Marvin Knappmeier und Arno Groß führen seit Kurzem eine Fernbeziehung
"Für mich war es Liebe auf den ersten Blick"
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Was passiert, wenn man ein Paar auf zwei Stühle setzt und mit ihnen eine Stunde über ihre Beziehung redet? Wir haben Marvin Knappmeier und Arno Groß nach ihrem Kennenlernen gefragt, nach dem, was ihre Beziehung ausmacht - und nach den großen Hürden: Seit Kurzem führen sie eine Fernbeziehung zwischen Köln und Tilburg in den Niederlanden.
Wenn sich der 22-jährige Arno Groß an die erste Begegnung mit Marvin Knappmeier, 29 Jahre alt, erinnert, leuchten seine Augen. Vor gut drei Jahren sind sie zufällig in derselben Bar. Während Marvin noch dabei ist, einen anderen Freund zu bitten, sie beide miteinander bekannt zu machen, kommt Arno bereits rüber. "Ich hab den besten und wohl schlechtesten Spruch aller Zeiten genutzt: Kennen wir uns nicht von irgendwoher?", erinnert der sich. Marvin grinst. "Im Prinzip hätte er alles sagen können, ich fand ihn ja schon von Anfang an gut."
Kennenlernen: Erstes Date im Theater
Lokalzeit: Wie war euer erstes Date?
Arno Groß: Direkt nach unserem Kennenlernen musste ich zu einer Theateraufführung. Damals hab ich im Ensemble gespielt. Es war zwar die andere Besetzung dran, aber ich wollte mein Team natürlich unterstützen, da hab ich Marvin direkt mitgenommen.
Marvin Knappmeier: Für mich war es tatsächlich der erste Theaterbesuch, ich hab damit eigentlich nicht sehr viel am Hut.
Arno: Umso mehr hat mich gefreut, dass er mitgekommen ist, und für mich war es auch eine besondere Erfahrung, mal jemanden zu treffen, der nicht aus dieser Theaterwelt ist.
Lokalzeit: Inzwischen seid ihr über drei Jahre zusammen - wie seid ihr denn zusammengekommen?
Arno: Das war richtig verrückt. Wir sind bei einem Italiener essen gegangen und irgendwie hatten die keinen Tisch mehr frei, also haben die uns einfach mitten in einen 30. Geburtstag gesetzt.
Marvin: Die Tische waren auch dekoriert mit vielen "30", wir kannten die Person aber überhaupt nicht. Dann saßen wir auch noch direkt an der Kasse, sodass den kompletten Abend die Kellner an uns vorbeigehuscht sind.
Arno: Das war echt eine besondere Situation, wir haben dann auch Campari getrunken.
Marvin: Wir mögen eigentlich gar keinen Campari.
Arno: Danach haben wir, glaube ich, auch nie wieder welchen getrunken.
Herausforderung: Fernbeziehung
Lokalzeit: Ihr führt mittlerweile eine Fernbeziehung zwischen Köln und Tilburg in den Niederlanden. Warum?
Arno: Ich habe im September meine Ausbildung als Musical-Darsteller in den Niederlanden begonnen. Leider kann man sich in dieser Branche nicht aussuchen, wo man studiert. Ich hab Marvin aber auch von Anfang an ganz klar kommuniziert, dass das meine Zukunftspläne sind.
Marvin: Ich hätte das am Anfang auch nicht ausgeschlossen, dass das ein Grund sein könnte, an dem die Beziehung irgendwann scheitert. Aber wenn man schon drei Jahre zusammen ist, festigt das einen. Und die Fernbeziehung sind nur vier Jahre.
Arno: Wir haben uns jetzt auch was Besonderes überlegt. Dieses große, grüne Bild bei uns im Wohnzimmer, das haben wir schon gemeinsam gemalt. Für meine neue Wohnung möchte ich jetzt auch wieder ein Bild haben. Diesmal mehr so mit Blautönen, eine Hälfte kommt dann hier in die Wohnung und die andere zu mir in die Niederlande.
Gegensätze ziehen sich an
Lokalzeit: Was macht eure Beziehung aus?
Marvin: Wir sind ein gutes Team zusammen, jeder hat seine Stärken und Schwächen. Ich fange Arno manchmal ein, wenn er wieder zu große Ideen hat. Und Arno sorgt dafür, dass ich auch mal über den Tellerrand schaue. Wir sind einfach eine gute Kombi und ein starkes Team.
Arno: Mein Leben ist immer ziemlich viel "Wirlewind", sage ich immer. Es ist manchmal ein buntes Durcheinander und Marvin ist da der Ruhepol, der Fels in der Brandung, weil sein Leben so geregelt ist, und das schätze ich total.
Marvin: Auch beim Thema Essen sind wir super unterschiedlich.
Arno: Ich bin so Fraktion "Gemenge", also Lasagne, Eintopf und so weiter. Marvin ist Fraktion "Drei-Teiler" also Spinat, Kartoffeln und Schnitzel.
Marvin: Ich habe lieber Ordnung auf dem Teller.
Wie ein altes Ehepaar
Marvin: Wenn wir unterwegs sind, dann haken wir uns immer so ein, wie ein altes Ehepaar. Wir haben damit irgendwann mal angefangen, dass wir nicht klassisch Händchenhalten, sondern so immer in Kontakt sind.
Wenn Arno Groß und Marvin Knappmeier spazieren gehen, haken sie sich beieinander ein
Arno: Das ist auch viel praktischer, dann schwitzen die Hände nicht so und man hat die zweite Hand auch immer frei. Ich lasse mir aber auch generell gerne mal hochhelfen, ich brauche die Stütze, wenn ich so viel Sport mache. (lacht)
Marvin: Diese Stütze bin ich für ihn natürlich gerne.