Besucher dürfen jetzt nur noch maximal knöcheltief in den Rhein. Wenn sie tiefer ins Wasser gehen, gilt das als Baden und ist im gesamten Kölner Stadtgebiet verboten.
Bereits zehn Badetote in diesem Jahr
Das Verbot hatte der Stadtrat Anfang September beschlossen, nachdem zuvor bereits mehrere NRW-Städte vorgelegt hatten: Düsseldorf, Neuss, Meerbusch, Krefeld und Dormagen. In NRW sind in diesem Jahr bisher zehn Menschen im Rhein ertrunken.
Betretungsverbot "vernünftig"
Vor der Entscheidung im Kölner Stadtrat hatten Grüne, CDU, SPD, Linke und Volt einen Änderungsantrag eingebracht, dem zugestimmt wurde. Deswegen gilt in Köln kein komplettes Badeverbot, sondern man darf bis zu den Knöcheln ins Wasser.
Ein beliebtes Ziel im Sommer: Das Rheinufer in Köln-Rodenkirchen.
Ralf Mayer, der Leiter des Kölner Ordnungsamtes, hatte sich in einem Interview vor der Ratsabstimmung gegenüber dem WDR für ein strikteres Badeverbot ausgesprochen: "Aus knöcheltief kann schnell kniehoch werden, und aus kniehoch können wirklich sehr schnell extreme, gefährliche Situationen entstehen."
Durch die Binnenschifffahrt gebe es immer wieder Ebbe und Flut, das Wasser ziehe sich zurück und komme dann schnell Richtung Ufer zurück. "Der Druck ist oft so groß, dass man sich dann vielleicht nicht mehr auf den Füßen halten kann", sagte Mayer weiter.
Wer kontrolliert das Badeverbot?
Vom Land aus kontrolliert das Ordnungsamt in Köln das Badeverbot. Es gibt aber auch Kontrollen vom Wasser aus – zusammen mit DLRG und Wasserschutzpolizei, da das Ordnungsamt nicht selbst über Boote verfügt.
Welche Strafen sind vorgesehen?
Das Bußgeld liegt zwischen 60 und 1000 Euro. Wer nicht nur sich selbst, sondern auch andere in Gefahr bringt, muss mit einer hohen Strafe rechnen.
Der Chef des Kölner Ordnungsamts betont, dass seine Mitarbeitenden aber erstmal auf Menschen zugehen und mit ihnen reden werden: "Wir werden erst einmal aufklären und informieren. Aber natürlich: Wenn sich Menschen in Gefahr bringen oder gar andere in Gefahr bringen, wird es natürlich auch irgendwann zu Bußgeldverfahren kommen."
Was ist mit Wassersportlern?
Ausgenommen vom Badeverbot im Rhein sind das Ein- und Aussteigen beim An- und Ablegen von Wasserfahrzeugen, Kanufahren, Rudern und Angelsport. Auch für Veranstaltungen, die die Stadt genehmigt hat, kann sie eine ausdrückliche Erlaubnis aussprechen.
Außerdem sind Feuerwehr und Wasserrettungsdienste vom Badeverbot ausgenommen, wenn sie zum Beispiel Übungen im Rhein durchführen oder natürlich bei tatsächlichen Rettungseinsätzen.
Was gilt für Hunde?
Hunde betrifft das Badeverbot nicht. Im Sinne des Hundes sollte man sie allerdings so sichern, dass sie nicht abgetrieben werden können, so die Stadt Köln.
Welche Badestellen sind in Prüfung?
Konkret genannt wurden bislang der Bereich der Porzer Groov und der Deutzer Hafens. Die Stadt soll zusammen mit der DLRG prüfen, welche Bereiche vom Badeverbot ausgenommen werden könnten. Ziel ist es, noch vor dem nächsten Sommer konkrete Badestellen zu benennen. Sie sollen dann auch besser zugänglich gemacht werden für alle, die im Rhein baden wollen.
Was ist mit Badeschiffen in Köln?
Ob es auch in Köln künftig Badeschiffe geben könnte, ließ die Stadt auf WDR-Anfrage offen. Sie verwies aber darauf, dass die Verwaltung Flächen finden soll, an denen eine Ausnahme vom Badeverbot möglich ist. Und: Die Verwaltung wird auch Badeseen in Köln als Alternativen zum Schwimmen in den Blick nehmen. Sie soll die Öffnung und bessere Zugänglichkeit prüfen und Vorschläge unterbreiten, wo es gute Möglichkeiten zum Baden gibt.
Unsere Quellen:
- Interview mit Ralf Mayer von der Stadt Köln
- Stadt Köln
- Deutsche Presseagentur