Mitarbeiter haben sich am Freitag vor der IKEA-Filiale in Dortmund zum Streiken versammelt.
Die Gewerkschaft Verdi erhöht im Tarifkonflikt im Handel erneut den Druck: Für diesen Freitag sind bundesweite Warnstreiks angekündigt. Im Mittelpunkt der Aktionen steht die Möbelhauskette IKEA. Nach Angaben der Gewerkschaft sollen sich Beschäftigte in mehr als der Hälfte der 54 deutschen Einrichtungshäuser am Arbeitskampf beteiligen. Auch Mitarbeitende anderer Handelsunternehmen wollen sich demnach anschließen.
In NRW sind laut Ankündigung von Verdi sechs der elf Standorte von IKEA betroffen: Duisburg, Essen, Dortmund, Bielefeld und die beiden Kölner Standorte Godorf und Butzweilerhof. Die Filialen sollen aber trotz der Warnstreiks geöffnet sein.
Verdi kritisiert: Stellenabbau trotz wirtschaftlichem Erfolg
Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer kritisiert die Arbeitgeber scharf. Im Handel würden täglich Milliarden umgesetzt, bei den Beschäftigten komme davon aber kaum etwas an.
Das gelte auch für IKEA, das wirtschaftlich gut dastehe und dennoch Personal abbauen wolle. Statt fairer Löhne setze das Unternehmen auf einen strikten Sparkurs. In der laufenden Tarifrunde spiele IKEA auf Arbeitgeberseite zudem eine wichtige Rolle.
Bereits Mitte Mai und Anfang Juni hatte Verdi zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen. Die Aktionen sind Teil der laufenden Tarifverhandlungen im Einzelhandel sowie im Groß- und Außenhandel, die im April in den ersten Regionen begonnen haben.
IKEA zeigt sich gelassen
IKEA teilte auf Anfrage mit, Streiks stellten die betroffenen Einrichtungshäuser zwar vor organisatorische Herausforderungen. In der Regel gelinge es aber, die Auswirkungen für Beschäftigte und Kundinnen und Kunden gering zu halten. Das Unternehmen respektiere das Streikrecht, erklärte eine Sprecherin.
Nach Angaben der Gewerkschaft sollen sich Beschäftigte in mehr als der Hälfte der 54 deutschen Einrichtungshäuser am Arbeitskampf beteiligen.
Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht erst mal keinen Grund für größere Probleme. Die Branche habe in den vergangenen Wochen bewiesen, dass sie mit Streiks umgehen könne, sagte Tarifgeschäftsführer Steven Haarke.
Tarifstreit könnte sich noch ziehen
Inhaltlich liegen beide Seiten weiter deutlich auseinander. Verdi fordert für die rund 5,2 Millionen Beschäftigten im Handel 7 Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 225 Euro im Monat, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber bieten bislang eine Erhöhung von 2 Prozent ab November sowie weitere 1,5 Prozent ab August 2027 an, bei einer Laufzeit von zwei Jahren. Verdi lehnt das als unzureichend ab.
Die letzte Tarifrunde hatte sich über mehr als ein Jahr hingezogen. Am Ende stand für die Beschäftigten im Einzelhandel ein Plus von rund 14 Prozent für die Jahre 2023 bis 2025.
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa
- Anfrage bei Möbelhauskette IKEA
- Verdi-Mitteilung
Sendung: WDR.de, Mitarbeitende bei Ikea wollen streiken, 18.06.2026, 18.36 Uhr