Jubel bei der SPD in Minden.
00:28 Min.. Verfügbar bis 28.09.2027.
Peter Kock (SPD) wird neuer Bürgermeister in Minden
Stand:
Peter Kock (SPD) ist neuer Bürgermeister von Minden. Während in Preußisch Oldendorf der von der CDU unterstützte Kandidat Marko Steiner gewinnt, wird in Hille der Einzelbewerber Andreas Waßmann Bürgermeister.
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Mit 57 Prozent gewinnt Peter Kock von der SPD die Stichwahl um das Bürgermeisteramt in der Stadt Minden. Kurz nach der Bekanntgabe der Ergebnisse bildet sich im gut gefüllten Rathaus eine lange Schlange von Gratulanten vor Kock. "Es ist eine Ausnahmesituation," sagt Peter Kock von der SPD über seine Stimmungslage kurz nach der Wahl, und mit Blick auf die Ergebnisse der SPD in anderen Kommunen: "Es ist offenbar auch ein Ausnahmeergebnis, das wir hier in Minden erzielt haben. Das heißt: Man kann von Minden lernen." Die SPD feierte anschließend ausgiebig in der Mindener Innenstadt.
"Das war eine Teamleistung. Unsere Kampagne war frisch und jung und motiviert. Und so muss die SPD auftreten: Sie muss Bock haben, vor Ort zu wirken." Peter Kock (SPD) nach der Stichwahl zum Bürgermeisteramt in Minden
Er zog gegen Kathrin Kosiek von der CDU in die Stichwahl. Kosiek zeigte sich trotz Niederlage stolz auf ihr Ergebnis: "43 Prozent, das hat kein CDU-Kandidat in Minden in den letzten Jahren geschafft. Insofern zeigt das doch, dass ich die richtige Kandidatin war."
SPD bleibt in Minden erfolgreich
Seit 1961 war das Bürgermeisteramt in Minden fast durchgängig in der Hand der SPD. Nur von 1999 bis 2004 stellte die CDU den Bürgermeister.
Vor zwei Wochen erreichte Peter Kock bereits 40 Prozent der Stimmen, während Kathrin Kosiek bei knapp 30 Prozent lag. Insgesamt lag die Wahlbeteiligung in Minden bei der Stichwahl heute bei knapp 35 Prozent.
Steiner verteidigt Bürgermeisteramt in Preußisch Oldendorf
Amtsinhaber Marko Steiner, der als parteiloser Kandidat mit Unterstützung der CDU angetreten war, gewinnt bereits zum dritten Mal die Wahl um das Bürgermeisteramt in Preußisch Oldendorf. Mit deutlichen 71 Prozent gewann er die Stichwahl gegen Herausforderer Ali Chaudhry (SPD).
Steiner hatte bei der Kommunalwahl am 14. September knapp 49 Prozent der Stimmen erhalten und damit die absolute Mehrheit, die für eine direkte Wahl im ersten Wahlgang erforderlich ist, nur um wenige Stimmen verpasst. Der erst 27 Jahre alte Chaudhry ist als Kind aus Pakistan nach Deutschland gekommen und war einer der wenigen Bewerber um das Bürgermeisteramt mit Migrationshintergrund.
Waßmann gewinnt Stichwahl in Hille
Auch in der Gemeinde Hille steht ein vorläufiges Ergebnis fest: Andreas Waßmann gewinnt eindeutig als Einzelbewerber mit gut 60 Prozent und wird neuer Bürgermeister der Gemeinde. Andreas Waßmann (Einzelbewerber) und Friedrich Rohlfing (CDU) mussten nach dem ersten Wahlgang in die Stichwahl. Waßmann erhiehlt vor zwei Wochen rund 45 Prozent, sein politischer Gegner elf Prozentpunkte weniger.
Hier findet ihr alle Wahlergebnisse aus dem Kreis Minden-Lübbecke:
Rückblick: Erster Wahlgang am 14. September
Anders als in anderen Kreisen wurde in Minden-Lübbecke am Sonntag kein neuer Landrat gewählt. Die Wahl hatte bereits 2023 stattgefunden. Die Amtszeit von Landrat Ali Doğan läuft daher noch bis 2030.
In Rahden und Stemwede gewinnt die FDP
Bemerkenswerte Ergebnisse für die FDP: Nach der Auszählung in Rahden hat Florian Haase (FDP) mit 66 Prozent der Stimmen die Kommunalwahl 2025 gewonnen. Er wird der neue Bürgermeister und löst damit den bisherigen CDU-Bürgermeister und einzigen Gegenkandidaten, Bert Honsel, ab. Die Wahlbeteiligung lag bei 63,6 Prozent.
In Stemwede musste der amtierende Bürgermeister nicht bangen. Der Liberale Kai Abruszat kann rund 82 Prozent der Stimmen auf sich verbuchen - und sich damit gegen den SPD-Herausforderer deutlich durchsetzen.
Erste Reaktionen nach 18 Uhr
Landrat Ali Doğan war zufrieden mit den Wahlergebnissen. Er musste bei dieser Wahl nicht zittern, bekommt aber einen neuen Kreistag. Er freut sich auf die neue Zusammensetzung, denn etwa die Hälfte der Mitglieder sei neu. "Wir sind weiterhin eine demokratische Hochburg in Minden-Lübbecke und damit kann man gut arbeiten."
Oliver Klein, FDP-Bürgermeisterkandidat in Minden gab sich noch während der Auszählung trotz schlechter Werte optimistisch: "Wir hatten in Minden nun wirklich eine demokratische Wahl, mit vielen unterschiedlichen Kandidaten. Insofern können wir heute eine Wahl feiern, das ist auch nicht mehr überall auf der Welt selbstverständlich."
Briefwahl-Rekord
In Minden gab es einen Rekord bei der Briefwahl, von über 15.000 Anmeldungen berichtet Wahlleiterin und 1. Beigeordnete Daniela Giannone. Über 500 Wahlhelfer haben dafür gesorgt, dass alles reibungslos gelaufen ist. In den 53 Wahllokalen der Stadt gab es laut Wahlleiterin keine Vorkommnisse.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter vor Ort in Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern und Politikerinnen und Politiker
- Kreis Minden-Lübbecke
- Infratest dimap