OB-Stichwahl in Krefeld: Frank Meyer (SPD) bleibt Oberbürgermeister

00:26 Min. Verfügbar bis 28.09.2027

OB-Stichwahl in Krefeld: Frank Meyer (SPD) bleibt Oberbürgermeister

Stand:

Der amtierende SPD-Oberbürgermeister Frank Meyer hat sich gegen Timo Kühn (CDU) durchgesetzt.

Von Benjamin Sartory - PortraitBenjamin Sartory

Nach dem recht knappen Ausgang des ersten Wahlganges hat der amtierende Oberbürgermeister Frank Meyer (SPD) in der Stichwahl 55,0 Prozent der Stimmen bekommen.

Bildung und Infrastruktur seien weiterhin Schwerpunktthemen seiner Politik, erklärte Wahlsieger Meyer. Außerdem sagte er: "Wir müssen aufpassen, dass uns die Gesellschaft nicht auseinanderbricht und Extreme immer stärker werden". Dagegen wolle er sich mit aller Kraft stemmen.

Frank Meyer (SPD) freut sich über seine Wiederwahl

00:27 Min. Verfügbar bis 28.09.2027

Kühn gratuliert Meyer

Wahlverlierer Kühn (CDU) ist zum Gratulieren in die SPD-Zentrale gekommen.

Wahlverlierer Kühn (CDU) ist zum Gratulieren in die SPD-Zentrale gekommen.

Wahlverlierer Timo Kühn von der CDU war unmittelbar nach dem Auszählen der Stimmen in die Geschäftsstelle der SPD gefahren. Dort gratulierte er dem Wahlsieger Frank Meyer von der SPD. "Als guter Demokrat muss man auch gratulieren", sagte Kühn. Enttäuscht sei er nicht. Gegen einen amtierenden Amtsträger anzutreten, sei immer schwierig. Auch die Krefelder SPD-Parteivorsitzende Stella Rütten gratulierte dem Wahlsieger.

Vor dem Ergebnis: Anspannung bei der SPD

Wahlparty in der SPD-Geschäftsstelle in Krefeld

Trotz Zapfanlage angespannte Lage auf der SPD-Wahlparty

Frank Meyer, seit 2015 im Amt, verfolgte den Wahlabend gemeinsam mit Parteifreunden in der Geschäftsstelle der Krefelder SPD in der Innenstadt. Im Innenhof war es voll, es gab Bierbänke, aus einer Zapfanlage floß Alt und Pils. "Die Stimmung ist natürlich angespannt an einem solchen Tag", sagte Meyer vor der Entscheidung. 

Drinnen wurden die Zwischenergebnisse der Auszählung an die Wand projiziert. Im ersten Wahlgang lag Meyer fünf Prozentpunkte vor Kühn - ein knapper Vorsprung.

CDU feierte in Eventlocation

CDU-Kandidat Timo Kühn (2. von rechts)

CDU-Kandidat Timo Kühn (2. von rechts) fiebert der Auszählung entgegen

Keine zehn Autominuten von der SPD-Zentrale entfernt lief die Wahlparty der Krefelder CDU. Die Partei hatte dafür eine Eventlocation angemietet. Hier fieberten OB-Kandidat Timo Kühn und seine politischen Freunde dem Auszählungsergebnis entgegen.

"Ich bin bis zum Bersten gespannt", sagte der Christdemokrat Kühn vor der Auszählung. Er sei dankbar, dass seine Parteikollegen in den vergangenen Wochen noch einmal alles beim Wahlkampf gegeben haben. Kühn ist seit 2014 Mitglied im Krefelder Stadtrat. Außerdem ist er als Erster Bürgermeister der erste Stellvertreter des amtierenden Oberbürgermeisters Meyer. 

Hier findet ihr alle Wahlergebnisse für Krefeld:

Meinen Wahlkreis finden:

Wer mehr über einzelne Kandidatinnen und Kandidaten erfahren möchte, findet viele Informationen im Kandidat:innencheck zur Kommunalwahl 2025.

Rückblick: Erster Wahlgang am 14. September

SPD-Oberbürgermeister Frank Meyer auf Wahlparty der SPD

SPD-Oberbürgermeister Frank Meyer auf Wahlparty der SPD

Frank Meyer von der SPD ist seit zehn Jahren Oberbürgermeister von Krefeld. Er würde gerne noch mal mindestens fünf Jahre dranhängen - in einer Stadt, die eigentlich keine SPD-Hochburg ist. Bei der Kommunalwahl am 14. September kam er auf 35,9 Prozent. Im Vergleich zur Wahl 2020 hat er sieben Prozentpunkte verloren. Er bleibt aber zuversichtlich.

