Bianca Blömeke, eine junge, blonde Frau, lacht

Cold Case: Vor 25 Jahren verschwand Bianca Blömeke aus Essen

Spurlos verschwunden: Ein Cold Case und eine Mutter, die nicht aufgibt

Stand:

Im Jahr 2000 verschwindet Bianca Blömeke aus Essen spurlos. 25 Jahre später gibt es noch immer keine Antworten, nur Vermutungen. Ihre Mutter sucht weiter, notfalls auf Feldern, nach Knochen. Sie ist überzeugt: Sie weiß, wer ihre Tochter getötet hat.

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Wo ist meine Tochter?

Wo ist meine Tochter? Diese quälende Frage stellt sich Erika Schneider seit mehr als 25 Jahren. Am 6. August 2000 verschwand ihre 19-jährige Tochter Bianca Blömeke spurlos. Bis heute gibt es keinen Hinweis, was mit der jungen Frau geschehen ist. In den vielen Jahren gab es keinen Brief, keinen Anruf oder ein anderes Lebenszeichen von Blömeke.

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Die junge Mutter ließ ein erst acht Monate altes Baby zurück, als sie verschwand. Die Ermittler der Essener Kriminalpolizei stellten hinterher zudem fest, dass Bianca Blömeke weder ihr Portemonnaie, Handy noch Kleidung bei sich trug. Als suizidgefährdet galt sie nicht, betont ihre Mutter Erika Schneider.

Die 65-Jährige ist überzeugt: Blömekes Ex-Freund Simon Meyer (Name geändert) hat ihre Tochter auf dem Gewissen. Nachbarn von Blömeke wollen an dem Tag, an dem sie letztmalig lebend gesehen wurde, einen lautstarken, heftigen Streit zwischen ihnen gehört haben. Der Polizei sagen sie später, es habe Geschrei, Krach und Gepolter gegeben, daraufhin plötzlich Stille.

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Der unerträgliche Schmerz einer Mutter

Für die Essener Kriminalpolizei gilt Meyer in den Wochen nach Blömekes Verschwinden als dringend tatverdächtig, kommt zeitweise in Untersuchungshaft. Er streitet die Tatvorwürfe ab. Er habe sich zwar mit Blömeke gestritten, doch als er den gemeinsamen Sohn anschließend zur Uroma brachte, soll Blömeke verschwunden sein. Erika Schneider glaubt diese Version der Geschichte nicht, die Polizei Essen ist ebenfalls skeptisch.

Doch es gibt keine handfesten Beweise, wonach Meyer etwas mit Bianca Blömekes Verschwinden zu tun hatte. Und solange das so ist, erklärt Polizeisprecher Hendrik Heyer, gilt der Ex-Freund als unschuldig. Andere Tatverdächtige hat die Polizei nicht. Trotz vieler Hinweise aus der Bevölkerung gelang den Ermittlern über all die Jahre kein Durchbruch im Fall Bianca Blömeke. Für Erika Schneider bedeutete jede neue Spur kurzzeitige Hoffnung, der jedoch stets bittere Enttäuschung folgte.

Lokalzeit: Bianca ist seit mehr als 25 Jahren verschwunden. Wie geht es Ihnen heute?

Erika Schneider: Mir geht es nicht gut, weder psychisch noch körperlich. Das eine zieht natürlich das andere nach. Mir geht es immer noch wie am ersten Tag, als sie verschwunden ist. Ich vermisse Bianca sehr, es ist ein durchgehend sehr belastendes Gefühl.

Erika Schneider sitzt an einem Tisch, vor ihr liegt ein Fotoalbum.

Seit 25 Jahren lebt Erika Schneider mit der Ungewissheit über den Verbleib ihrer Tochter

Lokalzeit: Wie würden Sie Bianca beschreiben, wie war sie als Mensch?

Schneider: Bianca war ein sehr lebensfroher Mensch, immer für Spaß aufgelegt und sehr sozial. Wir hatten eine sehr enge Beziehung, selbst nachdem sie ihre eigene Wohnung hatte. Sie war jeden Tag bei mir, wir haben uns täglich gesehen. Wir hatten ein sehr inniges Verhältnis.

Lokalzeit: Was fehlt Ihnen am meisten, wenn Sie an Bianca denken?

Schneider: Der Kontakt, die Gespräche, die gemeinsamen Unternehmungen - all das fehlt mir sehr. Ich will einfach nur mein Kind zurück.

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Der Tag, an dem Bianca Blömeke verschwand

Lokalzeit: Können Sie beschreiben, wie der Tag von Biancas Verschwinden verlief?

