Dominik Lohle (links im Bild) und Maximilian Derpa aus Münster wollen jungen Start-ups auf die Beine helfen.
Der typische Gründer in Deutschland ist 36 Jahre alt, erzählen die beiden. Das passt also schon mal: Dominik Lohle ist 35, sein Geschäftspartner Maximilian Derpa 37 Jahre alt. Zusammen sind sie May Ventures. Kennengelernt haben sie sich an der Uni in Münster, jetzt sind sie selbst Gründer.
Wie der Monat im Frühling wollen auch sie mit ihrem Fonds für Aufbruch und Wachstum stehen, daher der Name. Und Risikokapital darum, weil diese Anlage so ziemlich das Gegenteil von Omas Sparbuch ist.
Fonds aus Münster für erfolgreiche Unternehmen
Die beiden suchen Ideen, die erfolgreich werden können. Aber nicht jede schafft es: "Wir wollen 25 bis 30 Unternehmen in unserem Fonds bündeln und gehen davon aus, dass eine Handvoll zünden wird," erklärt Derpa. Diese Handvoll muss dann so extrem erfolgreich sein, dass sie die Verluste der anderen ausgleicht.
Dafür ist die Rendite bei Risikokapital entsprechend: 17 Prozent, so Derpa. Nur dann geht die Rechnung auf, können sowohl die beiden als auch ihre Investoren zufrieden sein. Fast 35 Millionen Euro sind ihnen bereits anvertraut worden, seit sie im August 2025 an den Start gegangen sind.
Bindeglied zwischen Start-up und Mittelstand
Jürgen Feistmann von der Volksbank (links im Bild) glaubt an das Konzept von May Ventures.
Ihr Fonds ist nichts für Kleinanleger: Dabei sein darf man erst ab einer Mindestsumme von 200.000 Euro. Fünf Millionen kommen von der Volksbank Münster. Vorstandsmitglied Jürgen Feistmann erklärt, warum die Genossenschaftsbank eingestiegen ist:
"Wir als Bank mussten zu oft Menschen mit tollen Ideen wegschicken." Jürgen Feistmann, Vorstandsmitglied Volksbank Münster
Start-ups kriegen anfangs in der Regel keine klassischen Kredite. Eine Idee sei eben keine Sicherheit - und sei sie noch so gut.
Das treibt viele Start-ups in die Ballungszentren, wo man mit dieser Art Unternehmen mehr Erfahrung hat. Das dürfe so nicht bleiben, wenn die Wirtschaft zukunftsfähig bleiben solle, erläutert der Banker die Motivation für die Investition.
Für Start-ups ist es nicht immer leicht, Geldgeber von ihren Ideen zu überzeugen.
Das Münsterland sei eigentlich der perfekte Start-up-Standort, so Vorstand Feistmann: "Hier ist starker Mittelstand, der Herausforderungen hat, für die Start-ups Lösungen bieten." Das sehen auch Lohle und Derpa so: Start-ups erkennen eine Schwierigkeit und machen daraus ein Business.
Ländlicher Raum als Standortvorteil für Start-ups
Berlin oder München waren für die beiden keine Option, weil sie gerade bei Risikokapital für die Region eine Lücke und genau darum Potenzial sehen. Hier gäbe es gut laufende Firmen, Weltmarktführer sogar: Technologische Transformation sei deren Zukunftsthema.
Sieht von oben nicht so aus, ist aber ein Standort mit produzierendem Gewerbe, das Münsterland.
Außerdem: "Das Personal ist hier loyaler. Und günstigere Häuserpreise hat man auch noch auf der Habenseite," erläutern die Beiden die Vorteile des ländlichen Raums.
Ob die Stimmung im Land gerade nicht ungünstig für Investitionen sei? "Krisenjahre sind Gründerjahre heißt es doch immer," lacht Derpa. Und Banker Feistmann ergänzt: "Man sollte sich im Mai nicht vom März aufhalten lassen..."
Unsere Quellen:
- May Investment
- Volksbank Münster
- Pressekonferenz bei der Volksbank in Münster
- WDR-Reporterin im Gespräch mit den Finanzexperten
Sendung: WDR.de, Geld für die Region: Münsteraner suchen Investoren für Start-ups, 08.05.2026, 9:50 Uhr