"Es gibt Themen in der Stadt, die sind schwierig, über die haben wir viel diskutiert. Das ist gar keine Frage, aber ich habe jetzt nicht erkannt, dass irgendjemand ausgeguckt war, der bessere Ideen hätte, wie man die lösen kann," sagte er nach dem ersten Wahlgang.

CDU will stärkste Partei bleiben

In der Stichwahl trifft er auf Timo Kühn von CDU. Die hat im ersten Wahlgang ihr Ziel erreicht, stärkste Partei zu bleiben. Das Ergebnis: ungefähr das von 2020. Kühn darf sich Hoffnungen auf den Job im Rathaus machen. Er konnte 30,9 Prozent der Stimmen holen.

Kommunalwahl in Krefeld - OB-Kandidaten müssen in die Stichwahl

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Der Krefelder CDU-Kandidat für die OB-Wahl Timo Kühn auf der Wahlparty seiner Partei im Krefelder Nordbahnhof

Der Krefelder CDU-Kandidat für die OB-Wahl Timo Kühn auf der Wahlparty seiner Partei im Krefelder Nordbahnhof

Der CDU-Kandidat Timo Kühn zeigte sich optimistisch, was die Stichwahl anbelangt: "Wir als CDU insgesamt sind sehr zufrieden. Wir haben auch Wahlkreise geholt, die wir eigentlich schon verloren geglaubt haben. Daran sieht man einfach: Zu kämpfen lohnt sich am Ende."

Er sei mit seinem OB-Wahlergebnis sehr zufrieden, da er an den Amtsinhaber sehr nah rangekommen ist. "Ich freue mich jetzt auf eine gute Stichwahl und hoffe, dass ich mich dann durchsetzen werde", so Kühn.

AfD-Kandidat in Krefeld auf Platz 3

Der OB-Kandidat der AfD, Frank Wübbeling, hat es zwar nicht in die Stichwahl geschafft, doch seine Enttäuschung hielt sich in engen Grenzen. Die AfD konnte ihren Stimmenanteil mit 15,1 Prozent verdreifachen. Die Grünen mussten hingegen deutliche Verluste einstecken. Er reichte nur für Platz 4, klar hinter der AfD. Ihr Oberbürgermeisterkandidat Benjamin Zander holte gerade mal sieben Prozent.

Pommes und Currywurst bei der SPD

Die SPD in Krefeld verfolgt gebannt die Wahlergebnisse.

Die SPD in Krefeld verfolgt gebannt die Wahlergebnisse.

In Krefeld hatten die Parteien die Wahlberichterstattung nach der Wahl vor zwei Wochen nicht zentral im Rathaus verfolgt, sondern an unterschiedlichen Orten. Der amtierende Oberbürgermeister Frank Meyer war mit etlichen Parteigenossen im Innenhof der SPD-Zentrale. Es gab Suppe, Pommes und Currywurst.

Der CDU-Herausforderer Timo Kühn wartete mit seinen Parteigenossen am Nordbahnhof auf belastbare Ergebnisse. Die Partei hatte dort eine Gastronomie angemietet - es war rappelvoll.

CDU bleibt stärkste Kraft im Stadtrat

Im Krefelder Stadtrat bleibt die CDU stärkste Kraft. Die Partei holt rund 30 Prozent der Stimmen - in etwa so viel wie bei der vergangenen Kommunalwahl. Die SPD verliert leicht und landet bei 26 Prozent.

Ordentliche Verluste müssen die Grünen verkraften. Sie kommen auf 11 Prozent, das sind neun Prozentpunkte weniger als bei der vergangenen Wahl. Die AfD gewinnt etwa 10 Prozentpunkte dazu und kommt auf mehr als 15 Prozent. 

Angespannte Haushaltslage und Sicherheit

Die politischen Themen in Krefeld sind vielfältig. Viel gesprochen wird dort über kaputte Straßen und die angespannte Haushaltslage. Nach mehreren Messerattacken, zwei davon tödlich, spielt auch das Thema Sicherheit eine Rolle.

Außerdem sorgen sich viele um die Attraktivität der Innenstadt. Probleme mit der Drogenszene hatte die Stadt zuletzt versucht, mit einem neuen Drogenhilfezentrum in den Griff zu kriegen.

Todesfall in Wahllokal

In einem Wahllokal in Krefeld-Uerdingen ereignete sich am Wahltag ein Todesfall. Nach Angaben der Stadt kollabierte ein älterer Mann, der dort mit seiner Ehefrau wählen wollte. Helfer vor Ort und eintreffende Rettungskräfte versuchten, ihn zu reanimieren - leider erfolglos. Die Stadt sagt, dass die Wahl dort nicht beeinträchtigt wurde - sie ging in einem Nebenraum weiter. 

Unsere Quellen

  • WDR-Reporter vor Ort
  • Parteien in Krefeld
  • Infratest dimap

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