Stichwahl NRW: Was Sie wissen müssen
Aktuelle Stunde . 27.09.2025. 38:29 Min.. UT. Verfügbar bis 27.09.2027. WDR. Von Daniela Rüthers-Becker.
Die Kommunalwahlen in NRW gehen in die zweite Runde: Am Sonntag, 28.09.2025, finden an vielen Orten die Stichwahlen statt. Wählen könnt ihr diesmal ohne neue Wahlbenachrichtigung. Auch eine Briefwahl ist möglich. Wir erklären, wie ihr jetzt nochmal mitbestimmen könnt und fassen für euch die wichtigsten Infos zu den vielen Stichwahlen in NRW zusammen.
- Gibt es in meinem Ort eine Stichwahl?
- Bekomme ich für die Stichwahl neue Wahlunterlagen?
- Kann ich für die Stichwahlen noch Briefwahl beantragen - und wie geht das?
- Ich habe Briefwahl beantragt. Bis wann kann ich wählen?
- Was ist eine Stichwahl?
- Wächst die Zahl der Stichwahlen in NRW und warum?
- Was passiert bei einem Gleichstand?
- Welche Oberbürgermeister müssen in die Stichwahl?
- Welche Landräte müssen in die Stichwahl?
- Wie viele Bürgermeister müssen in die Stichwahl?
Gibt es bei mir im Ort eine Stichwahl?
Eine Stichwahl gibt es, wenn ihr in einer Kommune oder einem Kreis lebt, in dem noch kein Oberbürgermeister, Bürgermeister oder Landrat bestimmt worden ist. Ob eure Kommune oder Stadt dazugehört, könnt ihr hier nachschauen, indem ihr eure Postleitzahl eingebt.
Bekomme ich zur Stichwahl neue Wahlunterlagen?
Nein. Eine neue Wahlbenachrichtigung wird laut NRW-Innenministerium nicht verschickt. Wählen geht auch ohne Wahlbenachrichtigung. Falls ihr keine Wahlbenachrichtigung mehr habt: Ein gültiger Personalausweis oder Identitätsausweis genügt zur Stimmabgabe. Grundsätzlich findet die Stichwahl in denselben Wahlräumen statt wie die Hauptwahl.
Falls ihr Eure Unterlagen noch habt, könnt ihr bei der Stichwahl mit denselben Unterlagen wie beim ersten Mal wählen, also wie bei den Kommunalwahlen vom 14. September. Wer erst nach dem 14. September wahlberechtigt wird, kann laut NRW-Innenministerium demnach nicht an den Stichwahlen teilnehmen.
Kann ich für die Stichwahlen noch Briefwahl beantragen - und wie geht das?
Auch für die Stichwahl ist grundsätzlich eine Stimmabgabe per Brief möglich, sagt das NRW-Innenministerium.
Wer bislang lediglich für die Hauptwahl einen Briefwahlantrag gestellt hat, bekommt nicht automatisch auch Briefwahlunterlagen für die Stichwahl zugesandt. Die Briefwahl für die Stichwahl muss dann bei der entsprechenden Kommune neu gestellt werden - vor Ort im Wahlbüro, per Post oder per E-Mail. In einigen Kommunen geht die Beantragung auch online - zum Beispiel in Köln. Aber: Wer bereits im Rahmen der Hauptwahl einen Antrag auf Briefwahlunterlagen für die Stichwahl gestellt hat, muss keinen neuen Antrag stellen.
Bis Freitag können Kurzentschlossene noch Briefwahl beantragen und sofort an Ort und Stelle im Wahlamt (oder je nach Kommune auch in Bezirksrathäusern oder anderen Ämtern der jeweiligen Stadt und Gemeinde) wählen. In Krankheits- und Notfällen kann die Briefwahl sogar noch bis Sonntag um 15 Uhr beantragt werden.
Ich habe Briefwahl beantragt. Bis wann kann ich wählen?
"Aufgrund des nur zweiwöchigen Zeitraums zwischen dem Termin der Hauptwahl und der Stichwahl sollte verstärkt auf Postlaufzeiten geachtet werden", rät das NRW-Innenministerium. Die Landeswahlleiterin empfiehlt außerdem, den Wahlbrief so früh wie möglich abzuschicken oder in den Kommunen die Briefwahl vor Ort (Direktwahl) auszuüben.
Was ist eine Stichwahl?
Die Stichwahl ist eine Besonderheit der Kommunalwahlen. Das NRW-Innenministerium erklärt dazu: Bekommt keiner der Kandidaten mehr als die Hälfte aller Stimmen, gibt es eine Stichwahl. Die findet am 28. September statt - zwei Wochen nach der ersten Wahl am 14. September. In der Stichwahl treten nur die beiden Kandidaten an, die beim ersten Mal die meisten Stimmen bekommen haben.
Wächst die Zahl der Stichwahlen in NRW und warum?
Insgesamt wird es am 28. September in NRW 148 Stichwahlen geben - darunter sind Wahlen für Oberbürgermeister, Landräte und Bürgermeister. Bei der Kommunalwahl 2020 waren es 128 Stichwahlen, es sind also deutlich mehr geworden. Das liege an einer stärkeren Fragmentierung in der Parteienlandschaft, so Politologe Oliver Lembcke. Es werde insgesamt schwerer für Parteien, klare Mehrheiten zu gewinnen, und das zeige sich dann auch bei den Stichwahlen. Die Zahl an Kandidaten für die kommunalen Ämter wachse, auf die sich die Stimmen verteilen.
Was passiert bei einem Gleichstand?
Wer bei der Stichwahl die meisten Stimmen bekommt, ist gewählt. Bei Gleichstand entscheidet das Los, erklärt das NRW-Innenministerium.
Welche Oberbürgermeister müssen in die Stichwahl?
Nur zwei Oberbürgermeister-Posten sind im ersten Wahlgang entschieden worden - in Hamm bleibt der bisherige Oberbürgermeister Marc Herter (SPD) im Amt, in Herne ist der langjährige OB Frank Dudda (SPD) weiterhin Chef des Rathauses.
In 21 kreisfreien Städten gewann hingegen keine der Bewerberinnen und keiner der Bewerber mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen. Hier kommt es am 28. September zur Stichwahl - und zwar in diesen kreisfreien Städten: Aachen, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Krefeld, Köln, Leverkusen, Mönchengladbach, Mülheim an der Ruhr, Münster, Oberhausen, Remscheid, Solingen und Wuppertal.
Welche Landräte müssen in die Stichwahl?
Im ersten Wahlgang wurden in NRW zunächst nur 14 Landräte und Landrätinnen bestimmt. In die Stichwahl müssen deshalb 15 Landräte - und zwar hier: Städteregion Aachen, Kreis Düren, Ennepe-Ruhr-Kreis, Kreis Herford, Kreis Lippe, Oberbergischer Kreis, Kreis Recklinghausen, Rhein-Erft-Kreis, Rhein-Kreis Neuss, Rhein-Sieg-Kreis, Rheinisch-Bergischer Kreis, Kreis Siegen-Wittgenstein, Kreis Soest, Kreis Viersen und Kreis Wesel.
Wie viele Bürgermeister müssen in die Stichwahl?
In NRW müssen insgesamt 112 Bürgermeister zur Stichwahl antreten. Ob ihr davon betroffen seid, könnt ihr auch hier nachlesen:
Unsere Quellen:
- FAQ zu Kommunalwahlen des NRW-Innenministeriums
- WDR-Anfrage beim NRW-Innenministerium
- Nachrichtenagentur dpa
- WDR5-Interview mit Politologe Oliver Lembcke