Lisa Ocklenburg ist die erste Polizeipilotin in NRW
Pionierin der Wolken: NRWs erste Polizeipilotin
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Die Fliegerstaffel der Polizei NRW war lange reine Männersache. Das hat sich jetzt geändert. Lisa Ocklenburg ist die erste Polizeipilotin in NRW. Warum sie sich keinen schöneren Job vorstellen kann - und der Weg dahin alles andere als ein Spaziergang war.
Der Anschnallgurt rastet ein, dann schließt Lisa Ocklenburg die seitliche Tür des Helikopters. "Motor dreht, Öldruck kommt auch", sagt sie in das Headset an ihrem Helm. Immer lauter dröhnt das Triebwerk. Ocklenburg hält den kleinen schwarzen Steuerknüppel fest in der Hand. Dann hebt der markante, silbern-blaue Airbus H145 vom Flugplatz in Dortmund ab. Was wie ein normaler Start aussieht, ist der Flug einer Pionierin.
Die erste Pilotin der Polizei NRW
Denn die 31-Jährige ist die erste Einsatzpilotin der Polizei in NRW. Alle bisherigen 44 Piloten der Fliegerstaffel sind Männer. Seit Oktober ist Ocklenburg bei der Polizei am Flughafen in Dortmund stationiert. Ihr fehlen nur noch ein paar Spezialeinsätze wie Nachtflüge, dann ist die Ausbildung abgeschlossen. Bis zu ihren ersten Flügen war es dabei ein weiter Weg.
Lisa Ocklenburg ist die erste Hubschrauberpilotin bei der NRW Polizei
Lokalzeit Ruhr. 18.12.2025. 03:03 Min.. Verfügbar bis 28.12.2027. WDR. Von Carsten Koch.
Nach der normalen Polizeiausbildung bewarb sie sich für die Pilotenausbildung und setzte sich in dem intensiven Auswahlverfahren mit psychologischen Eignungstests durch. "Unser Auswahlverfahren ist sehr herausfordernd", sagt die 31-Jährige und steuert den Hubschrauber in einigen hundert Metern Höhe über wolkenverhangene Felder und Siedlungen des Ruhrgebiets.
Der Blick von oben bietet ihr auch eine neue Perspektive auf ihre Heimat. Ocklenburg ist in Essen geboren, hat ihr erstes Praktikum bei der Polizei in Mülheim an der Ruhr gemacht und dort fünf Jahre als Streifenpolizistin gearbeitet. Sie sagt: "Ich kann mir keinen schöneren Job vorstellen. Fliegen war schon immer ein Traum von mir. Dass er sich bei der Polizei verwirklicht, hätte ich aber auch nicht gedacht."
Damit in der Luft alles glatt läuft, kontrolliert sie vor jedem Flug den Hubschrauber. Sie steigt auf die Kufen und prüft, ob alle Klappen geschlossen sind, die Heckrotorblätter unbeschädigt sind und ob das Flugfeld frei ist. Erst dann steigt sie in den Helikopter.
"Ein schönes Signal und ein Vorbild"
Nicht nur das Fliegen ist Teil ihrer mehr als zweijährigen Ausbildung. Ocklenburg lernt auch die verschiedenen polizeilichen Verfahren kennen. Die Aufgaben der Polizeipiloten sind vielfältig. Sie unterstützen bei der Suche nach Vermissten, bei Fußballspielen oder Demonstrationen, bei Verfolgungsfahrten oder bei der Löschung von Bränden. "Ich gehe jeden Tag mit einem guten Gefühl zur Arbeit, auch wenn man nie weiß, was kommt", sagt Ocklenburg über den Fluglärm im Cockpit.
Traumjob: Lisa Ocklenburg liebt es, den Helikopter zu fliegen
Während sich der Helikopter langsam dem Boden nähert, wartet Pascal Pettinato vom Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) bereits auf dem Flugfeld. Die Fliegerstaffel der Polizei ist dem LZPD zugeordnet. Der Pressesprecher hofft, dass es bald mehr Pilotinnen gibt: "Lisa hat ein Stück weit Polizeigeschichte geschrieben. Das ist ein schönes Signal für Kolleginnen und junge Mädchen, die nach Vorbildern suchen." "Ich glaube fest daran, dass wir hier mehr Frauen gebrauchen können. Es macht wahnsinnig Spaß", meint auch Ocklenburg und steigt mit einem breiten Lächeln aus dem Helikopter.
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Ruhr, 18.12.2025, 19.30 Uhr.