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Bei der Stichwahl um das Landratsamt im Oberbergischen Kreis hat Klaus Grootens (CDU) heute gegen Sven Lichtmann (SPD) gewonnen. Grootens bekam 61,7 Prozent der Stimmen.
"Mit der Wahlbeteiligung sind wir nicht zufrieden." Klaus Grootens
Grootens gewinnt die Wahl deutlich mit über 20% Vorsprung und ist erleichtert, dass er das Wahlergebnis von vor zwei Wochen bestätigen konnte. "Ich glaube, im ganzen Land gab es das Problem, dass viele Menschen gar nicht wussten, dass sie noch einmal wählen müssen. Mit der Wahlbeteiligung sind wir nicht zufrieden - aber mit meinem persönlichen Ergebnis bin ich durchaus zufrieden."
In den letzten Wochen hatten beide Kandidaten noch einmal starken Wahlkampf betrieben. Trotzdem lag die Wahlbeteiligung bei nur 35%. Der Herausforderer Sven Lichtmann ist mit seinem Wahlergebnis, trotz der deutlichen Niederlage ebenfalls zufrieden. Er hat das Wahlergebis seiner Vorgängerin Tülay Durdu vor fünf Jahren etwas verbessern können.
CDU-Gewinn keine Überraschung
"Unser Auftrag ist ganz klar: Fast 40 Prozent der Menschen im Oberbergischen wollen eine andere Politik." Lichtmann hatte sich gegen einen Umbau des Kreishauses ausgesprochen, der eine Millioneninvestition für den Oberbergischen Kreis bedeutet. "Diesen Aufrag nehmen wir jetzt mit in die nächsten fünf Jahre im Kreistag."
Der Gewinn der CDU ist keine Überraschung. Die Partei ist traditionell stark im Oberbergischen Kreis. Unter den ersten Gratulanten waren die letzten zwei Landräte, ebenfalls CDU-Vertreter: Jochen Hagt, der amtierende Landrat, und Hagen Jobi, Landrat von 2004 bis 2015.
Hier findet ihr alle Wahlergebnisse für den Oberbergischen Kreis.
Wer mehr über einzelne Kandidatinnen und Kandidaten erfahren möchte, findet viele Informationen im Kandidat:innencheck zur Kommunalwahl 2025.
Bei der Kommunalwahl am 14ten September im Oberbergischen Kreis holten CDU und FDP zusammen die meisten Stimmen, allerdings musste die CDU deutliche Verluste hinnehmen, während die AfD stark zulegte. Da keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang die 50-Prozent-Hürde erreichte, kam es heute zur Stichwahl um das Landratsamt zwischen Klaus Grootens (CDU) und Sven Lichtmann (SPD).
Rückblick: Erster Wahlgang am 14. September
Im ersten Wahlgang blieb es bis zum Ende spannend bei der Entscheidung um den Landrat im Oberbergischen Kreis. Am Ende setzte sich Sven Lichtmann von der SPD gegen die AfD durch und ging in die Stichwahl gegen Klaus Grootens von der CDU.
Dr. Sven Lichtmann (SPD)
00:35 Min.. Verfügbar bis 14.09.2027.
Berichterstattung aus dem Oberbergischen Kreis
00:51 Min.. Verfügbar bis 14.09.2027.
Die Linken und Grünen hatten ihre Unterstützung für Sven Lichtmann zugesagt. Währenddessen wurde CDU-Mann Grootens von der FDP unterstützt.
CDU Kandidat Klaus Grootens
00:14 Min.. Verfügbar bis 14.09.2027.
Gedrückte Stimmung nach den ersten Auszählungs-Ergebnissen
Die AfD hatte beim ersten Wahlgang im Vergleich zu den vorherigen Kommunalwahlen stark dazu gewonnen und lieferte sich mit der SPD ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Platz als zweitstärkste Kraft - sowohl in der Kreistagswahl als auch in der Landratswahl.
