Badeverbotsschild vor dem Rhein am Paradiesstrand in Düsseldorf

In diesen NRW-Städten ist Baden im Rhein verboten

Stand:

Baden im Rhein ist lebensgefährlich - trotzdem wird es gemacht. Um das zu verhindern, gilt in mehreren NRW-Städten ein Verbot. Eine Übersicht.

Hinweis vom 11. Mai 2026: Dieser Text wird nicht mehr aktualisiert, eine aktuelle Übersicht gibt es hier:

Düsseldorf hat den Anfang gemacht. Andere sind nachgezogen. Außer in der Landeshauptstadt ist Baden im Rhein inzwischen auch in Krefeld, Meerbusch, Neuss und Dormagen verboten. Auch in Köln stimmte am Abend der Stadtrat für ein Badeverbot. Das soll vorraussichtlich kommende Woche in Kraft treten, so die Stadt.

In Duisburg ist Baden im Rhein aufgrund einer Verordnung der Wasser und Schifffahrtsdirektion Duisburg aktuell auf 25 von 34 Rheinkilometern verboten. Ab dem 6. September gilt ein ergänzendes Badeverbot für die Uferabschnitte, die bisher nicht erfasst waren. Damit ist das Baden im Rhein dann entlang des gesamten Stadtgebiets von Duisburg verboten. 

Der Grund für die Verbote sind mehrere tödliche Badeunfälle. Verbote einzuführen war zunächst nicht so einfach. Denn zuständig für den Rhein ist eigentlich die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Jetzt regeln die Städte es selbst.

Auch in Krefeld ab sofort Badeverbot im Rhein

WDR Studios NRW 26.08.2025 00:39 Min. Verfügbar bis 26.08.2027 WDR Online


Köln: doch kein striktes Betretungsverbot für den Rhein

Meistens ist es verboten, weiter ins Wasser zu gehen als bis zum Knöchel. Deutlich weiter wollte eigentlich die Stadt Köln gehen: "Jedes Betreten: schwimmen, im Wasser waten, im Wasser spielen sowie die Nutzung von Luftmatratzen, Schwimmtieren und ähnlichen Objekten" sollte da verboten werden.

Vor der Entscheidung im Stadtrat brachten Grüne, CDU, SPD, Linke und Volt einen Änderungsantrag ein, dem letztendlich zugestimmt wurde. Damit ist es in Köln - wie in anderen NRW-Städten auch - weiterhin erlaubt knöcheltief ins Wasser zu gehen. Erst alles darüber hinaus soll als "Baden" gelten.

Welche Strafen drohen beim Baden im Rhein?

Für Verstöße gegen die Verbote sind Geldbußen von bis zu 1.000 Euro vorgesehen.

Wer kontrolliert das Badeverbot im Rhein?

Das Ordnungsamt und die Wasserschutzpolizei führen Kontrollen gegen das Badeverbot im Rhein durch. 

Welche Alternativen gibt es zum Baden im Rhein?

Als eine Alternative zum Baden im Rhein wurde in Düsseldorf eine Badeinsel für den Medienhafen entworfen. Eine andere Idee ist: Ein künstlicher Badesee im Norden.

Die Grünen in NRW fordern derweil wieder Badeschiffe auf dem Rhein. So steht es in einem Beschluss des Landesvorstands zur künftigen Klimaanpassungsstrategie der Partei. 

Warum ist Baden im Rhein lebensgefährlich?

Drei Dinge machen den Rhein so gefährlich: Die Schifffahrt, Strudel und Wirbel sowie die hohe Geschwindigkeit, mit der das Wasser flussabwärts strömt. Hinzu kommt: Viele Menschen überschätzen ihre eigene Kraft und wie gut sie schwimmen können. Die Rettungsschwimmer der DLRG sagen, dass diesen Sommer zehn Menschen in dem Fluss ertrunken sind.

Wie sinnvoll ist ein Badeverbot im Rhein?

In einigen Städten gilt es schon, einige wollen nachziehen - andere Städte wie etwa Monheim sind dagegen. Mit der Frage, ob so ein Badeverbot wirklich Menschen retten kann oder es nur bei den Kommunalwahlen helfen soll, beschäftigt sich unsere Autorin Daniela Junghans in einem Kommentar.

DLRG-Präsidentin Ute Vogt begrüßt die Badeverbote und die Aktion der Polizei, die in sozialen Medien mit Schockbildern vor dem Baden im Rhein warnt. "Wenn allen Warnungen zum Trotz Leute weiter die Gefahr ignorieren, dann ist das Verbot nur allzu nachvollziehbar. Bei allem Verständnis für den Wunsch nach Abkühlung: Die Sicherheit für Leib und Leben geht vor", sagt sie. 

Die Häufung tödlicher Unfälle in den vergangenen Monaten zeige, dass Aufklärungsarbeit hier leider nicht ausreiche. Das Badeverbot könne helfen, Menschen zu sensibilisieren. Es gebe den Ordnungsbehörden die Möglichkeit, gegen Uneinsichtige vorzugehen. "Die Warnhinweise unserer Rettungsschwimmer werden leider nicht immer ernst genommen." 

Unsere Quellen:

  • Infos der Städte
  • Nachrichtenagentur dpa

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