Teig mit Tomatensoße und Belag. (lacht) Und danach haben wir uns häufig zum Laufen getroffen. So ist dann natürlich über den Sport und über die Bewegung dann auch die Bindung intensiver und stärker geworden.
Lokalzeit: Wie seid ihr beide zum Extremsport gekommen?
Cathrin: Es war am Anfang nicht meine Idee, einen Ironman zu machen. Auf gar keinen Fall. Rouven war für mich ein Monster, ich dachte mir: Was hat er da vor, er will 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren und danach einen Marathon laufen? Welche Synapse ist bei ihm denn durchgebrannt?
Rouven Kuhn: Ich bin seit vielen Jahren leidenschaftlicher Triathlet. Da hat Cathrin sich natürlich für interessiert und gemerkt: Okay, das könnte vielleicht auch zu mir passen. Und dann habe ich gesagt: Komm, soll ich dir nicht einfach mal ein paar Pläne schreiben und wir gucken, wo das Ganze so hinführt?
Cathrin: Und da stand Rouven dann oft am Beckenrand und hat mit mir Technikübungen gemacht und mir erstmal das Kraulen nochmal von der Pike auf erklärt. Er hatte da sehr, sehr viel Geduld mit mir. Und auf einmal wurde aus diesem Monster (schlägt Rouven leicht auf den Oberschenkel) auch dieses Monster (zeigt auf sich) und ich dachte mir: Okay, wir sitzen jetzt gemeinsam in diesem Boot.
Der Alltag: Sechs Stunden auf dem Fahrrad
Lokalzeit: Wie schafft ihr es, bei eurem Trainingspensum Zweisamkeit zu schaffen?
Cathrin: Ich bin jemand, der gerne seine Trainings macht und auch gerne mal alleine was macht. Aber natürlich genieße ich die Zeit mit Rouven. Und deswegen ist es mir dann eben auch wichtig, dass wir was finden, wo wir auch gemeinsam trainieren können.
Rouven: Da wir beide denselben Trainer haben, versucht er schon die Einheiten so zu planen. Wir haben zum Beispiel ganz oft am selben Tag Schwimmen oder am selben Tag dieselbe Radeinheit draufstehen.
Cathrin Mundt beim Training vor der Weltmeisterschaft
Cathrin: Und ich glaube sowieso, ohne den Sport würden wir auch manche Dinge nicht erleben.
Lokalzeit: Ist das also eure "Love Language"?
Rouven: Ja, es ist in jeglicher Hinsicht einfach ein super Gefühl. Wir sitzen nebeneinander auf dem Fahrrad und unterhalten uns, was wir gestern auf der Arbeit erlebt haben. Wir fahren halt dann einfach von Düsseldorf nach Venlo, einfach nur, um eine Waffel zu essen. Und haben uns aber in dieser Zeit so unfassbar viel zu erzählen.
Der Höhepunkt: Hundertprozentiger Support
Lokalzeit: Cathrin, du hast dich für die Weltmeisterschaft im Ironman qualifiziert und im Oktober teilgenommen. Wie hat dieses Erlebnis eure Beziehung geprägt?
Cathrin: Ich muss schon sagen, wir hatten auf Hawaii sehr häufig diese "Kneif-mich-mal-Momente". Wo wir uns angeschaut haben und mit Delphinen oder mit Schildkröten geschwommen sind. Und wo wir uns wirklich gesagt haben: Guck mal, was wir hier gerade erleben dürfen und guck mal, was wir hier gerade gemeinsam machen. Und das habe ich noch nie mit irgendjemandem gemeinsam erlebt.
Rouven: Das war auch für mich ein super großes Abenteuer. Ich habe natürlich auch versucht, Cathrin in jeglicher Hinsicht zu unterstützen.
Auf Hawaii erlebte das Paar viele "Kneif-mich-mal-Momente"
Lokalzeit: Inwiefern?
Rouven: Es fing morgens an, sie sollte Rad fahren. Ich habe ihr die Flaschen vorbereitet. Ich habe die Ernährung ausgerechnet aufs Gramm. Ich habe ihr die Flaschen hinterhergefahren, in die Gluthitze.
Cathrin: Oder auch einfach mal da zu sein. Also das war schon stark, mein Anker, weil er immer wieder Ruhe gibt. Ich brauche dann oftmals eine Umarmung oder einfach mal nur kurz eine Hand oder nur sein Knie oder Oberschenkel, wo ich mal kurz so reingreifen kann. (lacht)
Lokalzeit: Und wie war für euch der eigentliche Wettkampf?
Rouven: Ich habe Cathrin noch nie so erlebt. Ich habe sie auch noch nie so leiden sehen, und ich bin unfassbar stolz, dass sie das geschafft hat und den Weg bis dahin gegangen ist.
Cathrin: Ein Zieleinlauf ist immer erst perfekt, wenn ich Rouven irgendwo gespottet habe. Weil ich eben weiß, dass es irgendwie unser Projekt ist und nicht nur meins. Ich glaube, wenn ich das alleine machen würde, dann wäre es nur halb so gut.
Sendung: Lokalzeit.de, Cathrin und Rouven: Das Extremsportlerpaar aus Ratingen, 02.03.2026, 07.26 Uhr.