Dieses enge Rennen hatte auch Jochen Hagt, aktueller Landrat und Wahlleiter dieser Kommunalwahl, wahrgenommen. Er sagte dem WDR: "Die Reaktionen waren erstaunt, nicht euphorisch, sondern eher nachdenklich. Der Trend, der sich mit Blick auf die AfD in letzter Zeit in Oberberg abgezeichnet hat, setzt sich fort."
Etwa 220.000 Wahlberechtigte waren im Oberbergischen Kreis aufgerufen in der Stichwahl den nächsten Landrat zu wählen. Der amtierende Landrat Jochen Hagt von der CDU stand sich nicht mehr zur Wahl. Der 67-jährige verabschiedet sich nach zwei Amtsperioden in den Ruhestand.
Kreisverwaltung soll zentralisiert werden
Ein großes Thema bei der Wahl war der geplante Anbau des Kreishauses. Selbst eine abgespeckte Version, die der Kreistag bereits abgesegnet hat, soll circa 93 Millionen Euro kosten. Das ist Kritikern entschieden zu viel. Bei neuen Mehrheitsverhältnissen könnte das Thema noch mal aufgerollt werden. Ziel des Anbaus soll eine Zentralisierung der Kreisverwaltung sein, die sich inzwischen auf 20 verschiedene Gebäude im ganzen Stadtgebiet verteilt.
Auch die Mobilität war und ist ein wichtiges Thema, das im Oberbergischen angepackt werden muss. Im Fokus ist hier vor allem die Oberbergische Bahn, die RB25. Sie gilt als wichtigste Pendlerstrecke zwischen Gummersbach und Köln und soll zur S-Bahn umgebaut werden.
Stichwahlen um das Bürgermeisteramt
Heute mussten außerdem in Morsbach Nadja Hansmann (CDU) und Jan Schumacher (BFM-UBV) in die Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters bzw. der Bürgermeisterin.
Auch in Reichshof kam es zur Stichwahl. Hier traten René Kaufmann (CDU) und Jan Gutowski (parteilos) gegeneinander an.
Besonderheit in Wipperfürth und Waldbröl
Auch die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in den Städten und Gemeinden des Kreises wurden neu gewählt. In Wipperfürth und Waldbröl gab es dabei eine Besonderheit: Beide Kommunen hatten jeweils nur eine Kandidatin für das Bürgermeisteramt. Es waren die jeweiligen parteilosen Amtsinhaberinnen, die von einem Großteil der entsprechenden Ratsfraktion unterstützt wurden.
Wähler stimmten mit "Ja" oder "Nein" ab
Aber auch ohne Gegenkandidaten mussten beide Bürgermeisterinnen gewählt werden. In diesem Spezialfall konnten die Wählerinnen und Wähler mit "Ja" oder "Nein" abstimmen. Die Kandidatinnen gelten als gewählt, wenn sie mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen für sich verbuchen konnten, was beiden gelang.
Larissa Weber bekam in Waldbröl 88,8 Prozent Ja-Stimmen. In Wipperfürth haben 81,0 Prozent mit Ja und damit für Anne Loth gestimmt.
Unsere Quellen:
- Infratest Dimap
- Reporter vor Ort
- Sven Lichtmann, SPD
- Klaus Grootens, CDU
Über die Ergebnisse der Stichwahlen berichten wir am 28. September auch im Radio auf WDR 2. Das WDR Fernsehen berichtet ab 18 Uhr live über die Stichwahlen. Sonderausgaben der Lokalzeit mit Ergebnissen aus der Region sind geplant für 18.30 Uhr, 19.49 Uhr und innerhalb der WDR aktuell-Ausgabe ab 21.45 Uhr.
Hinweis der Redaktion am 02. Oktober 2025:
In einer früheren Version des Beitrags stand, dass die Kandidatin in Wipperfürth mit Nachnamen Michaela heißt. Aber sie heißt Loth, Anne Loth. Wir haben den Text entsprechend angepasst.