Schneider: Ich habe mittags noch mit Bianca telefoniert. Sie sagte, ihr Ex braucht zukünftig nicht mehr vorbeizukommen, sie möchte den Kontakt zu ihm heute komplett abbrechen. Ich wollte kurz noch meinen Steuerberater anrufen und sie dann in Ruhe zurückrufen. Doch etwa 45 Minuten später konnte ich sie nicht mehr erreichen. Später meldete sich immer nur ihr Ex-Freund an ihrem Handy, was untypisch war.

Lokalzeit: Was sagte er, wo Bianca sei?

Schneider: Er lieferte mir immer neue Erklärungen, warum Bianca gerade nicht selbst ans Telefon gehen könne. Mal war sie Zigaretten holen, mal war sie baden, mal war sie mit dem Kleinen beschäftigt. Ich dachte mir im ersten Moment nichts dabei, auch wenn ich ein ungutes Gefühl hatte. Und am nächsten Tag sagte der Ex-Freund, Bianca und er hätten Streit gehabt. Während er das gemeinsame Kind zu Biancas Oma, also meiner Mutter, brachte, damit die beiden in Ruhe sprechen könnten, sei Bianca aus ihrer Wohnung verschwunden.

Ein Foto, das auf einem Holztisch liegt, es zeigt die junge Mutter Bianca Blömeke aus Essen

Als Bianca Blömeke verschwand, war ihr Baby gerade einmal acht Monate alt

Lokalzeit: Was halten Sie von dieser Version, dass Bianca weggelaufen sein soll?

Schneider: Ich glaube sie nicht. Bianca hätte mich angerufen und mir gesagt, was sie vorhat. Oder wenigstens ihren Jungen mitgenommen. Bianca ist nicht freiwillig verschwunden, sie wurde umgebracht, da bin ich mir sicher.

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Auf der Suche nach Knochen

Lokalzeit: Wie ging es dann weiter?

Schneider: Ich habe wie eine Irre nach Bianca gesucht, habe unter anderem Flugblätter drucken lassen. Ich bin nicht sofort zur Polizei, weil Bianca über 18 war, da sucht die Polizei nicht sofort nach einer Erwachsenen. Ich konnte ja zudem nicht in ihren Kopf gucken - vielleicht brauchte sie nur eine Auszeit und wollte dann wiederkommen. Doch das passierte nicht. Nach fünf Tagen bin ich zur Polizei und habe Bianca als vermisst gemeldet.

Lokalzeit: Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie realisierten, dass Bianca nicht zurückkommt?

Schneider: Ich war völlig durch den Wind, konnte keinen klaren Gedanken fassen. Ich habe nur noch nach Bianca gesucht und war verzweifelt. Nach ein paar Tagen dachte ich, Bianca muss etwas passiert sein. Sie wäre niemals so lange verschwunden, ohne sich zumindest mal bei mir zu melden oder nach ihrem Sohn zu fragen.

Ein Bilderrahmen an der Wand, daran hängt das Foto der vermissten Bianca Blömeke, einer jungen blonden Frau

Erinnerungen an die verlorene Tochter

Lokalzeit: In den über 25 Jahren seit Biancas Verschwinden gab es immer wieder neue Hinweise und Ermittlungsansätze, leider führte alles ins Leere. Wie erleben Sie diese Situationen?

Schneider: Es ist immer sehr belastend, ich bin ständig unter Anspannung. Ich suche noch immer auf eigene Faust nach Bianca. Ich gehe sogar über Brachland auf der Suche nach Knochen, schaue in jede Mülltüte, ob ich etwas finde. Ich habe da keine Berührungsängste.

Lokalzeit: Haben Sie noch Hoffnung, dass Bianca lebt?

Schneider: Bianca lebt nicht mehr. Sie hätte sich gemeldet. Vielleicht 0,5 Prozent in mir denken, Bianca könnte entführt worden sein und irgendwo festgehalten werden, aber eigentlich bin ich fest überzeugt, dass sie tot ist. Und dass sie am Tag ihres Verschwindens bereits getötet wurde.

Lokalzeit: Was möchten Sie einem möglichen Täter oder Menschen, die etwas über Biancas Verbleib wissen, sagen?

Schneider: Bitte melden Sie sich bei der Polizei Essen oder bei mir, anonym oder offen. Es geht mir nur darum, zu wissen, wo Bianca ist, damit ich aufhören kann zu suchen, sie anständig begraben kann und einen Ort zum Trauern habe. Es gibt auch eine Belohnung von 4.500 Euro.

Dieser Beitrag liefert Informationen zum YouTube-Video von WDR Lokalzeit MordOrte "Mutter (19) verschwindet spurlos" vom 23.03.2026, 17 Uhr.

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